Graz/Wien (OTS) – Mit Irritation und Besorgnis reagiert der Vorstand
des Museumsbunds
Österreich auf den massiven Polizeieinsatz am Peršmanhof – einem
zentralen Erinnerungsort an die nationalsozialistischen Verbrechen
und das Widerstandsgeschehen in Kärnten/Koroška.
Die Gedenkstätte Peršmanhof steht seit Jahrzehnten für eine
ernsthafte, wissenschaftlich fundierte und pädagogisch
hochqualitative Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit. Sie ist
nicht nur ein Ort des Gedenkens, sondern auch ein bedeutender Lernort
für nachfolgende Generationen. Dass gerade hier ein Polizeieinsatz
von derart unverhältnismäßiger Wirkung stattgefunden hat, ist aus
unserer Sicht ein beunruhigendes Signal, das viele Fragen aufwirft.
Der Museumsbund Österreich betont ausdrücklich seine Solidarität
mit dem Team des Museums Peršmanhof und den mit der Gedenkstätte
verbundenen Initiativen, die sich über Jahrzehnte hinweg um
historische Aufklärung und antifaschistische Bildungsarbeit verdient
gemacht haben. Dass ein Jugendcamp auf diese Weise polizeilich
belangt wurde, steht in keinem Verhältnis zu den erhobenen Vorwürfen.
Solche Eingriffe in den sensiblen Betrieb einer Gedenkstätte
berühren grundlegende Fragen des gesellschaftlichen Umgangs mit
Erinnerung und Verantwortung. Gedenkstätten dürfen keine Orte
polizeilicher Machtdemonstration sein!