Wien (OTS) – Unabhängiger und ernsthafter Journalismus gerät
zunehmend unter
Druck. Gerade im digitalen Raum konkurrieren seriöse
Nachrichtenmedien mit Pseudo-News-Portalen um Aufmerksamkeit und
Reichweite. Das hat zur Folge, dass die Unterscheidbarkeit zwischen
unabhängiger Information und gezielter Desinformation immer
schwieriger wird. Gerade für die Politik aber auch für die
Werbewirtschaft ist es wichtig, Journalismus als wesentliche
Dienstleistung der liberalen Demokratie von anderen
Kommunikationsformen abzugrenzen.
Mit „Alles Journalismus, oder was?“ präsentiert die DATUM
STIFTUNG ihre erste Publikation zur Präzisierung und Stärkung des
unabhängigen und seriösen Journalismus. Der von Sebastian Loudon
und Luis Paulitsch herausgegebene Sammelband legt den Fokus auf eine
Abgrenzung des Journalismus zu anderen Kommunikationsformen – ein
Anliegen, das in Zeiten von Social Media und KI besonders dringlich
erscheint. Mit Beiträgen ausgewiesener Expert:innen formuliert die
Publikation konkrete Kriterien, die Politik, Medienschaffenden und
dem Publikum gleichermaßen Orientierung bieten sollen:
Die Medienforschenden Andy Kaltenbrunner und Renée Lugschitz
widmen sich der demokratiepolitischen Funktion des Journalismus und
der Unterscheidung von Propaganda. Der Medienberater Peter Plaikner
schildert die aktuelle Entwicklung der Parteimedienlandschaft O
̈sterreichs. Die Journalistin Katharina Zwins erläutert die
gestiegene Bedeutung von Faktenchecks, um Falschmeldungen im Netz zu
entlarven. Anschließend befasst sich Georg Lotz vom Presseclub
Concordia mit den Methoden parteiischer „Alternativmedien“ am
Beispiel von AUF1. Die Digital-Expertin Ingrid Brodnig analysiert den
wachsenden Einfluss von Social Media auf die Qualität
journalistischer Angebote. Am Ende zeigt der Medienjurist Walter
Strobl, dass Österreichs Gesetzgeber ein veraltetes
Journalismusverständnis pflegt und wie es anders ginge. Loudon und
Paulitsch legen in ihrem Beitrag eine praktisch anwendbare
„Checkliste“ vor, über die einfach festgestellt werden kann, ob ein
Medienangebot als journalistisch einzustufen ist oder nicht.
„Die Frage, welche Medien oder journalistischen Projekte künftig
öffentliche Förderungen oder Werbeeinnahmen erhalten, wird sich
direkt darauf auswirken, wie unsere mediale Öffentlichkeit – und
damit unsere Debattenkultur – zu den drängenden Themen unserer Zeit
aussieht und funktioniert“, betonen Anneliese Rohrer und Sebastian
Loudon vom Vorstand der DATUM STIFTUNG.
„Alles Journalismus, oder was?“ wurde erstmalig Mitte November
2025 im Rahmen der Stakeholder-Klausur „Acht Tische für die Vierte
Gewalt“ – eine gemeinsame Initiative von „Ein Versprechen für die
Republik“ und der DATUM STIFTUNG – präsentiert und ist ab sofort auf
der Website der DATUM STIFTUNG als E-Book frei zugänglich.
