Wien (OTS) – Die Welt blickt auf die Olympischen Winterspiele in
Mailand & Cortina
D‘Ampezzo und erlebt eindrucksvoll, was ein Comeback bedeutet: nach
Verletzungen wieder Höchstleistung zu erbringen, Belastungen gezielt
zu steuern und Regeneration konsequent zu nutzen. Aus Sicht der
Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation der
Medizinischen Universität Wien zeigt sich dabei ein Prinzip, das weit
über den Spitzensport hinausreicht. Moderne Physikalische Medizin
verbindet Hochleistungssport und Patientenversorgung durch gemeinsame
Grundlagen: gezielte Belastungssteuerung, Regeneration und
funktionelle Wiederherstellung.
Zwtl.: Regenerative physikalische Modalitäten im Sport
Regenerative physikalische Verfahren wie Extrakorporale
Stoßwellentherapie (ESWT), gepulste elektromagnetische Felder (PEMF),
Elektrotherapien, Photobiomodulation (PBM, kaltes Rotlicht) und
weitere können bei Sportverletzungen eine bedeutende Rolle spielen.
Sie zielen auf biologische Heilungsprozesse, verbessern die
Gewebeperfusion, modulieren Entzündungsreaktionen und unterstützen
die funktionelle Regeneration von Sehnen, Muskeln und Knochen.
Dadurch lassen sich Heilungsverläufe optimieren, Rezidive reduzieren
und die sichere Rückkehr zur Belastung fördern.
Zwtl.: Training gegen die Erkrankung – Onkologische Prähabilitation
und Rehabilitation
Parallel zu den sportlichen Höchstleistungen trainieren an der
Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation seit
über 25 Jahren Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen.
Strukturierte Bewegungsprogramme im Sinne der Prähabilitation und
Rehabilitation helfen, Therapien besser zu überstehen, Nebenwirkungen
zu reduzieren und die Teilhabe am Alltag zu verbessern. Ziel ist hier
nicht die sportliche Höchstleistung, sondern funktionelle
Selbstständigkeit, Lebensqualität und langfristige
Gesundheitsstabilität – kurz gesagt die (berufliche und soziale)
Teilhabe.
Frailty ist in der Onkologie ein zentraler, unabhängiger
Prognosefaktor und darf nicht mit hohem Alter gleichgesetzt werden;
sie bestimmt wesentlich die Therapie-Toleranz, Komplikationen und
damit auch das Überleben. Eine strukturierte geriatrische Bewertung
im Sinne eines onkogeriatrischen Assessents ermöglicht
individualisierte Therapieentscheidungen und verhindert sowohl Unter-
als auch Übertherapie. Durch multimodale Interventionen wie Bewegung,
Ernährung und Rehabilitation ist Frailty laut (Hernández-Aguiar Y,
Becerra-Bolaños Á, Rodríguez-Pérez A. Frailty and Oncology: An
Increasingly Common Combination. Cancer Med. 2026 Jan;15(1):e71499.
doi: 10.1002/cam4.71499. PMID: 41452623; PMCID: PMC12742549)
zumindest teilweise reversibel und verbessert Lebensqualität sowie
Behandlungserfolg. »Damit schließt sich hier der Kreis vom (Winter-)-
Spitzensport bis zur Prognoseverbesserung von älteren onkologischen
Patient:innen. Deswegen haben wir eine entsprechende
interdisziplinäre Ambulanz in unserem Haus implementiert.«, so
Crevenna.
Ob Spitzensport oder Krebsbehandlung bis zur Geriatrie –
Physikalische Medizin nutzt gezielte Belastung und Regeneration, um
Leistungsfähigkeit, Heilung und Teilhabe nachhaltig zu ermöglichen,
meint Crevenna.
Ansprechpartner:
Univ. Prof. Dr. Richard Crevenna, MBA, MSc, MSc
Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Physikalische Medizin
und Rehabilitation (ÖGPMR)
Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG)
Vorstand der Universitätsklinik für Physikalische Medizin,
Rehabilitation und Arbeitsmedizin
Leiter des Comprehensive Center for Musculoskeletal Disorders (CCMSD)
Leiter des Competence Centers für Arbeitssicherheit und
Gesundheitserhaltung (CCAG)
Medizinische Universität Wien – Universitätsklinikum AKH Wien
Tel: +43 1 40400 43330 bzw. +43 676 5191384
[email protected]
Referenz:
Hernández-Aguiar Y, Becerra-Bolaños Á, Rodríguez-Pérez A. Frailty and
Oncology: An Increasingly Common Combination. Cancer Med. 2026 Jan;15
(1):e71499. doi: 10.1002/cam4.71499. PMID: 41452623; PMCID:
PMC12742549.