Wien (OTS) – In der letzten Sitzung der
Bundes-Zielsteuerungskommission wurden
wichtige Weichen für den Schutz der Bevölkerung gestellt: Das
Öffentliche Impfprogramm wird deutlich ausgeweitet. Neben der
Influenza-Impfung und der bis Mitte 2026 verlängerten HPV-
Nachholaktion für Menschen bis zum 30. Geburtstag sollen künftig auch
Impfungen gegen Pneumokokken und Gürtelrose kostenlos für besonders
gefährdete Personengruppen zur Verfügung stehen.
Gesundheitsministerin Korinna Schumann betont die
gesellschaftspolitische Dimension des Ausbaus: „Gesundheit darf kein
Privileg sein. Wer sich schützen möchte, soll das auch können –
unabhängig von Alter, Einkommen oder Wohnort. Mit dem Ausbau des
Impfprogramms setzen wir ein starkes Zeichen für soziale
Gerechtigkeit und machen deutlich: Wir lassen niemanden zurück. Denn
wahre solidarische Gesundheitspolitik zeigt sich dort, wo sie den
Schwächsten am meisten hilft“, so Schumann.
Auch Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig unterstreicht
die gesundheitspolitische Bedeutung des Vorhabens. „Pneumokokken,
Gürtelrose und HPV sind keine Bagatellen – sie können schwere
Erkrankungen verursachen, die oft vermeidbar wären. Gerade ältere
Menschen und Risikogruppen profitieren enorm von einem frühzeitigen,
kostenlosen Zugang zu diesen Impfungen. Es ist unser
gesundheitspolitischer Auftrag, hier gezielt und evidenzbasiert zu
handeln – für mehr Prävention, weniger Leid und eine effizientere
Versorgung“, so Königsberger-Ludwig.
Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl (Steiermark) hebt die
Bedeutung von Prävention hervor und erklärt: „Mit der Ausweitung des
Impfprogramms werden die Weichen für eine gesündere Zukunft gestellt.
Gerade vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft ist es
entscheidend, Erkrankungen wie Pneumokokken oder Gürtelrose
frühzeitig vorzubeugen – für mehr Lebensqualität im Alter, weniger
Leid durch vermeidbare Erkrankungen und eine nachhaltige Entlastung
unseres Gesundheitssystems. Prävention ist und bleibt eine der
wirksamsten Formen moderner Gesundheitspolitik.“
Auch Peter McDonald, Kuriensprecher der Sozialversicherung,
begrüßt die Entscheidung: „Nachdem wir mit der Verlängerung der HPV-
Impfung ein Angebot vor allem für Kinder und junge Erwachsene bis 30
geschaffen haben, unterstützen wir mit der Ausweitung des
Öffentlichen Impfprogramms um die Impfungen gegen Gürtelrose und
Pneumokokken jetzt eine weitere Zielgruppe. Gerade ältere Menschen
und Risikogruppen profitieren vom neuen kostenlosen Angebot, weil
beide Impfungen vor schweren Krankheitsverläufen schützen. Als
Sozialversicherung ist es unser Ziel, Prävention und das
Impfbewusstsein zu stärken – und genau das gelingt mit diesem
wichtigen Schritt.“
Zwtl.: Ausweitung des Öffentlichen Impfprogramms stärkt öffentliche
Gesundheit
Nach zwei erfolgreichen Influenza-Impfsaisonen soll das
Öffentliche Impfprogramm dauerhaft etabliert und mit Mitteln aus der
Gesundheitsreform in den Regelbetrieb überführt werden. Künftig
sollen auch Impfungen gegen bakterielle Lungenentzündung (
Pneumokokken) und Gürtelrose (Herpes Zoster) für Menschen ab 60
Jahren sowie für Risikogruppen kostenlos und flächendeckend angeboten
werden.
Auch die HPV-Nachholaktion wird verlängert: Personen bis zum
vollendeten 30. Lebensjahr können sich weiterhin kostenfrei impfen
lassen – die erste Dosis bis Ende 2025, die zweite bis spätestens 30.
