Auch eine Lauf-App muss Schritt halten

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Fortschritt passt nicht immer allen. Gerade bei uns in Österreich wird bei Änderungen erstmal gemeckert. Das mussten jetzt auch die Macher der gefeierten Lauf-App Runtastic feststellen. Die haben für die kommenden Wochen große Neuerungen angekündigt: neues Interface, neuer Look und neuer Name. Dazu wird der Dienst nur noch über die App zu steuern sein, die Web-Version wird eingestellt. Dadurch sind mehrere Funktionen wie bestimmte Filteroptionen oder Herzfrequenz- und Gewichtsmessungen – zumindest vorerst – nicht mehr möglich. Das hat bei den Usern u. a. in den sozialen Medien für viel Gegenwind gesorgt. Der neue Chef Scott Dunlap, der seit Mai die Geschäftsleitung von Runtastic-Mitbegründer Florian Gschwandtner übernommen hatte, möchte sich voll auf die Entwicklung der App mit neuen Features konzentrieren. Dunlap ist in der Weiterentwicklung digitaler Geschäftsmodelle durchaus erfahren, beispielweise war er Vice President of Innovation bei Paypal.

Stillstand ist in Zeiten disruptiver Entwicklungen nicht mehr angesagt

Der Mittelstand im Allgemeinen, aber auch Start-ups, haben in Sachen Digitalisierung immer noch Nachholbedarf. Fortbildung und Spezialisierungen, wie sie beispielsweise medienreich anbietet, sind dringend notwendig. Runtastic galt jahrelang als Vorzeigeunternehmen und ist eines der bisher erfolgreichsten Start-ups im deutschen Raum. Gschwandtner hatte die App mit drei Kommilitonen entwickelt und 2009 rausgebracht. Es lief super, da viele Läufer, Rennradfahrer oder Triathleten von der damals neuen Möglichkeit ihre Routen per GPS tracken zu lassen, begeistert waren. Das entging auch großen Konzernen nicht. Axel Springer übernahm 2013 50,1 %, bevor Adidas vor vier Jahren gleich den gesamten Laden übernahm – für 220 Millionen Euro!

Startup-Szene in Österreich – da geht was

Runtastic ist natürlich ein gutes und schillerndes Beispiel dafür, wie aus einem kleinen Laden aus Linz ein wichtiger Baustein im Portofolio eines weltweit erfolgreichen Konzerns werden kann. Solche Erfolge machen es für weitere heimische Start-up-Gründer und Entwickler leichter mit ihren neuen Ideen Gehör zu finden. In Wien sind 68 Prozent aller heimischen Start-ups ansässig. Seit 2012 lockt jedes Jahr das „Pioneers Festival“ nationale und internationale Gründer, Entwickler und Risikokapitalgeber nach Wien. Es könnte aber noch besser laufen, denn das Klima für neue Ideen ist bei uns immer noch deutlich rauer als Mekka der Innovationen – dem im Silicon Valley.

Mit der Wirtschaftskammer nach Kalifornien

Dabei gibt es gute Möglichkeiten, sich vom Geist des Silicon Valleys inspirieren zu lassen – am besten selber hinreisen. Die Wirtschaftskammer arbeitet seit September 2017 eng mit der Stanford University zusammen und bietet regelmäßig Workshops in Kalifornien an. Die nächste Reise unter dem Motto „Future of Mobility: Autonomous vehicels“ findet Anfang Dezember statt. Auf der Rundreise werden auch Unternehmen und Start-ups direkt im Silicon Valley besucht, die ihre neusten Technologien im Automobilsektor vorstellen werden. Dazu wird der Branchenbericht „Zukunft der Personenmobilität – Trends aus dem Silicon Valley“ präsentiert. Diesen hat u. a. das future.lab der TU Wien verfasst. Österreichische Forschung ist bei Innovationen also ganz vorne mit dabei.