FCG/GPA Jugend: Bei „Always On“ geht man irgendwann „off“

Österreich (OTS) – Die EZA Youth Conference von 8. – 12. April 2026
fand unter dem Motto
„Always On“ statt. Junge Vertreter:innen aus Gewerkschaften,
Arbeitnehmerorganisationen, sowie zivilgesellschaftlichen Initiativen
aus ganz Europa kamen zusammen, um ein Thema zu diskutieren, das
viele längst täglich spüren: Den Druck, ständig erreichbar zu sein.
Im Zentrum der Diskussionen stand eine Erkenntnis: so sehr die
Digitalisierung den Alltag erleichtert und neue Möglichkeiten
schafft, so bringt sie auch eine Kehrseite mit sich. „Permanente
Erreichbarkeit, steigende Erwartungen und der unterschwellige Druck,
immer reagieren zu müssen, führen zu einer Belastung, die viele
bereits als neuen Normalzustand empfinden“, so Thomas Winter,
Bundesvorsitzender der FCG/GPA Jugend und Christian Randecker,
stellvertretender Bundesvorsitzender der FCG/GPA Jugend.

Besonders kritisch sehen die beiden, dass bestehende gesetzliche
Regelungen, etwa zu Arbeitszeiten und Ruhephasen, zwar Großteils
vorhanden sind, im Alltag jedoch oft nicht eingehalten werden. „Die
technischen Möglichkeiten, immer online zu sein, lassen Grenzen
zunehmend verschwimmen und verschieben schleichend das, was als
„normal“ gilt“, so Winter.

Digitalisierung bewusst gestalten, statt sie aufzuhalten

„Die Konferenz hat deutlich gemacht, dass wir hier nicht von
einem individuellen Problem sprechen. Es ist ein gesellschaftliches
Thema. So hilfreich Digitalisierung ist, sie darf nicht dazu führen,
dass permanente Erreichbarkeit selbstverständlich wird. Genau hier
braucht es ein Umdenken“, bekräftigt Randecker. „Die Ergebnisse aus
dem Experiment „3 Wochen ohne Smartphone“, welches zwischen 4. und
24. März 2026 an österreichischen Schulen durchgeführt wurde,
untermauern dies deutlich! Der temporäre Verzicht auf das Smartphone
machte sichtbar, dass ständige Erreichbarkeit und digitale Reize das
Wohlbefinden und die Konzentration merklich beeinträchtigen können.
Die Reduktion der dauerhaften Erreichbarkeit führte bei den
teilnehmenden Schüler:innen zu mehr Ruhe, Fokus und direkter sozialer
Interaktion“, ergänzt Winter.
„Die EZA Youth Conference zeigte damit klar: Die Herausforderung
liegt nicht darin, Digitalisierung aufzuhalten, sondern sie bewusst
zu gestalten. Damit sie den Menschen dient und nicht umgekehrt“, so
die beiden Jugendvertreter abschließend.