Wien (OTS) – Menschen, die Konserven stapeln, Trinkwasser horten oder
sich im
Keller auf Blackout und Atomkrieg vorbereiten, wurden lange
belächelt. Doch seit Krieg wieder nach Europa zurückgekehrt ist,
Energiekrisen zunehmen und politische Unsicherheiten wachsen,
erscheinen manche dieser Ängste plötzlich weniger abwegig. In der „Am
Schauplatz“-Reportage „Bunkerstimmung“ begegnet Ed Moschitz am
Donnerstag, dem 21. Mai 2026, um 21.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON
Menschen, die sich auf Blackout, Krieg oder Klimakatastrophen
vorbereiten. Er blickt in verlassene Bunkeranlagen des Bundesheers,
begleitet einen Schweizer Bunkerfachmann und besucht in Slowenien
einen Luxusbunker, in dem ein 14-tägiger Aufenthalt im Ernstfall mehr
als 1,2 Millionen Euro kostet.
Herr Patrick aus Vorarlberg bereitet sich seit mittlerweile 15
Jahren auf den Ernstfall vor. In seiner Wohnung lagern Wasservorräte,
ein Fluchtrucksack und stets griffbereit auch eine Pistole. Im Keller
befindet sich ein strahlensicherer Bunker. Der Verwaltungsbeamte ist
überzeugt: Ein länger andauernder Blackout würde die Gesellschaft
rasch an ihre Grenzen bringen.
Auch Herr Werner, ein pensionierter Straßenbahner aus Wien,
vertraut seit seiner Jugend weder Staat noch Politik. Seine
Gemeindewohnung hat er längst aufgegeben und ist in ein „sicheres
Bergdorf“ gezogen. Jahrelang mietete er sogar einen ehemaligen
Bundesheerbunker – für den Fall, dass die Weltlage endgültig kippt.
Andere setzen weniger auf Waffen oder Rückzug als auf
Selbstversorgung. Die pensionierte Volksschullehrerin Frau Ulrike hat
Hunderte Einkochgläser eingelagert und könnte ihre Familie im
Krisenfall wohl monatelang versorgen. Zwischen Vorratsregalen und
Katastrophenszenarien entsteht das Bild einer Stimmung, die irgendwo
zwischen vernünftiger Vorsorge, tiefem Misstrauen und tragikomischer
Endzeitfantasie pendelt.
Obwohl die Angst vor Krisen wächst, wäre Österreich auf den
Ernstfall derzeit nur begrenzt vorbereitet: Lediglich rund drei
Prozent der Bevölkerung hätten Zugang zu einem sicheren Schutzraum.
Anders die Schweiz, die massiv in die Modernisierung ihrer
Schutzanlagen investiert und für jede Bürgerin und jeden Bürger einen
Platz im Schutzraum vorsieht. Eine Reportage über Angst, Vorsorge und
die Frage, wie sicher wir uns in unsicheren Zeiten noch fühlen
können.
