Wien (OTS) – Die Österreichische Apothekerkammer unterstützt die
Donnerstagfrüh
erzielte Einigung zwischen EU-Parlament, EU-Rat und EU-Kommission zum
„Critical Medicines Act“ ausdrücklich, denn jede Maßnahme zur
Stärkung der Versorgungssicherheit ist ein wichtiger Schritt für die
Patient:innen.
Es ist absolut zu befürworten, die Arzneimittelproduktion in
Europa durch gezielte Maßnahmen zu unterstützen. Die aktuell
eingeplanten 83 Millionen Euro aus EU-Fördertöpfen stehen jedoch aus
Sicht der Österreichischen Apothekerkammer in keinem Verhältnis zur
Größenordnung der Aufgabe und stellen eine deutliche
Unterfinanzierung des geplanten Vorhabens dar.
Dass sich in Österreich der immer wieder aufflammende
Lieferengpass von Medikamenten bisher zu keinem Versorgungsengpass
für die Bevölkerung entwickelt hat, ist zu einem großen Teil den mehr
als 7.000 Apotheker:innen zu verdanken. „Apotheken leisten einen
entscheidenden Beitrag zur Bewältigung von Engpässen – insbesondere
durch die magistrale Herstellung. Gerade wenn kritische Arzneimittel,
wie Antibiotika oder Medikamente für Kinder, nicht lieferbar sind,
ermöglichen Apothekerinnen und Apotheker durch ihre Fähigkeit zur
patientenindividuellen und vorausschauenden Herstellung bestimmter
Medikamente im Apothekerlabor eine Versorgung, die sonst vielfach
nicht gewährleistet wäre“, fasst es Raimund Podroschko, Vize-
Präsident der Österreichischen Apothekerkammer zusammen. Rund drei
Millionen individuelle Arzneimittel werden jährlich in den 1.470
Apotheken hergestellt – für die Apotheken ist diese
Versorgungsleistung seit Jahren nicht mehr kostendeckend.
Mittlerweile kümmert sich in den Apotheken im Schnitt eine
Vollzeitkraft ausschließlich darum, für die Kund:innen eine geeignete
Lösung zu finden, damit die Therapie bestmöglich umgesetzt werden
kann.
Dazu Podroschko: „Angesichts dieser personal- und zeitintensiven
Arbeit gehört zu einer Stärkung der Versorgungssicherheit auch die
Stärkung und Wertschätzung der heimischen Infrastruktur. Wir fordern
daher einen angemessenen finanziellen Engpass-Ausgleich für die
tagtägliche Bewältigung von Lieferengpässen in den Apotheken.“
Wie wichtig diese Leistung der Apotheken ist, zeigt eine aktuelle
Integral-Umfrage im Auftrag der Österreichischen Apothekerkammer.
Laut dieser sind 84 Prozent der Menschen der Meinung, Apotheken
hätten bisher ein großes Chaos bei der Versorgung mit Medikamenten in
Österreich verhindert. Nur logisch also, dass laut Umfrage 92 Prozent
der Bevölkerung den Apotheker:innen vertrauen.