Wiener Wohnimmobilienmarkt erholt sich, Transaktionszahlen steigen

Wien (OTS) – Belebung nach zwei schwachen Jahren gestartet
Transaktionsvolumen nimmt – von niedrigem Niveau ausgehend – um über
40 % zu
Preise für Neubauwohnungen steigen erstmals seit 2023

Der Wiener Wohnimmobilienmarkt zeigt im ersten Halbjahr 2025
Erholungstendenzen. Sowohl das Transaktionsvolumen als auch die
Anzahl der Verkäufe stiegen in fast allen Marktsegmenten deutlich an,
wenn auch von einem niedrigen Niveau ausgehend. Research-Leiter
Martin Denner zu den Ergebnissen des neuen Wiener Wohnmarkt-Berichts
von OTTO Immobilien: „ Die aktuelle Entwicklung zeigt eine
Trendumkehr am Wiener Wohnimmobilienmarkt. Nach zwei Jahren
rückläufiger Zahlen sehen wir nun in allen Kernsegmenten eine
Belebung. Die Transaktionen sind flächendeckend angestiegen, was
nicht nur auf Einzeleffekte, sondern auf eine breitere
Marktstabilisierung zurückzuführen ist. “

Zwtl.: Eigentumswohnungen: Belebung nach zwei sehr schwachen Jahren

Der Markt für Eigentumswohnungen in Wien hat im ersten Halbjahr
2025 spürbar an Dynamik gewonnen. Das Transaktionsvolumen kletterte
gegenüber dem Vorjahreszeitraum um EUR 417 Mio. auf insgesamt EUR
1,35 Mrd., ein Anstieg von 45 % (1. HJ 2024: EUR 928 Mio.), aber noch
immer 23 % unter dem Vergleichszeitraum im Jahr 2022. Auch die Zahl
der Verkäufe zog wieder an: Mit 3.645 Transaktionen wurden um 39 %
mehr Wohnungen verkauft als im ersten Halbjahr 2024. Diese aktuellen
Werte liegen, nach drei starken und den vergangenen beiden sehr
schwachen Jahren, im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Auf
gleichem Niveau wie im Vorjahr lagen Neubauwohnungen direkt vom
Bauträger – auf diese entfielen 34 % des Transaktionsvolumens und 25
% der Transaktionen, insgesamt 898.

Zwtl.: Fertigstellungen bleiben auf niedrigem Niveau

Die Zahl der Wohnungsfertigstellungen in Wien erreicht 2025 mit
der Prognose von rund 9.400 Einheiten (Quelle: Exploreal) den
niedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre. Steigende Baukosten,
Materialengpässe und verschärfte Finanzierungsbedingungen haben viele
Projekte verzögert oder gestoppt. Erst 2026 wird mit einer leichten
Erholung auf rund 10.700 Wohneinheiten gerechnet, das liegt jedoch
weiterhin deutlich unter dem Schnitt der Jahre 2022 bis 2024 mit rund
16.000 Einheiten pro Jahr.

Während der Anteil der Eigentumswohnungen zwischen 2022 und 2027
stabil bei etwa 35 % bleibt, sinkt der Fertigstellungs-Anteil
freifinanzierter Mietwohnungen drastisch: von über 30 % in den Jahren
2022 und 2023 auf nur noch 20 % im Jahr 2026, und nach aktueller
Prognose auf lediglich 5 % im Jahr 2027. Stabiler sollte sich
hingegen der Bereich geförderter Mietwohnungen zeigen, der in den
kommenden Jahren sogar leicht zulegen könnte, getragen von den
kontinuierlichen Investitionen der öffentlichen Hand und
gemeinnütziger Bauträger. „ Diese Verknappung im Neubau wird
mittelfristig alle Marktsegmente beeinflussen. Umso wichtiger ist es,
künftige Wohnbauprojekte sehr sorgfältig auf den Bedarf abzustimmen
und die vorhandenen Bestände effizient zu nutzen “, so Eugen Otto,
Geschäftsführer von OTTO Immobilien.

Zwtl.: Wohnungspreise ziehen erneut an

Preislich zeigt sich eine leichte Bewegung nach oben:
Neubauwohnungen erzielten im Schnitt EUR 7.236 pro Quadratmeter, was
gegenüber dem 2. Halbjahr 2024 einem Anstieg von 5 % entspricht.
Bestandswohnungen haben sich auf einem Niveau von EUR 4.416 pro
Quadratmeter stabilisiert. Die durchschnittlichen Mietpreise sind in
allen Wiener Bezirken gestiegen, im Mittel verteuerten sie sich um
mehr als 5 % auf aktuell EUR 15,87/m² – damit setzt sich der seit
Jahren anhaltende Aufwärtstrend fort.

