Freischreiber:innen fordern Ende von Armut trotz Vollzeit und kein Steuergeld für Ausbeutung!

Wien (OTS) – Die Situation freier Journalist:innen in Österreich ist
seit
Jahrzehnten prekär und hat sich zuletzt drastisch verschärft:
Lebenshaltungskosten sind massiv gestiegen, doch die ohnehin
dürftigen Honorare wurden selten an die Inflation angepasst. Derzeit
stehen zahlreiche Freie vor dem wirtschaftlichen Aus.

Dass diese Existenzbedrohung nicht nur ein subjektives Gefühl
ist, bestätigt auch die gestern von Medienminister Andreas Babler
präsentierte Studie Journalismusförderung in Österreich . Sie zeigt
u. a., dass freie Journalist:innen deutlich schlechter verdienen als
angestellte Kolleg:innen und ein Großteil der freiberuflich Tätigen
auf zusätzliche Einkommen angewiesen ist.

Vieles deutet darauf hin, dass freie Journalist:innen in
Österreich trotz Vollzeitarbeit unterhalb der
Armutsgefährdungsschwelle von 1.661 Euro leben. Dabei leisten sie
einen unverzichtbaren Beitrag zum Journalismus. Sie liefern
Reportagen aus entlegenen Gegenden und recherchieren oft monatelang
zu Korruption und Machtmissbrauch – genau jene aufwändige Arbeit, die
in vielen ausgedünnten Redaktionen kaum noch möglich ist.

Als einzige echte Vertretung der Interessen freiberuflicher
Journalist:innen in Österreich appellieren die Freischreiber: innen
an Medienminister Andreas Babler daher: “Bei der Reform der
Medienförderung muss die Situation freier Journalist:innen unbedingt
mitbedacht werden!”

Derzeit werden Medienhäuser in Form von Förderungen und Inseraten
mit Millionen an öffentlichen Geldern finanziert – auch wenn diese
ihre freien Journalist:innen zu wenigen Euro pro Stunde beschäftigen.
In anderen Branchen sind staatliche Förderungen und Aufträge an
soziale Mindeststandards gekoppelt. Daher fordern die
Freischreiber:innen anlässlich der Reform der Medienförderung: “ Kein
Steuergeld für Ausbeutung! Staatliche Gelder für
privatwirtschaftliche, profitorientierte Medien müssen an soziale
Mindeststandards gekoppelt sein. Nur wer seine freien
Mitarbeiter:innen fair bezahlt, soll als förderwürdig gelten ”, so
Johannes Greß, stv. Vorsitzender der Freischreiber:innen.

Neben privatwirtschaftlichen Medien wenden sich die
Freischreiber:innen auch an den ORF: “ Die Honorare, die Öffentlich-
Rechtliche bezahlen, reichen kaum, um davon leben zu können. Ein
Medium, das von allen Bürger:innen im Land finanziert wird, sollte
nicht auf der Ausbeutung zahlreicher freier Mitarbeiter:innen
basieren! ”

Babler kündigte im Herbst 2025 an, im Zuge der Reform der
Medienförderung solle “kein Stein auf dem anderen bleiben”. Dem
antworten die Freischreiber:innen: “ Wir lassen keinen Stein auf dem
anderen, solange freie Journalist:innen nicht anständig bezahlt
werden! ” Die ab heute anlaufende Kampagne #
KeinSteuergeldFürAusbeutung ist der erste Schritt.