WK-Mandl: EU-Indien-Abkommen ist wichtiger Schritt in globaler Neuordnung

Klagenfurt am Wörthersee (OTS) – Die Wirtschaftskammer Kärnten
begrüßt die heutige Einigung zwischen
der Europäischen Union und Indien auf ein umfassendes Freihandels-
und Wirtschaftspartnerschaftsabkommen als einen bedeutenden
Meilenstein für die Zukunft der europäischen Wirtschaftspolitik.
„Nach fast zwei Jahrzehnten Verhandlungen haben die EU und Indien
einen strategisch wichtigen Handelsvertrag abgeschlossen, der den
Austausch von Waren und Dienstleistungen fördern, Handelsbarrieren
abbauen und neue Chancen für Wachstum und Beschäftigung eröffnen
wird“, erklärte heute WK-Präsident Jürgen Mandl.

Klares Zeichen gegen „Kanonenbootdiplomatie“

„Dieses Abkommen ist mehr als ein wirtschaftlicher Vertrag – es
ist ein klares politisches Signal in einer Phase der tiefgreifenden
Neuausrichtung globaler Kräfteverhältnisse“, so Mandl. „Mit zwei
Milliarden Menschen und einer dynamisch wachsenden Wirtschaft steht
Indien als Partner für nachhaltige wirtschaftliche Zusammenarbeit und
stabile Wirtschaftsbeziehungen. Kärntner Unternehmen, vom
Maschinenbau über die Lebensmittelindustrie bis zu Dienstleistern,
werden unmittelbar von einem erleichterten Marktzugang profitieren.“

Die wirtschaftliche Bedeutung des EU-Indien-Deals geht über
bilaterale Vorteile hinaus: In Zeiten wachsender geopolitischer
Unsicherheiten und weltweiter protektionistischer Tendenzen setze die
EU mit diesem Abkommen auf regelbasierte Zusammenarbeit,
wirtschaftliche Diversifizierung und strategische Stabilität,
unterstrich Mandl: „Ich sehe das als ausgesprochen interessanten
Gegenentwurf zur Wiederkehr der Kanonenbootdiplomatie, wie sie von
manchen Staaten neuerdings betrieben wird. Die EU ist mit
respektvoller Beachtung des partnerschaftlichen Umgangs miteinander
statt arroganter Machtdemonstrationen auf dem richtigen Weg, vielen
Ländern der Erde ein attraktives Angebot zur wirtschaftlichen
Zusammenarbeit zu machen.“

Mandl kritisiert Verzögerung des EU-Mercosur-Abkommens

Im gleichen Atemzug äußerte Mandl erneut scharfe Kritik an den
jüngsten Vorgängen rund um das EU-Mercosur-Abkommen, dessen
Inkrafttreten durch parlamentarische Verzögerungstaktiken zunehmend
auf die lange Bank geschoben worden sei. Während auf europäischer
Ebene über nahezu drei Jahrzehnte intensiv verhandelt wurde, würden
nun parlamentarische Manöver und die Anrufung des EU-Gerichtshofs den
weiteren Fortschritt blockieren. „Es ist verantwortungslos, ein
Abkommen von solcher Tragweite aus kurzsichtigen parteipolitischen
Motiven durch formale Taschenspielertricks zu gefährden“, so Mandl.
„Wir brauchen nicht nur Visionen, sondern auch den politischen
Willen, diese umzusetzen. Kärnten steht für offene Märkte und stabile
wirtschaftliche Rahmenbedingungen – Verzögerungstaktiken bringen uns
in einer Zeit globaler Konkurrenz nicht weiter.“

Mandl appelliert an alle EU-Abgeordneten, transparente,
sachorientierte und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen,
statt wirtschaftspolitisch bedeutende Projekte aus parteitaktischen
Erwägungen zu sabotieren: „Europa darf sich keine strategische
Selbstblockade leisten – weder beim Mercosur-Abkommen noch in
zukünftigen Partnerschaften.“