„ Die Mietpreise ziehen weiterhin an. Die nach wie vor hohe
Nachfrage nach Mietwohnungen und das seit Jahren geringe Angebot
zeigen ihre Wirkung. Vor allem neue Projekte mit hoher
Ausstattungsqualität in guten Lagen erzielen Höchstwerte, die vor
einigen Jahren kaum jemand am Wiener Wohnungsmarkt für möglich
gehalten hätte. Damit nähert sich Wien an internationale Niveaus an
“, sagt Maximilian Peter, Leiter Wohnen.

Zwtl.: Einfamilienhäuser & Villen: Erholung bei Transaktionen und
leichter Preisanstieg

Auch der Markt für Einfamilienhäuser und Villen in Wien zeigt im
ersten Halbjahr 2025 ein Comeback. In den betrachteten Bezirken (13.,
14., 16.-19. und 21.-23. Bezirk) stieg das Transaktionsvolumen um 42
% auf EUR 207 Mio., nach EUR 145 Mio. im Vorjahreszeitraum. Die Zahl
der Verkäufe kletterte um 54 % von 146 auf 225 Transaktionen. Mit 82
% entfiel der überwiegende Anteil des Volumens auf private
Käuferinnen und Käufer, 17 % auf Unternehmen, während sonstige
Käufergruppen wie Stiftungen oder Vereine lediglich 1 % ausmachten.
Auf Bezirksebene wurden besonders starke Zuwächse in Währing (+140 %)
, Floridsdorf (+250 %) und Donaustadt (+90 %) verzeichnet. Letzterer
Bezirk weist traditionell bis auf wenige Ausnahmen das höchste
Transaktionsvolumen und die meisten Verkäufe auf, aktuell jedoch auf
deutlich niedrigeren Niveaus als 2022.

Preislich legte das Segment im Median um knapp 7 % auf EUR
680.000 zu (2024: EUR 637.000). „ Die Preiskorrekturen der
vergangenen Jahre haben im Segment der Einfamilien-häuser und Villen
ein Preisniveau geschaffen, das wieder zu mehr Transaktionen führt.
Die Prüfungen sind zwar detaillierter und Verkaufsprozesse dauern
länger, aber im Unterschied zu 2023 und 2024 finden sie wieder in
einem Umfang statt, der potenzielle Verkäufe etwas planbarer macht “,
so Maximilian Peter.

Zwtl.: Ausblick: Stabilisierung mit positiver Tendenz

Nach dem dynamischen ersten Halbjahr 2025 erwarten die
Expertinnen und Experten von OTTO Immobilien für den weiteren
Jahresverlauf eine Fortsetzung der Erholung, sowohl bei
Eigentumswohnungen als auch bei Einfamilienhäusern und Villen. Das
derzeitige Marktumfeld, geprägt von stabilisierten Preisen,
moderateren Finanzierungskonditionen und einer gewissen Entspannung
bei der KIM-Verordnung, schafft für Käuferinnen und Käufer attraktive
Rahmenbedingungen.

Gleichzeitig haben sich Verkäufer:innen nach den Preiskorrekturen
der vergangenen Jahre zwar auf realistischere Preisspannen
eingestellt, diese müssen jedoch weiterhin nach Qualität
differenziert ermittelt werden. Im Mietmarkt bleibt der Druck hoch:
Das knappe Angebot trifft auf unverändert starke Nachfrage, vor allem
im Neubausegment mit hoher Ausstattungsqualität. Eine Entspannung ist
hier vorerst nicht in Sicht.

„ Wir sehen aktuell eine Marktphase, in der realistische
Preiserwartungen und fundierte Marktkenntnis kombiniert mit
erstklassiger Vermarktung den Ausschlag geben. Wer die Entwicklungen
genau analysiert und die vorhandenen Chancen nützt, kann in diesem
Umfeld sehr solide Ergebnisse erzielen “, schließt Eugen Otto.

E-Paper: Details im Wiener Wohnmarktbericht von OTTO Immobilien:
https://epaper.otto.at/link/303401/