Devisen: Das müssen Unternehmen über Währungen wissen

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Wechselkursveränderungen haben mitunter signifikante Auswirkungen auf die Wirtschaft eines Landes. Wird eine Landeswährung aufgewertet, so steigt in weiterer Folge der Preis; folgt eine Abwertung, so sinkt der Preis auf dem Devisenmarkt.

Was passiert im Zuge einer Aufwertung?

Eine Aufwertung der Währung ist zwar gut für den Import, jedoch schlecht für den Inlandstourismus und den Export. Bei der Aufwertung kommt es zur Steigerung des Geldwertes des Landes – im Fachjargon spricht man von der „Revaluation“.  Doch was würde eine Steigerung des Geldwertes für deutsche Unternehmen bedeuten? Exporte werden teurer, die ausländischen Touristen müssen tiefer in die Taschen greifen – die Importe werden jedoch günstiger. Kostet ein US Dollar einen Euro, wobei der Euro um 20 Prozent aufgewertet wird, würde der Euro in weiterer Folge 1,20 US Dollar kosten. Der amerikanische Importeur muss nun 20 US Dollar mehr bezahlen, wenn er aus Deutschland Waren im Wert von 100 US Dollar bezieht. Im selben Atemzug werden die Importe aber billiger. Kostet die Ware in den USA 100 US Dollar, müsste der deutsche Unternehmer nur noch 83,33 US Dollar bezahlen. Aufgrund der Tatsache, dass die Rohstoffe ebenfalls in US Dollar gehandelt werden, dürfen sich des Weiteren alle Verbraucher über günstigere Preise freuen – vor allem an der Tankstelle.

Die Abwertung

Die Abwertung der Währung ist schlecht für den Import, jedoch gut für den Tourismus und den Export. Von einer Abwertung ist dann die Rede, wenn die eigene Landeswährung, verglichen zu Fremdwährungen, an Wert verliert. Die Importeure müssen höhere Preise bezahlen, die Exporteure sparen hingegen Geld – das genaue Gegenteil einer Aufwertung tritt ein. Würde der Euro bei 1,20 US Dollar liegen, so kostet die Ware, sofern der Wert bei 100 Euro liegt, 120 US Dollar. Wird aufgrund der Abwertung eine Parität erreicht, so kostet die Ware 100 US Dollar. Die Importkosten steigen jedoch. Exporteure können sich somit über Umsatzsteigerungen freuen, Importeure müssen hingegen mit Umsatzeinbußen rechnen.

Auch der Leitzinssatz hat Auswirkungen

Eine Rolle spielen auch die sogenannten Wechselkurssysteme. Aufgrund der Tatsache, dass Währungen am Devisenmarkt gehandelt werden, gilt das Angebot und Nachfrage-Prinzip. Übersteigt das Angebot also die Nachfrage, so wird der Wechselkurs sinken. Ist die Nachfrage jedoch größer, so steigt in weiterer Folge der Wert der Währung. Die Akteure sind in der Regel internationale Großinvestoren – also institutionelle Anleger, Versicherungsunternehmen, Großbanken oder auch private Kleinanleger. Mitunter sind es auch die Zentralbanken, die einen Einfluss auf die Währungen haben. So etwa, wenn in fremde Währungen investiert wird, um eine Abwertung der eigenen Währung zu erzielen. Aber auch Veränderungen des Leitzinssatzes haben Auswirkungen auf die jeweiligen Landeswährungen.  Die Höhe des Leitzinssatzes ist die Gebühr, die Banken bezahlen müssen, wenn sie die Zentralbank um Geld bitten. Ist der Leitzinssatz hoch, so zögern die Banken – schließlich müssen sie den Verbrauchern noch höhere Zinssätze in Rechnung stellen, damit die Bank etwas an den Krediten verdienen kann. Der hohe Leitzinssatz verhindert also – das hoffen zumindest die Zentralbanken – eine hohe Inflation.

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