Gries am Brenner (OTS) – Bundesminister Hanke war am 11.03.2026 zu
Besuch in Tirol und gemäß
Medienberichten besuchte er gemeinsam mit seinem Parteifreund
Verkehrslandesrat Zumtobel die Baustelle Luegbrücke in Gries am
Brenner. In früheren Zeiten gab es in die Politik noch mehr Vertrauen
und es war üblich, dass bei einem Besuch einer großen Baustelle auch
die zuständige Gemeinde informiert und zu einem Gespräch geladen
wurde. Nicht einmal der Tiroler Verkehrslandesrat hatte diesbezüglich
Interesse. Der Besuch der Baustelle wurde also zur Geheimmission.
Jedes Gespräch mit den Betroffenen sollte offenbar vermieden werden.
Bgm. Mühlsteiger aus Gries am Brenner vermutet sogar: „
Wahrscheinlich sehen die Verkehrsverantwortlichen die Zukunft des
Transitverkehrs mit fehlender Zulaufstrecke in Bayern und verspäteter
Fertigstellung des BBT mit gewissem Wohlwollen, weil dadurch der
Straßenverkehr über den Brenner steigen und zu deutlich mehr
Mauteinnahmen, geliefert nach Wien, führen wird. “
Somit darf sich die Politik nicht wundern, wenn sich nun dieses
Thema Transit noch stärker mit negativen Emotionen seitens der
Bevölkerung auflädt. Wahrscheinlich wird LR Zumtobel nach der
Landtagswahl im nächsten Jahr seine jetzige Position gar nicht mehr
innehaben. „ Schlimmer kann es beim Verkehr im Wipptal gar nicht
werden ”, meint Bürgermeister Mühlsteiger.
Das Thema Transitverkehr mit all seinen Auswirkungen auf die
Gesundheit und Lebensqualität hätte dem Bundesminister hautnah
erläutert werden können, aber lieber schauten die beiden die vielen
Kräne entlang der Baustelle Luegbrücke an. Ziemlich sicher ist der
Lobautunnel in Wien das einzig Relevante für den Bundesminister
Hanke.
Ähnliches Desinteresse zum Thema Transit zeigt Michael Eller,
Obmann des Tourismusverbandes Wipptal, der öffentlich meinte, die
angemeldete Kundgebung in Matrei auf der Brennerautobahn in den
Pfingstferien schade dem Tourismus im Wipptal. Eine sechsstündige
Unterbrechung der Autobahn behindert vielleicht kurzfristig nur die
Fahrten zum Gardasee. Obmann Eller verwechselt zusätzlich Pfingsten
mit dem Datum der Kundgebung. Pfingsten ist da längst vorbei und die
Kundgebung wurde bewusst später angesetzt, eine Woche später am
Samstag, den 30. Mai. Aber so klingt seine Aussage kräftiger, wird er
vermutlich meinen.
Bürgermeister Mühlsteiger macht deutlich, dass es bei der
Kundgebung auch und vor allem um die Reduktion des Transitverkehrs
und um die Beibehaltung des Wochenend- und Nachtfahrverbots geht und
somit um die Gesundheit der Bevölkerung im Wipptal, auch wenn BM
Hanke und LR Zumtobel ganz andere Prioritäten zu haben scheinen.
Es ist leider sehr enttäuschend, dass es seitens der hohen
Politik keine Nähe zur eigenen Bevölkerung mehr gibt.
