WKÖ-Bundesspartenobmann Roth: „E-Auto-Steuerpläne sind ein fatales Signal“

Wien (OTS) – Die geplante Abschaffung der steuerlichen Begünstigung
für privat
genutzte Firmen-Elektroautos stößt auf deutliche Kritik aus der
Wirtschaft. „Wer Unternehmen zuerst in Richtung E-Mobilität lenkt und
dann die Spielregeln ändert, beschädigt das Vertrauen in den Standort
und den Wirtschaftsstandort selbst massiv“, so Markus Roth, Obmann
der Bundessparte Information und Consulting der Wirtschaftskammer
Österreich (WKÖ). „Unternehmen haben in den vergangenen Jahren im
Vertrauen auf stabile Rahmenbedingungen in Elektromobilität
investiert, Flotten umgestellt und Infrastruktur aufgebaut“, ruft er
in Erinnerung. „Gerade bei längerfristigen Investitionen ist
Planbarkeit entscheidend. Rückwirkende Eingriffe sind da ein fatales
Signal.“

Wettbewerbsnachteile auf mehreren Ebenen: Rückwirkende Eingriffe
untergraben das Vertrauen

Besonders kritisch sieht die WKÖ-Bundessparte Information und
Consulting die Auswirkungen auf innovative Branchen wie die von ihr
vertretenen wissensbasierten Dienstleister im Wettbewerb um
Fachkräfte. „Die steuerliche Begünstigung von Firmen-E-Autos war ein
wichtiger Anreiz im internationalen Wettbewerb um qualifizierte
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wenn dieser wegfällt,
verschlechtert das die Attraktivität des Standorts spürbar.
Hochqualifizierte Fachkräfte sind mobil – sie orientieren sich
dorthin, wo die Rahmenbedingungen stimmen“, so Roth. „Das ist nach
der untergrabenen Planungssicherheit ein weiterer klarer
Wettbewerbsnachteil für Österreich.“

Klare und faire Übergangsregeln gefordert

Die geplante Besteuerung der Privatnutzung von Elektroautos aus
Firmenflotten soll laut aktuellen Plänen erhebliche Mehreinnahmen für
das Budget bringen. „Was sie aber unweigerlich auch bewirkt, ist: Sie
führt sie zu Mehrbelastungen für Unternehmen und genauso wie für
deren Beschäftigte und bremst den Umstieg auf klimafreundliche
Mobilität“, warnt er. Und Roth bringt ein konkretes Beispiel: Demnach
drohen Unternehmen mit 25 Firmen-Elektroautos und deren
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dadurch trotz
Lohnnebenkostensenkung Mehrkosten von rund 40.000 Euro pro Jahr.

Die WKÖ-Bundessparte Information und Consulting fordert zumindest
klare Übergangsregelungen: „Bestehende Anschaffungen und laufende
Investitionen müssen von Änderungen ausgenommen werden. Eine
Anwendung der neuen Regelungen sollte ausschließlich für
Neuinvestitionen ab einem klar definierten Stichtag gelten. So
könnten Planungssicherheit, Investitionsbereitschaft und Vertrauen in
den Wirtschaftsstandort zumindest teilweise gesichert werden“, so
Bundesspartenobmann Markus Roth abschließend. (PWK211/JHR)