St. Pölten (OTS) – Anlässlich des Internationalen ME/CFS-Tages am 12.
Mai macht
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner auf die schwierige Situation von
Menschen mit dieser Erkrankung aufmerksam. Sie wünscht sich mehr
Bewusstsein, bessere Versorgung sowie verstärkte Forschung rund um
die schwere chronische Multisystemerkrankung.
„ME/CFS ist eine schwere und oftmals lebensverändernde
Erkrankung, die noch immer viel zu wenig sichtbar ist. Viele
Betroffene kämpfen nicht nur mit massiven gesundheitlichen
Einschränkungen, sondern auch mit fehlender medizinischer Versorgung
und mangelndem Verständnis“, so die Landeshauptfrau. Sie betont:
„Menschen mit ME/CFS dürfen mit ihrem Leid nicht alleine gelassen
werden.“
ME/CFS – Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom
– gilt als schwere neurologische Erkrankung. Viele Betroffene sind
dauerhaft arbeitsunfähig, ein erheblicher Teil ist haus- oder
bettgebunden. Internationale Studien und aktuelle Schätzungen gehen
davon aus, dass in Österreich mittlerweile rund 73.600 Menschen
betroffen sind, davon etwa 13.800 in Niederösterreich. Rund 20
Prozent der Erkrankten gelten als schwer oder sehr schwer betroffen.
Eine davon ist die 22-jährige Bettina Wurzenberger, die
Landeshauptfrau Mikl-Leitner kürzlich ins Landhaus St. Pölten zum
Austausch einlud. Nach dem Treffen unterstrich Mikl-Leitner: „Es
braucht Versorgungsstrukturen – spezialisierte Anlaufstellen, bessere
Diagnostik, mehr Forschung und eine stärkere Vernetzung zwischen
Medizin, Pflege und sozialer Unterstützung – um CE/CFS-Betroffene
besser unterstützen zu können.“ Die Landeshauptfrau spricht sich
zudem dafür aus, dass der Nationale Aktionsplan zu postakuten
Infektionssyndromen (PAIS) gemeinsam mit Expertinnen und Experten
sowie Betroffenenvertretungen weiterentwickelt wird. Ziel müsse sein,
wissenschaftliche Erkenntnisse rasch in die Praxis zu bringen.
„Hinter jeder Zahl steht ein Mensch, eine Familie und oftmals ein
Alltag voller Einschränkungen. Umso wichtiger ist es, dass wir als
Gesellschaft hinschauen, zuhören und gemeinsam daran arbeiten, die
Situation der Betroffenen Schritt für Schritt zu verbessern“, hält
Mikl-Leitner abschließend fest.
