Wien (OTS) – Das Ehrenamt ist tief in der ländlichen Gemeinschaft
verwurzelt. Ohne
dieses würde das Landleben oft nicht funktionieren, weil viele
Aufgaben, die das Miteinander über alle Grenzen hinweg stärken, von
Freiwilligen übernommen werden. “Das Ehrenamt ist damit der Motor der
Regionen, der für eine lebendige Gemeinschaft und den Zusammenhalt
auf dem Land sorgt“, betont Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger
anlässlich des Tages des Ehrenamtes am 5. Dezember. Eine wichtige
Rolle spielen dabei die Bäuerinnen: Ob bei Feuerwehr oder Vereinen,
der Brauchtumspflege oder kirchlichen Aktivitäten, der Organisation
von Bildungsangeboten, öffentlichen Aktionen oder der Mitwirkung in
Gremien und der Kommunalpolitik – ihr Einsatz ist unverzichtbar.
Zwtl.: Ein Einsatz, der nicht in Geld aufzuwiegen ist
Im Schnitt sind es zwei bis drei Stunden pro Woche, die eine
Bäuerin – neben Familie und Betrieb – in die Gemeinschaft investiert.
Bei jeder Fünften sind es bis zu sechs Stunden. “Die Bäuerinnen sind
damit tragende Säulen des ehrenamtlichen Lebens und unerlässlich für
die sozialen Strukturen am Land“, so Neumann-Hartberger. “Ihr Einsatz
ist nicht in Geld aufzuwiegen. Er ermöglicht gesellschaftliche
Teilhabe, Wissensaustausch und persönliche Weiterentwicklung. Er ist
ein wichtiger Faktor für die gesellschaftspolitische Mitgestaltung
und den Zusammenhalt im ländlichen Raum und Ausdruck gelebter
Solidarität.“
Das Beispiel der Schulaktionstage, die seit zehn Jahren
Ortsbäuerinnen in Volksschulen führen, um den Kindern den Wert von
Landwirtschaft und regionalen Lebensmitteln näherzubringen,
veranschaulicht eindrucksvoll die Bedeutung dieser ehrenamtlichen
Tätigkeit: Seit 2015 waren 16.200 Bäuerinnen in 18.000 Klassen im
Einsatz und haben mit dieser Aktion insgesamt 327.039
Schulanfänger:innen erreicht. Das entspricht 91.370 ehrenamtlichen
Stunden. Bei einem angenommenen Stundensatz von 35 Euro (entspricht
50% einer durchschnittlichen Handwerkerstunde einer Fachkraft), wären
das 3,1 Mio. Euro.
Zwtl.: Mehrwert und Herausforderungen des Engagements
“Sich unentgeltlich in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen,
ist tief im Selbstverständnis der bäuerlichen Familien verwurzelt und
gelebte Tradition. Für die Frauen auf den Bauernhöfen ist es Teil
ihrer Identität und Alltagserfahrung. Gleichzeitig stellt das
Ehrenamt hohe Anforderungen an Selbstorganisation und persönliche
Ressourcen, weshalb Selbstfürsorge – etwa das Setzen von Grenzen und
das Zulassen von Pausen – eine wichtige Voraussetzung für
nachhaltiges Engagement ist“, unterstreicht die Bundesbäuerin.
“Mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz beweisen die Bäuerinnen
gesellschaftliche Verantwortung, geben Orientierung und gestalten
Zukunft“, so die Bundesbäuerin. “Es liegt aber auch in der
Verantwortung der politischen Kräfte, Strukturen zu schaffen, die
Menschen auch künftig für ehrenamtliches Engagement motivieren, ihnen
die Chance für gesellschaftliches Lernen geben und damit die Basis
für die Weiterentwicklung der ländlichen Gemeinschaft stärken“,
appelliert Neumann-Hartberger. (Schluss)