Erfolgreich seit mehr als 100 Jahren: europäische Technologie-Unternehmen

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Kreative Ideen, soziale Verantwortung und ein hoher Anspruch an Qualität – all das sind Merkmale vieler traditionsbewusster europäischer Unternehmen. Im folgenden Beitrag werden drei Beispiele für Unternehmen vorgestellt, die sich schon seit mehr als 100 Jahren an diese Erfolgskriterien halten.

RMIG: eine Welt der Lochbleche

Die Geschichte des Unternehmens RMIG beginnt 1901 in Dänemark. Dort gründete der Werkzeugmacher Richard Müller sein eigenes Unternehmen. Fünf Jahre später bereits spezialisierte sich die junge Firma auf die Technologie des Perforierens. Als Richard Müller 1925 verstarb, übernahm sein Sohn Ernst Müller die Unternehmensleitung und hielt sich dabei an das Prinzip seines Vaters, keine Schulden zu machen. Die Folge: Das Unternehmen wuchs stetig und ausgewogen. Auch was die soziale Verantwortung anging, gilt RMIG als Vorreiter. So führte die Firma – mittlerweile in eine GmbH umgewandelt – die ersten bezahlten Urlaubstage ein, noch bevor dies im Jahr 1938 gesetzlich vorgeschrieben wurde.

Mit der innovativen Breitpressentechnologie konnte RMIG in den 1960er Jahren neue Kunden hinzugewinnen. Die Lochbleche dienen unter anderem als Geländer oder Treppenschutz in Gebäuden oder sie schmücken Balkone, wie auf diesem Bild zu sehen ist. Ab dem Jahr 1972 kaufte RMIG immer mehr Unternehmen und gründete gleichzeitig neue Geschäftsstellen. Mittlerweile ist das Unternehmen in 13 europäischen Ländern mit insgesamt 15 Niederlassungen ansässig und gilt als weltweit größter Hersteller von Lochblechen.

Siemensstadt: 100 Jahre Schalt- und Messwerk

Die Geburtsstunde des Schaltwerks in der Siemensstadt fällt zusammen mit dem Umzug des vorher in Charlottenburg ansässigen Produktionsstandorts. Obwohl die Herstellung von Flugzeugen im Jahr 1917 eingestellt wurde, nahm der Bau von Schalttafeln und -anlagen so viel Raum ein, dass ein neues Gebäude nötig war: Das Hochhaus, das schließlich zwischen 1926 und 1928 gebaut wurde, gilt noch heute als Wahrzeichen der Stadt. Später wurde es durch eine moderne eingeschossige Produktionshalle ersetzt.

Nach der schweren Beschädigung im Zweiten Weltkrieg begann der erfolgreiche Wiederaufbau der Produktionshalle. Heute beträgt ihre Fläche 330.000 Quadratmeter, auf denen Überspannungsableiter, Hoch- und Mittelspannungsleiter sowie Vakuumschaltröhren hergestellt werden.
Sein 100-jähriges Bestehen konnte außerdem das Messwerk der Siemensstadt feiern. Die dazugehörigen Gebäude und das Wernerwerk M, ein Backsteingebäude mit dem bekannten Uhrenturm, wurden ebenfalls im Krieg nahezu dem Erdboden gleichgemacht, bis sie danach wieder mühevoll aufgebaut wurden. Die Mühe hat sich gelohnt: In dem modernen Werk findet die Entwicklung und Produktion von Geräten zur Stromübertragung statt, welche gleichzeitig eine Überwachungs- und Schutzfunktion übernehmen.

Kapsch: 125 Jahre Industriegeschichte aus Österreich

Als Johann Kapsch im Jahr 1892 eine feinmechanische Werkstatt in Wien gründete, konnte er wohl kaum ahnen, dass seine Firma 125 Jahre später als Weltkonzern in mehr als 44 Ländern vertreten ist. Nach der Herstellung von Morsegeräten und Telefonapparaten weitete Kapsch seine Fertigung 1918 um den Bau von Kondensatoren aus, um schließlich im Jahr 1924 die ersten Radioempfänger zu produzieren. 1958 folgte ein weiterer Meilenstein in der Firmengeschichte: die Entwicklung des ersten Transistorradios Österreichs mit dem wohlklingenden Namen „Capri“. Im Jahr 1955 brachte das Unternehmen den ersten Schwarz-Weiß-Fernseher auf den Markt, 1967 dann den ersten Farbfernseher.

Mit der digitalen Telefonie startete Kapsch ins neue Technikzeitalter und besteht heute aus vier weltweit aktiven Gesellschaften, die innovative Lösungen für diverse Kommunikationssysteme bieten.

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