Wien (OTS) – „Österreich ist Europameister im Teilzeitarbeiten, fast
ein Drittel
der Beschäftigten arbeitet bereits in Teilzeit – Tendenz steigend.
Mit dieser ernüchternden Quote belegen wir den zweiten Platz in der
EU. Der Trend zur dauerhaften Teilzeit ohne triftige Gründe
entwickelt sich zunehmend zu einem gesamtwirtschaftlichen Problem mit
langfristigen Schäden, die Wettbewerbs- und Wohlstandsverlust
bedeuten. Der Anteil der Teilzeitkräfte bei Männern ohne Kinder ist
mittlerweile sogar höher als jener der Väter. Der Grund: Wer rechnen
kann, ist klar im Vorteil. Mehrarbeit lohnt sich nicht. Österreich
begünstigt Teilzeitarbeit und lässt all jene, die bereit sind, mehr
zu arbeiten, als sie müssten im Regen stehen. Es braucht daher
dringend Maßnahmen, wie einen Vollzeitbonus. Dabei soll bei
ganzjähriger Vollzeitarbeit zusätzlich zum Urlaubs- und
Weihnachtsgeld ein Monatsgehalt steuerfrei gestellt werden. So können
wir gezielt ansetzen um längeres Arbeiten zu attraktiveren und all
jene belohnen, die mehr leisten, als sie müssten“, fordert
Wirtschaftsbund-Generalsekretär und ÖVP-Wirtschaftssprecher Kurt
Egger.
„Gleichzeitig muss klargemacht werden welche Folgen eine
langfristige Reduktion der Erwerbsarbeit hat. Daher braucht es
bessere Informationsmöglichkeiten, um Arbeitnehmer vor der großen
Überraschung beim Pensionsantritt zu schützen. Mit dem von
Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer vorgeschlagenen „Wake-Up Call“
werden die Konsequenzen von Teilzeitarbeit für die Altersvorsorge
greifbar gemacht und Bewusstsein über die finanziellen Folgen
gefördert“, so Egger.
„Unsere Betriebe brauchen jede helfende Hand dabei ist die
Teilzeitquote bei Frauen mit rund 50 Prozent bei weitem zu hoch. Als
angegebene Gründe sind Betreuungspflichten klar, doch bereits an
zweiter Stelle steht der ausdrückliche Wunsch nach Teilzeit. Hier
müssen wir dringend ansetzen – Frauen muss die Möglichkeit gegeben
werden, sich stärker am Wirtschaftsleben zu beteiligen, durch eine
flächendeckende, qualitativ hochwertige und ganztägige
Kinderbetreuung, um die Betreuungsquote in Österreich und damit das
Arbeitsmarktpotential zu erhöhen. Bei jenen, die sich auf Wunsch für
die Teilzeit entscheiden muss Aufklärungsarbeit geleistet werden,
insbesondere, weil es bei Frauen um Altersarmut in der Pension geht“,
ergänzt Wirtschaftsbund-Bundesgeschäftsführerin Elisabeth
Sauritschnig.