Milliardengrab Arbeitsunfall & neue Bedrohungen: Wie die AUVA heimische Betriebe mit neuen Schutzstrategien unterstützt

Wien / Innsbruck (OTS) – Die Zahl der Arbeitsunfälle in Österreich
ist im vergangenen Jahr auf
128.878 gesunken. Diese Entwicklung ist mehr als eine bloße
statistische Entspannung: Sie ist die messbare Konsequenz stetiger
Präventionsarbeit und belegt die Wirksamkeit langjähriger
Schutzmaßnahmen. (Zu den Jahreszahlen 2025 in kompakter Form: AUVA
Zahlen & Fakten 2025 )

Doch trotz dieses Erfolgs verbergen sich hinter der Bilanz teure
Dauerbrenner und neue Bedrohungsszenarien für Österreichs
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Lärmschwerhörigkeit und tödliche
Abstürze am Bau bringen nicht nur unsägliches Leid über betroffene
Familien, sondern kosten die Unternehmen Millionen, während der
Klimawandel und eine spürbar steigende Gewaltbereitschaft am
Arbeitsplatz nach neuen Herangehensweisen verlangen.

Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) nimmt das Forum
Prävention – die bedeutendste österreichische Fachveranstaltung zu
Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – in Innsbruck (19. bis 21.
Mai) zum Anlass, um gemeinsam mit rund 1.000 Expert:innen aus
Betrieben, Behörden, Interessensvertretungen und
Partnerorganisationen praxistaugliche Lösungen und Innovationen zu
diskutieren.

Teure Schwerkraft und die Gefahren des Lärms

Die klassische Industrie ist nach den Pandemiejahren wieder voll
im Fokus. Mit 814 anerkannten Fällen (62,3 Prozent) ist die durch
Lärm verursachte Schwerhörigkeit die mit Abstand häufigste
Berufskrankheit. Gleichzeitig liefert die Baubranche einen
dramatischen Befund: Neun von 14 tödlichen Absturzunfällen ereigneten
sich am Bau. Dies ist nicht nur mit unermesslichem menschlichem Leid
und Folgekosten für das Sozialsystem verbunden, sondern auch ein
massiver wirtschaftlicher Faktor: Jeder Absturz kostet ein
Bauunternehmen durchschnittlich 15.000 Euro für Entgeltfortzahlung,
Ersatzarbeitskräfte und Stillstandszeiten.

Hitze und Klima: Wenn das Wetter zur Gefahr wird

Die klassischen Unfallursachen werden zunehmend von neuen, globalen
Faktoren überschattet. Der Klimawandel und die damit einhergehenden
Extremwetterereignisse sind zu einem akuten Arbeitsschutz-Risiko
geworden. Auf dem Forum Prävention steht die Umsetzung der neuen
Hitzeschutzverordnung im Zentrum des Fachdiskurses. Ziel der AUVA ist
es, Unternehmen mit konkreten Checklisten und Beratung zur Seite zu
stehen, um Belegschaften vor den massiven gesundheitlichen Folgen von
Hitzestress zu bewahren – abseits von reinen Appellen zum
Wassertrinken.

Raues Klima: Gewalt als wachsende Bedrohung

Neben den physischen Rahmenbedingungen verschärft sich auch das
soziale Klima in vielen Branchen spürbar. Die AUVA registriert eine
Zunahme von Arbeitsunfällen infolge von Gewalt. Doch diese Vorfälle
bilden nur die Spitze des Eisbergs ab: Psychische Gewalt, verbale
Übergriffe, Belästigung und sexuelle Gewalt können in der reinen
Unfallstatistik in der Regel nicht erfasst werden. Um Betriebe hier
künftig noch besser zu unterstützen, bereitet die AUVA für den
weiteren Jahresverlauf eine Aufklärungsinitiative vor. Das
Notfallmanagement und die psychosoziale Betreuung von Betroffenen
nach traumatischen Ereignissen – wie etwa dem Amokfall an einem
Grazer Gymnasium im Vorjahr – bildet einen weiteren Fokus beim Forum
Prävention.

Prävention als bester Wirtschaftsfaktor

„Ein Arbeitsunfall oder ein hitzebedingter Krankenstand ist nicht
nur eine menschliche Belastung, sondern auch ein massiver
wirtschaftlicher Schaden für jedes Unternehmen. Die wachsenden
Bedrohungen durch Extremwetter oder Gewalt am Arbeitsplatz erfordern
neue Antworten. Als Partner der Wirtschaft ist es unsere Aufgabe,
genau diese Antworten im Sinne der Unternehmen und ihrer
Mitarbeiter:innen zu liefern. Auf dem Forum Prävention diskutieren
wir gemeinsam Strategien, die sich im Arbeitsalltag wirklich umsetzen
lassen – für mehr Sicherheit und starke Unternehmen“ , sagt Roland
Pichler, Stv. Generaldirektor der AUVA.

Das Forum Prävention findet von 19. bis 21. Mai 2026 im Congress
Innsbruck statt.
Alle Infos unter: Forum Prävention 2026

Zahlen & Fakten des Jahres 2025:
AUVA Zahlen & Fakten 2025