Städtebund: Umweltverbund entscheidend für resilientes Verkehrssystem – Finanzierung sichern

Wien (OTS) – In den Städten und ihrem Umland wohnen gut 70 Prozent
der
österreichischen Bevölkerung – Grund genug für die Europäische
Kommission in der neuen Verordnung über Transeuropäische Netze die
Relevanz der „urbanen Knoten“ für das Gelingen der Mobilitätswende
hervorzustreichen. „Gerade in Zeiten steigender Energiepreise zeigt
sich, wie wichtig es ist, dass Menschen leistbare Alternativen zum
privaten Pkw vorfinden – wie Öffis, attraktive Radwege oder Angebote
der geteilten Mobilität in Städten,“ so St. Pöltens Vizebürgermeister
und Verkehrsstadtrat Michael Kögl , Vorsitzender des
Verkehrsausschusses des Österreichischen Städtebundes und Sprecher
für Mobilität des Europäischen Städteverbands „Rat der Gemeinden und
Regionen Europas“ (RGRE/CEMR).

Die Städte finanzieren den öffentlichen Verkehr und betreiben ihn
vielfach selbst. Mit der Einführung des Klimatickets und insbesondere
seiner regionalen Ausformungen (Klimaticket Regional) gehen
Mindereinnahmen der städtischen Verkehrsunternehmen einher für die
der Bund Ausgleichszahlungen gewährt. Leider werden diese vielerorts
von den Verkehrsverbünden nicht an die Städte zum Angebotsausbau
weitergeleitet, wie auch eine jüngste Studie des Bundesrechnungshofes
vom Herbst 2025 zeigt.

„Die Städte sind gefordert, das Öffi-Angebot auszubauen und tun
das, weil die Öffis im Vergleich zum eigenen Auto attraktiver werden.
Wir wünschen uns, dass Städte bei der Weiterentwicklung des
Klimatickets einbezogen werden, um den Herausforderungen, die uns in
naher Zukunft erwarten, entsprechend begegnen zu können und – auch im
übertragenen Sinne – heute und morgen alle mitnehmen können,“ führt
Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger aus.

„Steyr erweitert heuer den Stadtverkehr über die Stadtgrenze
hinaus. Die Energiepreissteigerungen gehen aber auch an den
städtischen Verkehrsunternehmen nicht unbemerkt vorüber. Es muss
sichergestellt werden, dass wir unsere attraktiven Ticketpreise und
unser Angebot künftig nicht nur halten, sondern auch ausbauen
können,“ so der Bürgermeister der Stadt Steyr Markus Vogl .

„In Linz setzen wir aktuell eine Öffi-Offensive um. Wir wollen
damit den Verkehr maßgeblich verbessern. Ohne den Ausbau der Öffis,
kann eine Stadt nicht erfolgreich wachsen. Dabei braucht es eine
bessere finanzielle Unterstützung der Städte,“ so Vizebürgermeister,
Verkehrsstadtrat der Stadt Linz und stellvertretender Vorsitzender
des Fachausschusses für Verkehr des Österreichischen Städtebundes
Martin Hajart . Verkehrsstadträtin Julia Granegger , Stadt Steyr
betont weiter: „Ein gut entwickeltes Radwegenetz ist mehr als nur
eine Infrastrukturmaßnahme – es fördert die Gesundheit der Menschen,
reduziert Verkehrsstaus und trägt zu einer attraktiven
Stadtgestaltung bei. Deshalb ist es jetzt wichtig, die richtigen
Weichen zu stellen, gezielt in sichere Radwege zu investieren und den
Radverkehr konsequent vom Zentrum aus nach außen auszubauen, damit
die bisher verstreuten Radwege zu einem durchgängigen Netz verbunden
werden, das Radfahrern optimalen Komfort bietet.“

Einsparungen im Bereich der aktiven Mobilität würden sich laut
Städtebund volkswirtschaftlich in Form erhöhter Ausgaben im
Gesundheitsbereich und im Bereich des ÖPNVs negativ auswirken.

Neben Beratungen zu den Themen Parken, Radverleihsysteme,
Elektromobilität, Automatisierung, Finanzierung des öffentlichen
Verkehrs und der europäischen Städtepolitik im Verkehrsbereich,
standen auch Fragen im Zusammenhang mit in der 36. StVO-Novelle
enthaltenen Möglichkeiten zur automationsunterstützten
Zufahrtskontrolle im Mittelpunkt der Diskussionen.

„Die 36. StVO-Novelle hilft uns, unsere Städte – auch in Graz –
sicherer zu machen. Das ist ein wichtiger Fortschritt. Gleichzeitig
sehen wir aber sehr deutlich: Ohne verlässliche finanzielle
Unterstützung durch den Bund stoßen Städte beim Ausbau sicherer Wege
für den Fuß- und Radverkehr sowie beim Öffi-Angebot an ihre Grenzen.
Wenn der Bund hier nicht entsprechend unterstützt, wird die
Mobilitätswende ausgebremst. Mobilität ist eine gemeinsame Aufgabe.
Dazu gehört auch, dass der Bund seiner Verantwortung gerecht wird,“
so Judith Schwentner , Vizebürgermeisterin der Stadt Graz und
stellvertretende Vorsitzende des Städtebund-Verkehrsausschusses
abschließend.