Greenpeace präsentiert Gewinner von „Österreichs 9 Betonschätze” – BILD

Wien (OTS) – Im Rahmen einer Pressekonferenz und Ausstellung
präsentiert
Greenpeace heute die neun Gewinner der Initiative „Österreichs 9
Betonschätze – Raus aus Grau!” in der Kunsthalle Exnergasse (kex) im
WUK. Dabei wurde ein goldener Presslufthammer für die – nun offiziell
– grauesten Plätze Österreichs verliehen, als Appell die Plätze zu
entsiegeln und zu begrünen.

Die Gewinner von “Österreichs 9 Betonschätze” im Überblick:

– Burgenland: EKO Oberwart

– Kärnten: Parkplatz von Hofer in Villach

– Niederösterreich: Selten genutzte Parkplatzfläche in Wiener
Neustadt

– Oberösterreich: Urfahraner Marktgelände in Linz

– Salzburg: Kapitelplatz in Salzburg

– Steiermark: Parkplatz Shopping City Seiersberg

– Tirol: Parkplatz Ski-Optimal im Hochzillertal

– Vorarlberg: Symphonikerplatz in Bregenz

– Wien: Areal Neu Marx

Greenpeace-Bodenschutzexpertin Melanie Ebner sagt: „Mit
Österreichs 9 Betonschätzen zeigen wir auf, wo genau sich Menschen in
Österreich mehr Grün wünschen. Grünere Innenstädte bieten nicht nur
tierischen Stadtbewohnern notwendige Schutz- und Nahrungsräume. Auch
wir Menschen profitieren von schattenspendenden Bäumen und blühenden
Wildblumen. Die grauen Gewinnerplätze zeigen deutlich: Hier braucht
es dringend mehr Bäume, Sträucher und Blühwiesen. So bringen wir
Österreich raus aus Grau!”

Angelika Psenner, Professorin für Stadtstrukturforschung an der
Technischen Universität Wien: “Nicht jeder versiegelte Platz ist per
se ein Problem. Denn in Städten und Orten brauchen wir Plätze, an
denen wir uns versammeln können und die Raum bieten für öffentliche
Veranstaltungen, Märkte, für Spiel und Bewegung. Aber die
autozentrierte Stadt- und Raumplanung des 20. Jahrhunderts kostet uns
viel wertvollen Boden. Leider trotzt die politische Haltung aktuellen
fachlichen Erkenntnissen. Denn noch immer wird wertvoller Boden einer
technisch überholten (motorisierter Individualverkehr) und
unwirtschaftlichen (meist nur temporär) Spezialnutzung vorbehalten.
Die Gestaltung dieser Plätze gilt es dringend zu überdenken.”

Franz Essl, Professor am Institut für Botanik und
Biodiversitätsforschung an der Universität Wien: “Österreich leidet
an einem Zuviel an Beton und Asphalt. Die Betonschätze zeigen, dass
eine Trendumkehr beim Versiegeln dringend nötig ist. Diese Projekte
stellen jedoch nur die sprichwörtliche Spitze des Eisbergs dar –
werden doch täglich zehn Hektar in Österreich neu verbaut. Das ist
eine größere Fläche als alle Fußballplätze der Bundesligavereine
zusammen! Täglich gehen damit wertvolle Ackerböden und artenreiche
Lebensräume verloren. Das ist zum Schaden der Lebensqualität der
Menschen und trägt massiv zum Rückgang der Biodiversität in
Österreich bei.”

Daniel Fügenschuh, Präsident der Bundeskammer der
Ziviltechniker:innen: “Der grassierende Bodenverbrauch gefährdet
unsere Lebensmittelversorgung und verschärft Hitzeinseln und
Hochwasserrisiken. Wir Ziviltechniker:innen sagen daher: Österreich
ist fertig bebaut! Anstatt mehr Boden zu verbrauchen, sollten wir
bereits bebaute Flächen nutzen. Wir wissen, dass wir mit kreativen
Lösungen im Gebäudebestand qualitätsvolle Räume schaffen können. Vor
allem unsere teils leerstehenden Ortskerne müssen wiederbelebt
werden.”

Über mehrere Wochen konnten Menschen in ganz Österreich die
grauesten Betonwüsten als “Betonschatz” nominieren. Über 400 Plätze
im ganzen Land wurden eingereicht. Die finalen Gewinner wurden zur
Hälfte durch die Bewertung der Fachjury und zur anderen Hälfte durch
eine öffentliche Abstimmung ermittelt. Über 22.400 mal wurde über die
“Betonschätze” abgestimmt. Die Umweltschutzorganisation wird die
Betonschatz-Trophäen an die Verantwortlichen der jeweiligen
Gewinnerplätze übergeben und Gespräche über mögliche
Begrünungsmaßnahmen führen.

Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, endlich den im
Regierungsprogramm angekündigten Zielpfad zur Reduktion des
Bodenverbrauchs festzulegen. Dieser muss verbindliche, quantitative
Grenzwerte enthalten, um den Bodenverbrauch einzudämmen. Außerdem
braucht es eine bundesweite Entsiegelungs- und Begrünungsoffensive,
um versiegelten öffentlichen Raum klimaangepasst und somit auch in
Zeiten der Klimakrise lebenswert zu gestalten.

Weiterführende Informationen:

– Fotos von der Pressekonferenz und den Gewinnern finden Sie hier (
werden bis 11 Uhr laufend hinzugefügt):
http://bit.ly/4nqCPx7
Unter Angabe der Credits (© Mitja Kobal / Greenpeace) stehen die
Fotos für die redaktionelle Nutzung kostenlos zur Verfügung.

– Factsheet über Bodenversiegelung in Österreich:
https://act.gp/FactsheetBodenschutz2025