75.000 illegale Ukraine-Eier gestoppt: Bauernbund fordert volle Transparenz bei Importware

Wien (OTS) – Nach den jüngsten Diskussionen rund um Import-Eier und
irreführende
Herkunftsaufmachungen sorgt nun ein weiterer Fall für Verunsicherung:
Das Wiener Marktamt hat mehr als 75.000 illegal importierte Eier aus
der Ukraine gestoppt. Die Eier waren nicht gestempelt und damit weder
hinsichtlich ihrer Herkunft noch ihrer Haltungsform ordnungsgemäß
gekennzeichnet. Damit entsprechen sie nicht den europäischen
Vermarktungsnormen.

„Der Fall zeigt klar: Ohne konsequente Kontrollen wäre diese
illegale Ware in den Markt gelangt. Das Wiener Marktamt hat richtig
gehandelt und genau das verhindert. Gleichzeitig macht der Fall
sichtbar, wie groß die Transparenzlücke bei Importware ist. Wer Eier
konsumiert, muss wissen können, woher sie stammen und unter welchen
Bedingungen sie produziert wurden“, betont Bauernbund-Präsident
Abg.z.NR DI Georg Strasser .

Kontrollen wirken, Standards müssen gelten

Der Bauernbund sieht im Einschreiten des Wiener Marktamts ein
wichtiges Signal für funktionierende Lebensmittelkontrollen. Gerade
bei Importware aus Drittstaaten braucht es konsequente Überprüfung,
klare Rückverfolgbarkeit und lückenlose Kennzeichnung. „Es geht nicht
um ein einzelnes Herkunftsland, sondern um ein Grundprinzip: Wer
Lebensmittel auf den europäischen Markt bringen will, muss die
europäischen Standards erfüllen. Nicht ordnungsgemäß gekennzeichnete
Ware darf weder in die EU noch nach Österreich gelangen“, so Strasser
.

EU-Ukraine-Abkommen: Angleichung reicht nicht

Immerhin verpflichtet das Handelsabkommen mit der EU die Ukraine,
bis 2028 europäische Standards einzuhalten. Diese liegen allerdings
immer noch unter den österreichischen Standards, da in Österreich
auch sogenannte ausgestaltete Käfige verboten sind. Österreichs
Legehennenhalter haben in den vergangenen Jahren massiv in moderne
Stallsysteme, Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit investiert.
Diese höheren Standards dürfen nicht durch intransparente Importware
unterlaufen werden.

„Österreich geht bei der Legehennenhaltung deutlich weiter als
viele andere. Unsere Betriebe erfüllen hohe Standards und tragen die
Kosten dafür. Deshalb braucht es klare Regeln für Importe und
konsequente Kontrollen, damit diese Standards nicht am Markt
ausgehebelt werden“, so Strasser .

Das eigentliche Problem endet nicht beim Frischei. Viele
importierte Eier gelangen nicht direkt als Schalenei in den Handel,
sondern werden industriell weiterverarbeitet, etwa zu Flüssigei oder
Trockenei. Danach landen sie in Backwaren, Nudeln, Süßwaren,
Fertigprodukten und Mayonnaise. Für Konsumenten ist dann oft nicht
mehr nachvollziehbar, woher die verwendeten Eier stammen.

Kontrollsystem stärken und gesetzliche Herkunftskennzeichnung

„Der Ausblick ist klar: Wir fordern eine Stärkung des
Kontrollsystems. Wir fordern, dass Importe in die EU österreichischen
und europäischen Standards entsprechen müssen. Und wir fordern eine
konsequente nationale und europäische Herkunftskennzeichnung. Nur so
schaffen wir Transparenz für Konsumenten und Fairness für unsere
bäuerlichen Familienbetriebe“, betont Strasser abschließend.