Juni 2026.
Die Erweiterungen wurden von Bund, Ländern und Sozialversicherung
in der Bundes-Zielsteuerungskommission auf Empfehlung des Nationalen
Impfgremiums beschlossen – basierend auf evidenzbasierten Analysen
der Technischen Universität Wien in Zusammenarbeit mit der Gesundheit
Österreich GmbH und der Medizinischen Universität Wien. Ziel dieser
Analysen war es, die verfügbaren öffentlichen Mittel möglichst
wirkungsvoll einzusetzen und gezielt Krankheitslasten zu reduzieren.
Die zentrale Beschaffung der Impfstoffe gegen Pneumokokken und
Herpes Zoster erfolgt über die Bundesbeschaffung GmbH (BBG). Die
entsprechenden Ausschreibungen werden veröffentlicht oder befinden
sich in Vorbereitung.
Auch digital wird die Infrastruktur gezielt weiterentwickelt: Mit
der zentralen Impfstoff-Bestellplattform im e-Impfshop der BBG nimmt
Österreich international eine Vorreiterrolle ein. Ärztinnen und Ärzte
können Impfstoffe orts- und zeitunabhängig sowie unkompliziert
bestellen. Die zentrale Bestellung verbessert nicht nur die
Versorgungssicherheit, sondern auch die Datenqualität im
Impfprogramm. In Kombination mit dem e-Impfpass ermöglicht sie ein
präzises Monitoring über Bedarf, Verteilung und tatsächliche
Verabreichung der Impfstoffe.
Die operative Umsetzung liegt bei der Österreichischen
Gesundheitskasse (ÖGK), die ein lückenloses und flächendeckendes
Impfangebot im gesamten Bundesgebiet sicherstellt. Ergänzt wird
dieses durch regionale Maßnahmen der Bundesländer – insbesondere
dort, wo der Bedarf besonders hoch ist –, um einen möglichst
niederschwelligen Zugang für die Bevölkerung zu gewährleisten.
Zwtl.: Impfen schützt einfach
Impfungen gegen Influenza schützen vor der Influenza, die häufig
auch als „echte Grippe“ bezeichnet wird. Während der Grippesaison
infizieren sich jährlich rund 5 bis 15 Prozent der Bevölkerung.
Besonders gefährdet sind Kinder, Schwangere, ältere Menschen sowie
Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen.
Auch Impfungen gegen Pneumokokken leisten einen zentralen Beitrag
zum Schutz der öffentlichen Gesundheit. Sie beugen schweren
Krankheitsverläufen vor, die durch Pneumokokken-Bakterien verursacht
werden – darunter bakterielle Lungenentzündungen, Blutvergiftungen
und Gehirnhautentzündungen. Diese Erkrankungen sind mit einer
besonders hohen Sterblichkeit verbunden und treffen vor allem ältere
und immungeschwächte Menschen.
Die Impfung gegen Herpes Zoster – umgangssprachlich Gürtelrose –
schützt vor der akuten Erkrankung und zusätzlich auch vor den teils
langanhaltenden, schwer behandelbaren Folgeerscheinungen wie
chronischen Nervenschmerzen. Sie kann zudem viele Krankenstände
verhindern und möglicherweise sogar das Risiko für die Entwicklung
einer Altersdemenz senken.
Die HPV-Impfung schützt wirksam vor Genitalwarzen sowie vor
Krebsvorstufen und verschiedenen Krebsarten, die durch Humane
Papillomviren (HPV) ausgelöst werden. Dazu zählen unter anderem
Krebsformen im Bereich von Gebärmutterhals, Vagina, Vulva, Anus,
Penis und Nasenrachenraum. Die Impfung ist für alle Geschlechter
gleichermaßen wichtig und stellt eine zentrale Maßnahme der
Krebsprävention dar.
Weiterführende Informationen finden sich auf impfen.gv.at .