Wien (OTS) – Im Universitätsklinikum AKH Wien wurde erstmalig in
Österreich ein
Patient mit einer schweren rheumatologischen Autoimmunerkrankung mit
inhouse-hergestellten CAR-T Zellen behandelt. Die körpereigenen T-
Zellen des Patienten wurden in einem Speziallabor der
Universitätsklinik für Transfusionsmedizin und Zelltherapie von
MedUni Wien und AKH Wien mittels innovativster Technik aufbereitet
und anschließend an der Station für Knochenmarktransplantation der
Universitätsklinik für Innere Medizin I verabreicht. Die Initiative
ist darüber hinaus in das Competence Center for Inflammation and
Immunity (CCII) von AKH Wien und MedUni Wien eingebettet, dass die
translationale Zusammenarbeit der teilnehmenden Abteilungen
unterstützt und damit die Entwicklung neuer Therapieformen
beschleunigt. Der 57-jährige Patient der Klinischen Abteilung für
Rheumatologie, Universitätsklinik für Innere Medizin III, konnte
bereits entlassen werden und befindet sich weiterhin in ambulanter
Betreuung im AKH Wien.
Dieser Meilenstein in der Behandlung von Autoimmunerkrankungen
folgt auf die im April 2025 erteilte behördliche Zulassung zur
Herstellung von CAR-T Zellen an der Universitätsklinik für
Transfusionsmedizin und Zelltherapie. Das Projekt wurde durch einen
Forschungs-Grant der Stadt Wien im Rahmen der Initiative zur
Förderung interdisziplinärer Krebsforschung sowie durch Mittel von
AKH Wien und MedUni Wien ermöglicht.
Zwtl.: Akademische Zelltherapie als Zukunftsmodell
Mit dem Aufbau der Point-of-Care-Herstellung beschreiten das AKH
Wien und die MedUni Wien einen wegweisenden Schritt in Richtung
patient*innenzentrierter, universitärer Zelltherapie. Dieses Modell
ermöglicht die Entwicklung maßgeschneiderter Zellprodukte direkt am
klinischen Standort. Besonders im Fokus stehen Autoimmunerkrankungen,
die aufgrund ihrer Komplexität und des oft schweren klinischen
Verlaufes eine große Herausforderung darstellen und daher ein großer
Bedarf an innovativen Therapien besteht.
Zwtl.: CAR-T Zellen: Personalisierte Immuntherapie
CAR-T steht für „Chimäre Antigen Rezeptor T-Zellen“. Dabei werden
patient*inneneigene T-Zellen gentechnisch so verändert, dass sie
krankhafte Zellen gezielt erkennen und bekämpfen können. Während
diese Therapie ursprünglich für bestimmte Blutkrebserkrankungen
entwickelt wurde, eröffnet ihre Weiterentwicklung nun
vielversprechende neue Perspektiven in der Behandlung schwerer
Autoimmunerkrankungen.
Zwtl.: Studien zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen
Noch im Laufe dieses Jahres soll eine erste klinische Studie zur
Behandlung therapierefraktärer Autoimmunerkrankungen mit Point-of-
Care hergestellten CAR-T Zellen eingereicht werden. Die komplette
Prozesskette – von der Zellgewinnung über die gentechnische
Modifikation bis zur Rückgabe an die Patient*innen – wird dabei im
AKH Wien und an der MedUni Wien durchgeführt. Neben der geplanten
inhouse CAR-T Zellstudie sind weitere klinische Studien bei Patient*
innen mit schweren Autoimmunerkrankungen und in Kooperation der
Klinischen Abteilung für Rheumatologie, der Universitätsklinik für
Transfusionsmedizin und Zelltherapie und der
Knochenmarktransplantations-Einheit geplant bzw. in Vorbereitung.
Mit dieser Initiative unterstreichen das AKH Wien und die MedUni
Wien mit ihrem gemeinsam gegründeten Competence Center for
Inflammation and Immunity (CCII) ihre Rolle als Innovationsmotor in
der translationalen Medizin und setzen einen Meilenstein in der
Etablierung einer universitären, patient*innenorientierten
Zelltherapie in Österreich.