St. Pölten (OTS) – Der Sanitärtechnik-Hersteller Geberit in
Pottenbrunn feierte am
gestrigen Donnerstagabend ein besonderes Jubiläum: Seit 30 Jahren
werden am Standort nahe der Landeshauptstadt Lehrlinge ausgebildet.
Während 1995 nur zwei Lehrberufe angeboten wurden, sind es
mittlerweile elf. Insgesamt durchliefen bereits 141 Auszubildende in
Pottenbrunn eine Lehre. Bei einer Podiumsdiskussion mit
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Wirtschaftskammer NÖ Präsident
Wolfgang Ecker, Arbeiterkammer NÖ Vizepräsidentin Angela Fischer,
Geberit-Geschäftsführer Helmut Schwarzl und ehemaligen Lehrlingen von
Geberit, wurde der hohe Stellenwert der Lehre betont.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sagte: „Wir können stolz
sein auf unsere duale Ausbildung – dafür werden wir auch
international sehr beneidet. Gerade die Lehre hat eine unglaubliche
Zukunft und bringt sehr große Karrierechancen mit sich“, sagte sie
und unterstrich: „Geberit geht den richtigen Weg.“ Zugleich wünsche
sie sich, dass noch mehr Unternehmen Lehrlinge ausbilden: „Derzeit
bilden 4.000 Unternehmen in Niederösterreich Lehrlinge aus. Jedes
Unternehmen, das etwas auf sich hält, macht das.“ Die
Lehrlingsausbildung und die Lehrberufe seien heute viel komplexer als
früher und „alle Ausbildungen sind gleichwertig und jede und jeder
geht seinen Weg“, ergänzte Mikl-Leitner und meinte weiters: „Es
braucht Wertschätzung gegenüber unseren Lehrlingen. Wir können den
jungen Menschen etwas zutrauen, sie sind leistungsorientiert und
leistungsfähig.“
Wirtschaftskammer NÖ Präsident Wolfgang Ecker sagte, 30 Jahre
Lehrlingsausbildung bei Geberit sei ein Vorzeigemodell: „Was hier auf
die Beine gestellt wurde, ist beachtenswert.“ Generell habe das Image
der Lehre in den letzten Jahren wieder an Fahrt aufgenommen. Er
selbst habe eine Lehre absolviert und sei stolz darauf. Generell rate
er jungen Menschen durch den „Talentecheck“ herauszufinden, wo die
eigenen Talente liegen und eine dementsprechende Ausbildung zu
beginnen.
Arbeiterkammer NÖ Vizepräsidentin Angela Fischer sagte, dass
„Lehre eine absolut gleichwertige Ausbildung ist, durch die sich gute
Karrierechancen und ein sehr gutes Einkommen bieten. Wenn man etwas
gut und mit Begeisterung macht, kann man mit der Lehrausbildung
Karriere machen.“
Geberit Geschäftsführer Helmut Schwarzl unterstrich, dass
Karrieren in vielerlei Hinsicht möglich seien: „Im Management oder
eine tolle Fachkarriere, wir haben beides und sind stolz darauf.
Jeder, der daran zweifelt, dass Lehre keine gleichwertige Ausbildung
ist, soll zu uns kommen.“ Laut Schwarzl sei es „sehr klug gewesen,
vor 30 Jahren mit der Lehre bei Geberit in Pottenbrunn zu beginnen.
Das war eine wichtige Standortentscheidung, wir hätten heute sonst
nicht ausreichend Fachkräfte im Haus.“ Der Geschäftsführer gab zudem
einen Einblick in das Unternehmen: Geberit sei ein internationales
Unternehmen, das 26 Werke in 50 Ländern betreibe und seit 1971 in
Pottenbrunn agiere. Aktuell zähle man am Standort 420 Mitarbeitende.
Sonja Lahner, ehemalige Auszubildende bei Geberit und
mittlerweile Leiterin des Personalbereichs, unterstrich, dass Lehre
einen sehr hohen Stellenwert in der Firmenstrategie habe: „Wenn wir
jetzt unsere Lehrlinge ausbilden, müssen wir nachher nicht
verzweifelt nach Fachkräften suchen, wenn wir welche brauchen.“
Stefanie Blaschek, ebenfalls ehemalige Auszubildende und heute
Leiterin von Logistik und Disposition, schilderte ihren Karriereweg:
„Ich habe zuerst maturiert, aber mir hat die Praxis gefehlt. Dann
habe ich mich dafür entschieden mich weiterzubilden und mich
weiterzuentwickeln. Ich habe eine Lehre bei Geberit begonnen und
durch das rotierende Ausbildungssystem im Betrieb sehr viele
Abteilungen kennengelernt. Dadurch habe ich ein besseres Verständnis
für andere Abteilungen, meine Kolleginnen und Kollegen und deren
Aufgaben erhalten.“ Das habe sie beruflich weitergebracht.
Lehrlingsausbildner Heinz Amberger erzählte über die Anfänge der
Lehre bei Geberit im Jahr 1995 mit vier Lehrlingen und spannte den
Bogen bis heute. In den vergangenen 30 Jahren seien bei Geberit 141
Lehrlinge ausgebildet worden, 39 davon seien zwar nicht mehr im
Unternehmen, 71 jedoch nach wie vor im Haus. 45 % der Führungskräfte
haben laut Amberger eine Geberit-Lehre abgeschlossen, im
Produktionsbereich liege der Anteil bei mehr als 60 %. Ganz neu sei
das „Geberit Kolleg“ für Erwachsenenbildung.
Weiters präsentierten die Lehrlinge Anna-Lena Haiden und Stephan
Glaser ein Sozialprojekt, mit dem im Vorjahr durch Unterstützung von
Geberit ein Schulprojekt in Kambodscha unterstützt wurde – unter
anderem wurden neue Sanitäranlagen und Waschmöglichkeiten errichtet.
Im Anschluss an den Festakt wurde das erweiterte moderne
Ausbildungszentrum am Geberit-Gelände besichtigt.