Christine Lavant Preis 2025 geht an Ulrike Draesner

Zwtl.: Der Christine Lavant Preis

Der mit Ꞓ 15.000 dotierte Preis für Lyrik und Prosa würdigt
Schriftsteller und Schriftstellerinnen, die in ihrem literarischen
Schaffen – so wie Christine Lavant – einen hohen ästhetischen
Anspruch mit humaner Haltung und gesellschaftskritischem Blick
vereinen.

2025 wird die Auszeichnung bereits zum 10. Mal vergeben. Die
bisherigen Preisträger und Preisträgerinnen sind Ausdruck des hohen
Anspruchs und der Wertschätzung für das Werk der großen Kärntner
Dichterin. Als erster Schriftstellerin wurde 2016 der Preis Kathrin
Schmidt zugesprochen; es folgten Bodo Hell, Claus Merz, Angela Krauß,
Judith Schalansky, Maja Haderlap, Alois Hotschnig, Yevgeniy Breyger
und 2024 Ann Cotten.

Die sechs-köpfige Jury, der Manfred Müller, Gudrun Hamböck,
Andreas Unterweger, Erich Klein, Alma Vallazza, Karin S. Wozonig
angehören, entschied für Ulrike Draesner . Die Lyrikerin,
Romanautorin, Essayistin und Übersetzerin gehört zu den
profiliertesten Schriftstellerinnen des deutschen Sprachraums.

Zwtl.: Die Begründung der Jury:

„ Ulrike Draesner überzeugte mit ihrem ebenso vielfältigen wie
umfangreichen Gesamtwerk. Sowohl ihre Gedichtbände als auch ihre
Romane gehören seit Jahrzehnten zum Lesenswertesten, was die
deutschsprachige Gegenwartsliteratur zu bieten hat.

Mit Themen wie Erinnerung und Körperlichkeit, Vertreibung und
Flucht sowie Neuinterpretationen von Geschichte und Mythen aus
Frauenperspektive behandelt die Autorin im Großen wie im Kleinen die
drängenden Fragen unserer Zeit. Ihre Freude am Erzählen und der auch
physischen Wirkmacht poetischer Sprache ist ansteckend, fast
unmerklich werden dabei die Grenzen unserer Wahrnehmung von Literatur
und Welt erweitert.

Ulrike Draesners Bücher sind sprachlich anspruchsvoll, aber nie
überfordernd, lehrreich, aber nie belehrend. Ob sie nun das Entstehen
menschlichen Sprechens in einem mehrspaltigen Versepos darstellt oder
heiter über die Wechseljahre philosophiert: Sie schreibt Literatur,
die uns alle angeht, Literatur, die man gerne rezipiert, kurz:
Literatur, wie sie heute gebraucht wird.“

Ulrike Draesner stammt aus München. Sie studierte an den
Universitäten München, Salamanca und Oxford Anglistik, Germanistik
und Philosophie und arbeitete als wissenschaftliche Assistentin am
Münchner Institut für Deutsche Philologie. Im Jahre 1993 gab sie ihre
wissenschaftliche Laufbahn zugunsten der schriftstellerischen Arbeit
auf. Seit 2018 ist sie Professorin für Deutsche Literatur und Erasmus
-Koordinatorin am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.

Ulrike Draesner verfasst in erster Linie Lyrik und Prosa. Sie
arbeitet häufig zusammen mit bildenden Künstlern und
Schriftstellerkollegen an sogenannten „intermedialen“ Projekten.
Dabei treten Draesners Texte mit Kunstformen wie Bildhauerei,
Aktionskunst und Musik in ein Spannungsverhältnis.

Bis jetzt liegen weit über 20 Buchveröffentlichungen vor, – u.a.
Subsong.Gedichte. 2014, Eine Frau wird älter. Ein Aufbruch 2018,
Schwitters.Roman 2018, doggerland.Gedicht 2021, Die Verwandelten.
Roman 2023

Im Sommer dieses Jahres sind penelopes sch( )iff . postepos über
den größten Mythos der abendländischen Kulturgeschichte im Penguin
Verlag erschienen sowie im Wallstein Verlag ihre Göttinger
Lichtenberg-Poetik-Vorlesung unter dem Titel Sich ein Herz fassen.

Ihr Werk wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet,
u.a. dem Eichendorff-Literaturpreis, dem Gertrud-Kolmar-Preis, der
Frankfurter Poetik-Dozentur, dem Usedomer Literaturpreis. Im Jahre
2021 erhielt Draesner den mit 50.000 Euro dotierten Großen Preis des
Deutschen Literaturfonds „Ulrike Draesner konfrontiert uns mit
Unvereinbarem und Schmerz. Sie experimentiert mit literarischen
Formen und fordert die Sprache heraus, ohne ihr Publikum dabei aus
den Augen zu verlieren. Ihre Lust am Erzählen und an der
Wirkungskraft des Wortes ist in jedem Band zu spüren – gleich ob
Prosa, Lyrik oder Essay – und sie ist so ansteckend, dass ihr die
Jury den Großen Preis des Deutschen Literaturfonds 2021 zuspricht.“

Ulrike Draesner ist auch als Übersetzerin tätig. Von ihr stammen
auch einige Übersetzungen aus dem Englischen, darunter zwei Bände der
2020 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichneten amerikanischen
Lyrikerin Louise Glück.

