Demokratie auf dem Prüfstand: Tierschutz Austria startet Petition gegen Mercosur-Abkommen

Wien/Vösendorf (OTS) – Mit einer neuen Petition fordert Tierschutz
Austria die
österreichische Bundesregierung auf, das EU-Mercosur-Abkommen
endgültig abzulehnen. Die Organisation warnt vor einem massiven
Höfesterben und unfairen Wettbewerbsbedingungen für heimische
Landwirt:innen. „Demokratie bedeutet auch, dass Beschlüsse des
Parlaments eingehalten werden. 2019 hat der Nationalrat klar Nein zu
Mercosur gesagt. Daran muss sich die Regierung halten“, betont
Madeleine Petrovic, Präsidentin von Tierschutz Austria.

Zwtl.: Massiver Strukturbruch droht

Bereits heute stehen Österreichs Bäuer:innen unter enormem Druck:
Von 2020 bis 2023 haben 9.745 Betriebe geschlossen – ein Rückgang von
8,8 % in nur drei Jahren. Seit 1990 hat sich die Zahl der Höfe um
mehr als ein Drittel reduziert. Das geplante Freihandelsabkommen mit
Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay wird diesen Trend weiter
verschärfen:

– Fleisch- und Agrarprodukte aus Südamerika könnten künftig nahezu
zollfrei importiert werden.

– Sie stammen vielfach aus Massentierhaltung, mit Hormonen,
verbotenen Pestiziden und gentechnisch verändertem Futter.

– Für die Produktion werden wertvolle Ökosysteme wie der Amazonas
oder der Gran Chaco zerstört.

„Unsere Landwirt:innen können gegen diese Bedingungen nicht
bestehen. Es geht nicht nur um bäuerliche Existenzen, sondern auch um
unsere Ernährungssicherheit, gesunde Lebensmittel und eine lebendige
Kulturlandschaft“, so Petrovic.

Zwtl.: Regierung muss klare Haltung zeigen

Während die EU-Kommission das Abkommen als „Meilenstein“ feiert,
wächst in Österreich die Skepsis. Bundeskanzler Christian Stocker (
ÖVP) und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) äußerten sich
zuletzt abwartend positiv. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig
(ÖVP) bekräftigte zwar seine ablehnende Haltung, doch der politische
Druck steigt.

„Gerade jetzt braucht es ein klares Signal aus Österreich. Ein
Nein zum Mercosur-Deal schützt nicht nur unsere Höfe, sondern auch
Klima, Tierwohl und faire Arbeitsbedingungen. Alles andere wäre ein
demokratiepolitischer Wortbruch“, erklärt Petrovic.

Zwtl.: Petition gestartet

Die Petition „Bauernsterben stoppen – Nein zum Mercosur-Deal!“
richtet sich direkt an die Bundesregierung. Tierschutz Austria
fordert:

1. Ein klares Nein Österreichs zum EU-Mercosur-Abkommen.

2. Die Einhaltung des Nationalratsbeschlusses von 2019.

3. Fairen Handel: Import nur von Produkten, die denselben Standards
entsprechen wie heimische Lebensmittel.

👉 Die Petition kann ab sofort online unterzeichnet werden :