Wien (OTS) – Die angekündigte Erhöhung der Lkw-Maut um bis zu 12,5
Prozent löst in
vielen kleinen und mittleren Betrieben sowie bei Konsument:innen
Besorgnis aus. Denn was auf den ersten Blick nach einer Maßnahme im
Verkehrsbereich aussieht, hat reale Auswirkungen auf die
Preisentwicklung – vom Brotregal bis zur Baustelle. Der
Sozialdemokratische Wirtschaftsverband (SWV) warnt davor, in einer
angespannten wirtschaftlichen Lage zusätzliche Belastungen für die
Bevölkerung zu schaffen.
„Eine Mauterhöhung in dieser Dimension verteuert Transporte und
damit das tägliche Leben. Die Auswirkungen spüren nicht
internationale Konzerne, sondern Menschen in Österreich, die ohnehin
schon mit hohen Preisen kämpfen“, sagt KommR Christian Freitag,
Spartenobmann für Verkehr und Transport im SWV.
In der Transportwirtschaft ist Planungssicherheit von zentraler
Bedeutung. Viele Unternehmen arbeiten mit langfristigen Verträgen und
vereinbarten Fixpreisen. Unerwartete Mehrbelastungen können nicht
einfach weitergegeben werden, sondern führen zu wirtschaftlichem
Druck und gefährden die Stabilität regionaler Logistikstrukturen.
Der SWV spricht sich daher für einen differenzierten Zugang aus,
der wirtschaftliche Realität und soziale Verantwortung miteinander
verbindet. Eine moderate Anhebung von Kurzzeitvignetten – etwa für
Transitverkehr oder touristische Durchreise – wäre eine gezielte und
EU-rechtlich zulässige Alternative, wie sie auch in vielen
Nachbarländern längst umgesetzt wird. In Slowenien etwa kostet eine
Wochenvignette für Pkw derzeit bis zu 32 Euro – ein Modell, das
gezielt auf Durchreisende ausgerichtet ist und die eigene Wirtschaft
entlastet.
„Niemand hat etwas gegen einen modernen Zugang zur Finanzierung
von Infrastruktur. Aber wer jetzt zusätzliche Kosten verursacht, muss
wissen, dass diese Kosten bei Menschen landen, die ohnehin schon zu
viel schultern müssen“, so Freitag abschließend.