Samariterbund Wien: Armutsgefährdung steigt, Sozialmärkte werden auch für Junge und Studierende immer wichtiger

Wien (OTS) – Die heute von der Statistik Austria veröffentlichte
Armutsgefährdungsstatistik zeigt: 1.448.000 Menschen bzw. 16 Prozent
der Bevölkerung in Österreich sind aktuell armutsgefährdet (2025:
rund 1,29 Millionen bzw. 14,3 Prozent). Als armutsgefährdet gelten
Personen mit einem Haushaltseinkommen unter der EU-definierten
Armutsgefährdungsschwelle von 60 Prozent des Medianeinkommens. Für
den Samariterbund Wien bestätigt sich damit eine Entwicklung, die in
den Sozialmärkten bereits seit längerem sichtbar ist.

„Die aktuellen Zahlen spiegeln wider, was wir täglich erleben:
Immer mehr Menschen geraten finanziell unter Druck. Besonders
auffällig ist, dass zunehmend auch junge Menschen und Studierende
unsere Unterstützung und unser Hilfsangebot in Anspruch nehmen“, so
Benjamin Klemen, Leiter der Sozialmärkte beim Samariterbund Wien.

Zwtl.: Studierende kämpfen mit steigenden Lebenshaltungskosten

Die kürzlich veröffentlichte Studierenden-Sozialerhebung 2025
unterstreicht, wie angespannt die finanzielle Situation vieler junger
Menschen ist: Rund ein Viertel der Studierenden hat weiterhin mit
starken finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Gleichzeitig geben
Studierende durchschnittlich 586 Euro pro Monat für Wohnen aus – das
entspricht etwa 38 Prozent ihres Gesamtbudgets.

Auch die langfristige Entwicklung ist alarmierend: Die Kosten in
Studierendenheimen sind seit 2015 um 51 Prozent gestiegen. Zusätzlich
arbeiten 68 Prozent der Studierenden neben dem Studium, im Schnitt
20,2 Stunden pro Woche – für 71 Prozent von diesen ist diese
Erwerbsarbeit keine Wahl, sondern notwendig, um die
Lebenshaltungskosten zu decken. Diese Zahlen zeigen klar: Viele
Studierende leben am finanziellen Limit. Wenn ein so großer Teil des
Budgets für Wohnen aufgewendet werden muss, bleibt für Lebensmittel
oft zu wenig übrig.

Die fünf Sozialmärkte des Samariterbundes Wien bieten
einkommensschwachen Menschen Lebensmittel und Produkte des täglichen
Bedarfs zu stark reduzierten Preisen – und werden zunehmend auch von
Studierenden genutzt. Gerade angesichts steigender
Lebenshaltungskosten ermöglichen die SOMAs, das Haushaltsbudget
deutlich zu entlasten und finanziellen Spielraum zu schaffen.
Lebensmittel, Hygieneartikel und Co. werden hier um rund zwei Drittel
günstiger als in kommerziellen Supermärkten angeboten.

Zwtl.: Neue Armutsgrenze erweitert Zugang

Mit der aktuellen Armutsgefährdungsschwelle – 1.806 Euro
monatlich (21.668 Euro pro Jahr) für einen Einpersonenhaushalt (
zuvor: rund 1.661 Euro) – werden auch die Einkommensgrenzen für die
Einkaufsberechtigung in den SOMAs des Samariterbundes Wien angepasst.

„Die Anpassung der Einkommensgrenzen ist ein wichtiger Schritt,
um die Realität steigender Kosten abzubilden. Auch für junge Menschen
in Ausbildung ist es entscheidend, niederschwellige
Unterstützungsangebote nutzen zu können“, so Oliver Löhlein,
Geschäftsführer des Samariterbundes Wien. „Unsere Sozialmärkte sind
wichtiger denn je.“

Zwtl.: So können Sie unsere Sozialmärkte unterstützen

Ehrenamtliche Mitarbeit im Sozialmarkt:

Wir sind laufend auf der Suche nach ehrenamtlichen
Mitarbeiter:innen, die sich für unsere Sozialmärkte engagieren und
ein Zeichen gegen Armut setzen. Helfen wir gemeinsam, Menschen in Not
zu unterstützen.

Bei Interesse melden Sie sich bitte unter:
Telefon: +43 1 89 145 384
E-Mail: [email protected]

Geldspende:

Spendenkonto:
Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs Landesverband Wien
IBAN: AT65 2011 1287 6984 9600
BIC: GIBAATWW
Spendenzweck: „Sozialmarkt“

Spenden an den Samariterbund Wien sind seit 1. Jänner 2017
automatisch absetzbar.