AK-Präsident Stangl: „Arbeiten bis zum gesetzlichen Pensionsalter ermöglichen“

Linz (OTS) – Gut vier von zehn Betrieben in Oberösterreich
beschäftigen keine über
60-Jährigen. Die Forderung von Wirtschaftsvertreter:innen nach einem
späteren gesetzlichen Pensionsantrittsalter geht aus Sicht der AK
Oberösterreich an der Realität vorbei. Schon jetzt ist es für ältere
Arbeitnehmer:innen äußerst schwierig, einen Arbeitsplatz zu finden.
Das liegt auch daran, dass zu wenige Unternehmen älteren
Arbeitnehmer:innen eine Chance geben. „ Anstatt das Pensionsalter
nach oben zu schrauben, müssen Unternehmen in die Pflicht genommen
werden, ältere Menschen zu beschäftigen “, sagt AK-Präsident Andreas
Stangl.

Aktuelle Zahlen des AMS zeigen: In Oberösterreich waren 12.372
Menschen ab einem Alter von 50 Jahren im Oktober 2025 arbeitssuchend
oder in Schulung. Das ist ein Anstieg von 7,7 Prozent gegenüber dem
Vergleichsmonat im Vorjahr. Wirtschaftsvertreter:innen fordern
regelmäßig eine Erhöhung des Pensionsantrittsalters und klagen über
zu wenige Arbeitskräfte. Gleichzeitig geben zu wenige Betriebe
älteren Arbeitnehmer:innen eine Chance.

Eine aktuelle Auswertung der AK Oberösterreich zeigt, dass rund
41 Prozent der Betriebe in Oberösterreich mit mehr als vier
Mitarbeiter:innen keine einzige Person über 60 Jahren eingestellt
haben. Studien des AMS oder auch des Stellenportals Stepstone zeigen
zudem, dass ältere Arbeitnehmer:innen bei gleicher Qualifikation viel
seltener eingestellt oder überhaupt zu Vorstellungsgesprächen
eingeladen werden.

Zusätzlich ist das Risiko, arbeitslos zu werden, bei 60- bis 64-
Jährigen im Vergleich zu anderen Altersgruppen am höchsten. Dabei
liegt hier ein hohes Potenzial: Würde die Beschäftigungsquote der 60-
bis 64-Jährigen von rund 32 Prozent im Jahr 2024 auf 60 Prozent
steigen, entspräche das mehr als 31.000 zusätzlichen Arbeitskräften
in Oberösterreich.

Um die Chancen für ältere Arbeitnehmer:innen zu verbessern,
fordert die AK Oberösterreich:

Die beste Pensionspolitik ist eine gute aktive
Arbeitsmarktpolitik, welche die Vollbeschäftigung zum Ziel hat. Hier
müssen auch die Unternehmen in die Pflicht genommen werden. Sie
dürfen sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung entziehen.

Um für Vollbeschäftigung zu sorgen, braucht es ein ausreichendes
AMS-Budget. Eine höhere Beschäftigungsquote bei älteren
Arbeitnehmer:innen würde die Pensionsausgaben massiv senken.

Arbeitsplätze müssen so gestaltet werden, dass alle Beschäftigten
gesund das reguläre Pensionsantrittsalter erreichen können.

Nein zur Erhöhung des Pensionsantrittsalters: Ein höheres
gesetzliches Pensionsantrittsalter bedeutet über Abschläge
Pensionskürzungen durch die Hintertür.