Tourismus am Pranger: Sind die Preissteigerungen wirklich gerechtfertigt?
Am 23. Januar 2026 hat die Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV) eine brisante Pressemitteilung veröffentlicht, die die Tourismusbranche in den Mittelpunkt einer hitzigen Debatte rückt. Der Präsident der ÖHV, Walter Veit, erhebt schwere Vorwürfe gegen die öffentliche Darstellung der Preissteigerungen im Gastgewerbe. Laut Veit klaffen die gefühlte und die tatsächliche Wahrheit weit auseinander.
Die Realität hinter den Zahlen
Veit argumentiert, dass die Preissteigerungen bei weitem nicht so dramatisch sind, wie sie von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Tatsächlich steige die Zahl der Nächtigungen aus dem Inland Jahr für Jahr, was darauf hindeutet, dass die Gäste bereit sind, für höhere Qualität auch höhere Preise zu zahlen. Doch was steckt wirklich hinter diesen Zahlen?
- Qualitätssteigerung: Der Bau und Ausbau von Wellnessbereichen und anderen Annehmlichkeiten verursacht hohe Kosten, die jedoch nicht als klassische Preiserhöhungen betrachtet werden können. Diese Investitionen resultieren in einem qualitativ hochwertigeren Angebot, das von den Gästen geschätzt wird.
- Steigende Betriebskosten: Speisen, Getränke, Energie und Löhne sind in den letzten Jahren überproportional teurer geworden. Diese Kosten werden oft nicht in der öffentlichen Diskussion berücksichtigt, obwohl sie einen wesentlichen Teil der Preisgestaltung ausmachen.
Wie die Inflation die Hotellerie trifft
Ein wesentlicher Punkt der Pressemitteilung ist die ungleiche Verteilung der Inflationseffekte. Während Produkte aus Fernost, die den Verbraucherpreisindex (VPI) beeinflussen, im Preis sinken oder stabil bleiben, sind die für die Hotellerie relevanten Kosten unaufhaltsam gestiegen.
Die Rolle von Importwaren
Textilien, Schuhe, Elektrogeräte und andere importierte Waren machen einen erheblichen Teil des VPI aus und tragen dazu bei, die allgemeine Inflation zu dämpfen. Für Hotels und Restaurants, die kaum auf diese Produkte angewiesen sind, spielen diese Kosten jedoch kaum eine Rolle. Die Ausgaben für solche Güter liegen im einstelligen Prozentbereich.
Was kann die Politik tun?
Walter Veit fordert eindringlich politische Unterstützung zur Senkung der Energie- und Lohnnebenkosten. Diese Maßnahmen wären nicht nur für Großkonzerne, sondern insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) essenziell.
Fiktive Expertenmeinungen
Dr. Anna Müller, eine fiktive Ökonomin, kommentiert die Situation: „Die Tourismusbranche steht vor einer gewaltigen Herausforderung. Ohne politische Hilfe wird es für viele Betriebe schwierig, wirtschaftlich zu überleben.“
Ein weiterer fiktiver Experte, der Wirtschaftsjournalist Thomas Berger, fügt hinzu: „Es ist entscheidend, dass die Regierung die spezifischen Bedürfnisse der Hotellerie erkennt und gezielte Maßnahmen ergreift, um die Branche zu entlasten.“
Historische Parallelen und Vergleiche
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Tourismusbranche schon früher mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert war. In den 1970er Jahren führte die Ölkrise zu drastischen Preissteigerungen, die besonders die Reisebranche trafen. Doch durch gezielte Investitionen in Qualität und Service konnte sich die Branche erholen.
Im Vergleich zu anderen Bundesländern zeigt sich, dass die Herausforderungen in Österreich besonders akut sind. Während in Deutschland staatliche Subventionen für Energiekosten bereits eingeführt wurden, wartet die österreichische Hotellerie noch auf vergleichbare Maßnahmen.
Die Auswirkungen auf den Bürger
Für den durchschnittlichen Bürger haben die steigenden Kosten im Tourismus unmittelbare Auswirkungen. Höhere Preise für Übernachtungen und gastronomische Angebote könnten dazu führen, dass Urlaube im Inland weniger attraktiv werden. Die Branche setzt daher auf Qualitätssteigerungen, um den Gästen trotz höherer Preise ein unvergleichliches Erlebnis zu bieten.
Zukunftsausblick
Die Zukunft des Tourismus in Österreich hängt maßgeblich von der Fähigkeit ab, die Kosten in den Griff zu bekommen und gleichzeitig ein hohes Qualitätsniveau zu halten. Innovative Konzepte und nachhaltige Praktiken könnten der Schlüssel sein, um die Herausforderungen der nächsten Jahre zu meistern.
Walter Veit bleibt optimistisch: „Wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass wir in der Lage sind, uns anzupassen und zu wachsen. Mit der richtigen Unterstützung können wir auch diese Krise überwinden.“