Wien (OTS) – Wer offenen Auges durch Wien geht, kommt an zahlreichen
Denkmälern
vorbei. Doch nicht alle sind aus Stein gemeißelt oder aus Formen
geschlagen worden. Mehr als 400 Denkmale in Wien hat die größte
Künstlerin, die Natur, hervorgebracht. Solche Naturdenkmäler finden
sich in allen Wiener Bezirken.
Eine übersichtliche Auflistung gibt es im Wiener Stadtplan oder
auf der Seite der Stadt Wien – Umweltschutz. Wir laden Sie ein, die
Natur-Monumente in der Nähe bei einem Spaziergang zu erkunden. Die
meisten Wiener Naturdenkmäler sind mit Tafeln als solche
gekennzeichnet und leicht zu erkennen.
Hier geht`s zu den Wiener Naturdenkmälern
– im Stadtplan mit Objektsuche: www.umweltschutz.wien.gv.at/umweltgut
.
– Zu allgemeine Infos:
www.umweltschutz.wien.gv.at/naturschutz/gebiet/naturdenkmaeler
Zwtl.: Was ein Naturdenkmal ausmacht
Naturdenkmäler sind einzelne Bäume, Baumgruppen oder Alleen,
Gewässer, Gesteinsformationen oder sonstige landschaftsprägende,
seltene oder geschichtsträchtige natürliche Formationen. Die Gebilde
werden von der Wiener Naturschutzbehörde per Bescheid zum
Naturdenkmal (ND) erklärt – und das bereits seit beinahe 100 Jahren.
Viele Naturdenkmale beeindrucken durch ihr Alter, ihre
Erscheinungsform oder durch ihre kulturelle oder wissenschaftliche
Bedeutung. Das Mauthnerwasser im Prater (ND 646) etwa ist mitsamt
seiner Vegetation ein Relikt alter Aubestände. In der Kahlenberger
Straße lässt sich der Stand des Meeresspiegels aus früherer Zeit
ablesen (ND 762). Die historische Fassadenbegrünung an der Akademie
der bildenden Künste in Wien 2 (ND 857) ist eben so alt wie das rund
um 1900 entstandene Gebäude. Der Judasbaum im Innenhof des Alten AKH
im 9. Bezirk (ND 769) ist in unseren Breiten eine Rarität und
besticht durch seinen imposanten Strauchaustrieb und die violette
Blütenpracht. Der „Versteinerte Wald von Nachod“ im Burggarten ist
ein Fossil aus rund 280 Millionen Jahren alten Nadelbäumen (ND 862).
Den bislang einzigen freiliegenden historischen Gesteinsuntergrund in
der Innenstadt Wiens findet man im 9. Bezirk, in der Prechtlgasse (ND
859).
Naturdenkmäler sind gesetzlich geschützt, die Eigentümer*innen zu
Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen verpflichtet. Vorhaben, die ein
Naturdenkmal gefährden können, sind grundsätzlich unzulässig,
jedenfalls aber bewilligungspflichtig. Fragen dazu beantwortet die
Stadt Wien-Umweltschutz gerne!
Zwtl.: Zu besichtigen ohne Eintrittskarte
Könnten Naturdenkmäler reden, hätten viele davon Anekdoten von
früher zu berichten.
Die Mozart-Platane am Rennweg in Landstraße soll schon zu
Lebzeiten des Künstlers bestanden haben, als dieser im benachbarten
Haus Klavierunterricht erteilte (ND 9).
Die Lueger-Platane (ND 756) in der Innenstadt wurde erst nach dem
Tod des ehemaligen Wiener Bürgermeisters gepflanzt, im Jahr 1928 nach
der Enthüllung des Denkmals. Noch ein Wiener Bürgermeister, noch eine
Platane: Karl Seitz soll diese „An der unteren Alten Donau“ während
seiner Amtszeit 1929 selbst eingesetzt haben (ND 850). Der Weiße
Maulbeerbaum in der Weißgerberlände (ND 548) zeugt noch von der
Seidenproduktion in Wiener Vororten im 18. Jahrhundert. Die Bäume
wurden als Futterpflanzen für die Seidenraupen genutzt.
Nicht nur das Alter macht ein Naturdenkmal aus, der Schutzgrund
kann auch ein besonderer Lebensraum für seltene Arten sein. Auf der
Salzwiese in Penzing (ND 719) wächst die Sibirische Schwertlilie,
beim Tümpelbereich tummeln sich Feuersalamander und Zauneidechsen.
Der Goldberg in Favoriten (ND 795) beherbergt streng geschützten
Ziesel, am Stammersdorfer Friedhof (ND 757) findet die Waldohreule
ein ruhiges Plätzchen.
Nicht alle Naturdenkmäler sind öffentlich zugänglich, einige
stehen in privaten Innenhöfen oder in Gärten. Eine Vielzahl kann aber
jederzeit besucht werden und bietet einen besonderen, vielleicht
sogar neuen Blick auf die „alte“ Natur in Wien.
Pressebilder zu dieser Aussendung sind in Kürze unter
https://presse.wien.gv.at/bilder abrufbar. (Schluss)