Wien (OTS) – – Solide Entwicklung trotz volatilem Umfeld: Die
Jahresperformance
der Betrieblichen Vorsorgekassen lag 2025 zwischen 1,62 % und 4,78 %.
Schon kleine Performance-Unterschiede führen langfristig zu spürbaren
Differenzen beim Endkapital.
– Veranlagtes Vermögen wächst weiter: Das verwaltete Kapital der
heimischen Vorsorgekassen ist bis Ende 2025 auf 23,7 Mrd. Euro
angewachsen. Im Vorjahr waren es 21,3 Mrd. Euro.
– Weniger Anbieter als die Jahre zuvor: Nach der Integration von fair
-finance in die BONUS Vorsorgekasse sind noch sieben Anbieter am
Markt aktiv. BONUS ist somit drittgrößter Player nach VBV und Valida.
Viele Unternehmen unterschätzen die Wirkung ihrer Vorsorgekassen-
Wahl, doch sie ist ein zentraler Baustein der finanziellen
Absicherung im Pensionsalter. Vor diesem Hintergrund analysiert das
GrECo Health & Benefits Team auch dieses Jahr wieder die
Leistungsfähigkeit der Betrieblichen Vorsorgekassen in Österreich.
„Jahr für Jahr scheinen die Unterschiede zwischen den Anbietern
marginal. Doch über Jahrzehnte hinweg addieren sie sich zu einem
echten Mehrwert beim Ruhestandsvermögen. Wichtig ist dabei: Wer einen
Wechsel plant, sollte bis 30. Juni 2026 aktiv werden, damit der neue
Anbieter mit 1. Januar 2027 wirksam wird“, erklärt Joachim Schuller,
Health & Benefits-Experte und Studienautor.
Zwtl.: 2025: Anspruchsvolles Marktjahr mit solider Performance
Das vergangene Jahr war von Unsicherheiten und Volatilität an den
Kapitalmärkten geprägt. Dennoch zeigten Österreichs Betriebliche
Vorsorgekassen erneut eine unter den aktuellen Rahmenbedingungen
solide Performance. Mit Jahresergebnissen zwischen 1,62 % und 4,78 %
bewies der Markt seine Stabilität trotz schwieriger Rahmenbedingungen
und knüpft damit an die positive Entwicklung der Vorjahre an.
Unterstützt wurde diese Entwicklung von insgesamt robusten
Kapitalmärkten sowie schrittweisen Leitzinssenkungen im
Jahresverlauf. Auch das verwaltete Vermögen stieg weiter an: Per 31.
Dezember 2025 lag das veranlagte Kapital der heimischen
Vorsorgekassen bei 23,7 Mrd. Euro – ein Plus von rund 2,4 Mrd. Euro
gegenüber dem Vorjahr.
Zwischen den Anbietern zeigten sich jedoch deutliche
Leistungsunterschiede: Während einige Vorsorgekassen mit ihren
Ergebnissen erneut über der Inflationsrate lagen, blieben andere
knapp darunter. Was kurzfristig noch wenig wirkt, kann sich über die
Jahre zum echten Gamechanger entwickeln: Selbst moderate Unterschiede
in der Performance wirken sich langfristig auf die Endperformance aus
– und damit direkt darauf, wie viel Kapital Mitarbeitenden bei
Pensionsantritt tatsächlich zur Verfügung steht.
Zwtl.: Marktkonsolidierung setzt sich fort
Eine wesentliche strukturelle Veränderung des Jahres 2025 war die
erfolgreiche Integration der fair-finance in die BONUS Vorsorgekasse
AG. Damit reduzierte sich die Zahl der Anbieter am österreichischen
Markt auf sieben. Gemessen am veranlagten Vermögen lag die VBV Ende
2025 mit einem Marktanteil von 34,17 % an erster Stelle, gefolgt von
Valida mit 24,16 % und BONUS mit 13,33 %. Damit bleibt der Markt
weiterhin stark konzentriert.
Zeitgleich zur stabilen Marktentwicklung nahm 2025 auch die
politische Diskussion über die Zukunft der „Abfertigung neu“ wieder
Fahrt auf. Im Fokus stand dabei vor allem die Frage, wie Instrumente
der betrieblichen Altersvorsorge künftig besser in das Gesamtsystem
der Altersvorsorge integriert werden können. Diskutiert wurde etwa
ein Generalpensionskassenvertrag, mit dem angespartes
Abfertigungsguthaben künftig einfacher und steuerfrei in eine
Pensionskasse oder betriebliche Kollektivversicherung übertragen
werden könnte. Auch die 100-Prozent-Bruttokapitalgarantie wurde
erneut thematisiert, da sie höhere Renditechancen langfristig
einschränken kann. Konkrete gesetzliche Änderungen gab es 2025 zwar
nicht, die Reformdebatte ist jedoch klar zurück auf der Agenda und
aktuelle Entwicklungen deuten darauf hin, dass es tatsächlich zu
einer zweiten Veranlagungsgemeinschaft – ohne Kapitalgarantie aber
dadurch mit höheren Ertragsmöglichkeiten– kommen wird.
Zwtl.: Ein Blick in die Zukunft – betriebliche Vorsorge bleibt ein
wichtiger Hebel
Klar ist: Um den Lebensstandard im Ruhestand zu sichern, wird
zusätzliche Vorsorge in Österreich immer wichtiger. Die reine
Finanzierung durch staatliche Pensionssysteme stößt zunehmend an ihre
Grenzen. Umso bedeutender werden ergänzende Lösungen über die 2.
Säule – die betriebliche Vorsorge. Für Unternehmen heißt das: Die
Wahl der passenden Betrieblichen Vorsorgekasse bleibt ein wichtiger
Faktor für die Bindung bestehender Mitarbeitende sowie beim Employer
Branding. Ist ein Wechsel der Betrieblichen Vorsorgekasse geplant,
muss dieser bis 30. Juni 2026 abgeschlossen sein, damit der neue
Anbieter mit 1. Jänner 2027 wirksam wird.
Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier:
https://bit.ly/4eE8GZM