Zwtl.: Sophie von Kessel

Sophie von Kessel ist in Mexiko City geboren und wuchs in
Lateinamerika, Finnland, Österreich, Deutschland und den USA auf. Sie
lernte die Schauspielerei an der Juilliard School in New York und im
Uta-Hagen-Workshop in Berlin, bevor sie am Max-Reinhardt-Seminar
studierte und die Ausbildung mit Diplom abschloss. Von 1997 bis 2001
war Sophie von Kessel Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele, in
dieser Zeit erhielt sie auch den Staatlichen Förderpreis des
Freistaats Bayern für junge Künstler. Am Bayerischen Staatsschauspiel
war sie seit 2001 in zahlreichen Aufführungen zu sehen, 2008 und 2009
spielte sie die Buhlschaft in Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ bei
den Salzburger Festspielen. 2017 war sie an der Seite von John
Malkovich in JUST CALL ME GOD u. a. in der Elbphilharmonie Hamburg zu
erleben. Von 2011-2019 gehörte Sophie von Kessel zum Ensemble des
Residenztheaters München und spielte als Gast am Burgtheater in Wien.
Seit 2020 ist sie im Ensemble des Burgtheaters und ist aktuell in
„Die Ärztin“, „Phädra in Flammen“ und in „Der Nackte Wahnsinn“ zu
sehen.

Parallel zu ihrer Bühnenkarriere wirkte Sophie von Kessel unter
der Regie namhafter Regisseure in einer Vielzahl erfolgreicher
Fernseh- und Kinoproduktionen mit.

Zwtl.: Der musikalische Rahmen

Beim Jubiläum der Christine Lavant Preisverleihung im
RadioKulturhaus treffen drei Musiker:Innen aus unterschiedlichsten
Stilrichtungen aufeinander. Hannah Senfter, Soloharfenistin des
Kärntner Sinfonieorchesters, Tonč Feinig, Pianist und Komponist im
Alpe-Adria-Raum und Edgar Unterkirchner, international
ausgezeichneter Saxophonist und Komponist. Alle drei verbindet die
Freude am gemeinsamen Musizieren und der Entdeckergeist, neue
klangliche Wege und Welten auszuloten, die über das rein musikalisch
Handwerkliche weit hinaus reichen.

Hannah Senfter ist gebürtige Osttirolerin und spielt als Solo-
Harfenistin im Kärntner Sinfonieorchester und im Orchester des
Stadttheaters Klagenfurt. Sie studierte zusätzlich zu Harfe (u.a. in
Zürich bei Sarah O’Brien „Specialized Music Performance“) auch
Klavier und Germanistik.

Tonč Feinig setzt sich als Musiker, Komponist und Produzent für
einen regen kulturellen Austausch im Alpe-Adria-Raum ein. Aus der
zweisprachigen Region Kärntens stammend, fördert er mit seinem
genreübergreifenden, auf Jazzimprovisation basierenden Stil das
Miteinander.

Edgar Unterkirchner ist international ausgezeichneter Musiker und
Komponist, dessen künstlerisches Klang-Spektrum zwischen archaisch-
rural und urban-visionär schier unerschöpflich scheint. Aufgewachsen
in Christine Lavants Heimatort St. Stefan, lässt er selbst kleine
Räume so groß werden, wie die weite Welt.

Zwtl.: Matinee und Preisverleihung

Die festliche 10. Preisverleihung findet am Sonntag, den 5.
Oktober 2025, um 11 Uhr im RadioKulturhaus in Wien statt und wird von
herausragenden Künstlern und Künstlerinnen gestaltet: die
international bekannte Film- und Theaterschauspielerin Sophie von
Kessel wird Lyrik und Prosa von Christine Lavant lesen. Drei
großartige Musiker – Edgar Unterkirchner am Saxophon, Hannah Senfter
an der Harfe und Tonč Feinig am Piano – werden die Matinee
musikalisch umrahmen. ORF Kulturchef Martin Traxl moderiert.

Im Anschluss an die Verleihung des mit Ꞓ 15.000 dotierten
Christine Lavant Preises und der Rede der diesjährigen Preisträgerin,
laden wir ab 12:30 Uhr zu einem Empfang mit der Preisträgerin und den
Künstlern im Foyer des RadioKulturhaus. Das Ende der Veranstaltung
ist um 13:30 Uhr

Das RadioKulturhaus bietet ein Live-Streaming, ORF III überträgt
zeitversetzt die gesamte Verleihung und Matinee am 11. Oktober um
9.00 Uhr.

Zwtl.: Sponsoren, Förderer, Mitglieder

Die Aktivitäten der Internationalen Christine Lavant
Gesellschaft, im Besonderen die Dotierung des Christine Lavant
Preises mit Matinee und Preisverleihung, werden von der KELAG, der
Berndorf Privatstiftung, dem Land Kärnten, der Hans Schmid
Privatstiftung und durch die Beiträge der Fördernden und Ordentlichen
Mitglieder der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft
finanziell ermöglicht.

Zwtl.: Medienpartner:

Der ORF, das RadioKulturhaus und die Wochenzeitung DIE FURCHE
begleiten die Aktivitäten der Internationalen Christine Lavant
Gesellschaft als Medienpartner.

Weitere Informationen zur Internationalen Christine Lavant
Gesellschaft finden Sie auf der Website www.christine-lavant.com