Wien (OTS) – „Wettbewerbsfähigkeit bestimmt das Weltgeschehen – sie
entscheidet
ebenso über exzellente Forschung und Innovationskraft, wie über
wirtschaftliche Chancen und geopolitischen Einfluss“, mit diesen
Worten eröffnete Georg Knill, Präsident der Industriellenvereinigung
(IV), die diesjährigen Technology Talks Austria.
Knill betonte die zentrale Rolle der Industrie: „Ohne Industrie
gibt es keine Innovation und ohne Innovation keine Industrie. Zwei
Drittel der Forschungsausgaben sind dem Unternehmenssektor
zuzurechnen, vor allem den Leitbetrieben. Die Industrie muss auch
weiterhin unsere Innovationskraft Nummer 1 bleiben!“, so Knill.
Gleichzeitig steht Europa vor großen Herausforderungen:
geopolitische Spannungen, wachsende Abhängigkeiten von den USA, China
oder Südostasien und die Gefahr einer stillen Deindustrialisierung.
„Wir müssen als Europa eine starke Position im globalen Machtgefüge
einnehmen und unsere industrielle Basis sichern“, so Knill.
Die Industriellenvereinigung fordert daher entschlossene
Maßnahmen für mehr Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft:
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Ein starkes, eigenständiges 10. EU-Forschungsrahmenprogramm mit
mindestens 200 Milliarden Euro Budget.
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Einen verbindlichen Wachstumspfad Richtung 4 Prozent F&E-Quote in
Österreich, verankert im neuen FTI-Pakt, mit klarer Priorisierung von
Schlüsseltechnologien.
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Einen Mix aus bewährten und neuen Instrumenten, darunter die
Forschungsprämie sowie den neuen Scale-up-Fonds, um deutlich mehr
Risikokapital für Deeptech-Unternehmen zu mobilisieren.
Knill begrüßte ausdrücklich das Commitment der österreichischen
Bundesregierung zum 4 Prozent-Ziel sowie die Pläne der EU für einen
European Competitiveness Fund und die Fortführung von Horizon Europe.
Entscheidend sei jedoch die Umsetzung: „Wir müssen diese Vorhaben
zügig und konsequent auf den Boden bringen.“
Zum Abschluss betonte der IV-Präsident die Bedeutung einer
starken, souveränen europäischen Industrie: „Es geht nicht nur um
Technologieführerschaft und Wertschöpfungsketten, sondern auch um
Souveränität und Sicherheit. Unser europäisches Wertesystem –
gegründet auf Verantwortung, Sicherheit und Demokratie – ist ein
Standortvorteil von unschätzbarem Wert. Diesen müssen wir strategisch
nützen, um Europas Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft zu sichern.“