Wien (OTS) – Am 26. April jährt sich die Reaktorkatastrophe von
Tschernobyl zum
40. Mal. Für Österreich ist dieser Jahrestag Mahnung und Auftrag
zugleich. Österreich lehnt Atomkraft seit der Volksabstimmung 1978
klar ab. Spätestens mit Tschernobyl wurde deutlich, dass
Atomkraftwerke niemals vollkommen sicher sein können. Diese Erfahrung
prägt die österreichische Anti-Atompolitik bis heute: ein
konsequentes Nein zur Atomkraft sowie der Einsatz für höchste
Sicherheitsstandards – gerade auch in Zeiten zunehmender
geopolitischer Spannungen.
Umweltminister Norbert Totschnig : „Tschernobyl hat uns auf
schmerzhafte Weise gezeigt, dass Atomkraftwerke Hochrisikoanlagen
sind. Sie sind verwundbar durch technische Fehler, menschliches
Versagen, Naturkatastrophen oder gezielte Angriffe. Die Ausbreitung
radioaktiver Stoffe kennt keine Grenzen. Wer Atomkraft als nachhaltig
bezeichnet, verkennt die Realität. Europa braucht ein klares Nein zur
Atomkraft. Dafür mache ich mich in Brüssel stark und wenn es sein
muss, beschreiten wir dafür eben auch den Rechtsweg. In Österreich
setzen wir auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Hier sind wir seit
vielen Jahren Vorreiter und wir werden diesen rot-weiß-roten
Erfolgsweg konsequent weitergehen.“
Zudem spricht sich Österreich entschieden gegen ein „Green-Washing“
der Atomenergie unter dem Deckmantel des Klimaschutzes aus. Atomkraft
ist weder erneuerbar, sauber noch eine heimische Energiequelle. Sie
ist teuer, risikobehaftet und hinterlässt ungelöste Abfallprobleme
für kommende Generationen. Daher bekämpft die Bundesregierung auch
vor dem EuGH die Einstufung von Atomenergie als nachhaltig im Rahmen
der EU-Taxonomieverordnung.
Gut vorbereitet im Ernstfall
Christina Raith, Leiterin der Abteilung Strahlenschutz im BMLUK,
betont : „Österreich ist auf radiologische Notfälle deutlich besser
vorbereitet als vor 40 Jahren. Wir haben einen direkten
Informationsaustausch mit den Nachbarländern etabliert und verfügen
heute über moderne Rechensysteme sowie ein engmaschiges
Radioaktivitätsmonitoring. Unsere Notfallpläne werden regelmäßig
geübt, sodass wir im Ernstfall rasch und wirksam Maßnahmen zum Schutz
der Bevölkerung setzen können.“
Moderne gesetzliche Grundlagen sowie eine enge internationale
Vernetzung und Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten, insbesondere
jene mit Kernkraftwerken, sorgen dafür, dass Österreich gut
vorbereitet ist. Durch bilaterale Abkommen ist ein direkter
Datenaustausch etabliert sodass man im Ernstfall sofort Bescheid
weiß.
Das österreichische Strahlenfrühwarnsystem zählt zu den dichtesten
Europas und gewährleistet eine permanente Überwachung der
radiologischen Lage. An über 300 Messstellen wird die Radioaktivität
kontinuierlich erfasst; die aktuellen Messwerte der wichtigsten
Messstellen sind jederzeit abrufbar auf der Website des BMLUK sowie
im ORF-Teletext (Seite 623). Ergänzend werden jährlich etwa 3000
Proben im Labor auf Radioaktivität untersucht. Beprobt werden zum
Beispiel Luft, Niederschlag, Gewässer, Lebensmittel und Trinkwasser.
Aufgrund des vereinbarten Informationsaustausches mit Nachbarstaaten
und dem Betrieb von speziellen Notfallsystemen können mögliche
Auswirkungen radiologischer Notfälle bereits frühzeitig abgeschätzt
werden. Dadurch können Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung
vorbereitet und zeitgerecht durchgeführt werden. Über aktuelle und
vergangene Ereignisse informiert das BMLUK transparent auf der
Website www.notfallschutz.gv.at.
