Cybercrime, Sabotage, Spionage: Neue Bedrohungslage für Wiens Unternehmen

Wien (OTS) – Cyberangriffe, Sabotageakte und wirtschaftlich
motivierte Spionage
stellen Unternehmen zunehmend vor neue sicherheitspolitische und
organisatorische Herausforderungen. Betroffen sind nicht nur IT-
Systeme, sondern auch Führungskräfte, Mitarbeiter, Gebäude,
Lieferketten und sensible Unternehmensdaten.

Neben klassischen Cyberangriffen spielen gezielte Desinformation,
Wirtschaftsspionage sowie Angriffe auf kritische Infrastrukturen eine
zunehmende Rolle. Die Aufgabe des Verfassungsschutzes, der Direktion
Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) im Bundesministerium für
Inneres ist es, diese Gefahren frühzeitig zu erkennen, zu analysieren
und mögliche Bedrohungen für den Wirtschaftsstandort abzuwehren.

Die österreichische Wirtschaft war 2025 in hohem Maß von
komplexen internationalen Verflechtungen, technologischen
Innovationszyklen und den geopolitischen Spannungen geprägt.
Gleichzeitig stieg der Druck durch fremdstaatlich gesteuerte
Wirtschaftsspionage, hybride Einflussoperationen und kriminelle
Cyberangriffe. Unternehmen sämtlicher Branchen stehen damit zunehmend
vor der Herausforderung, nicht nur wirtschaftlich erfolgreich zu
agieren, sondern auch ihre Kernkompetenzen, Produktionsprozesse und
Forschungsdaten proaktiv zu schützen. Wirtschaftsschutz hat sich
daher zu einem zentralen Thema der nationalen Sicherheitsvorsorge
entwickelt.

Kleine und mittlere Unternehmen bilden besonders sensible Ziele.
Viele dieser Betriebe nehmen in ihren Marktsegmenten international
führende Positionen ein, ohne dass sie in der Öffentlichkeit große
Sichtbarkeit besitzen. Gerade diese „Hidden Champions“ verfügen über
spezialisiertes, schwer reproduzierbares Prozess- und
Fertigungswissen. Im Rahmen von Vorträgen weist die DSN die
verantwortlichen Führungskräfte auf diese Gefahren hin und zeigt
Möglichkeiten der Prävention auf.

Cybersicherheit in Wiens Betrieben
Längst sind nicht nur große Unternehmen Ziele von Cyberangriffen oder
Sabotage-Akten. Klein- und Mittelbetriebe kommen – auch aufgrund
automatisierter Angriffe teilweise auch mittels Künstlicher
Intelligenz – zunehmend ins Visier der Angreifer.

Die jährliche Erhebung der KPMG, an deren Umfrage auch die WK
Wien beteiligt war, malt ein relativ drastisches Bild. Der Angriff
gegen jedes sechste Unternehmen in Wien war erfolgreich. Und jedes
fünfte Unternehmen verzeichnete eine Zunahme der Angriffe gegenüber
dem Vorjahr.

„Cyberangriffe treffen nicht nur Großkonzerne. Gerade kleine und
mittlere Betriebe zählen zu den häufigen Zielen, weil
Sicherheitsmaßnahmen oft unterschätzt werden“, erläutert Martin
Heimhilcher, Obmann der Sparte Information und Consulting der WK
Wien. „Cybersicherheit ist daher kein Nice-to-have, sondern ein Muss
für jedes Unternehmen.“

Unterstützung durch die Wirtschaftskammer Wien
Die Wirtschaftskammer Wien unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe gezielt
beim Thema Cyber- und Informationssicherheit. Seit 2017 gibt es eine
eigene Cybersecurity-Hotline, die unter der Nummer 0800 888 133 an
sieben Tagen der Woche rund um die Uhr erreichbar ist und eine
Ersthilfe anbietet bzw. auf Wunsch den Kontakt zu einem auf
Cybersecurity spezialisierten IT-Dienstleister in der näheren
Umgebung des betroffenen Unternehmens herstellt.

Darüber hinaus gibt es auch Info-Veranstaltungen, die sich dem
Thema widmen. Um den finanziellen Schaden im Falle eines Angriffs
möglichst gering zu halten, gibt es die Möglichkeit einer
Cybersecurity-Versicherung. Erste Anlaufstelle ist hier der
Versicherungsmakler des Vertrauens, der das passende Produkt kennt.

„Viele Angriffe lassen sich durch einfache organisatorische und
technische Maßnahmen verhindern. Unser Ziel ist es, Betriebe dabei
konkret zu begleiten und Schwellenängste abzubauen“, so Heimhilcher.

Somit wird deutlich: Das Zusammenspiel von staatlicher
Sicherheitsarbeit, unternehmerischer Verantwortung und gezielter
Prävention kann die Widerstandsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts
nachhaltig stärken.