Wien (OTS) – Im Rahmen des von der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG)
betreuten
Suizidpräventionsprogramms SUPRA wird auch in diesem Jahr der
Papageno-Medienpreis für suizidpräventive Berichterstattung durch das
Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und
Konsumentenschutz (BMASGPK), die österreichische Gesellschaft für
Suizidprävention (ÖGS), die Wiener Werkstätte für Suizidforschung,
den Verein Kriseninterventionszentrum Wien, den Verein zur Förderung
eines selbstbestimmten Umgangs mit Medien sowie den Österreichischen
Presserat ausgelobt. Verliehen wird der Preis von
Gesundheitsministerin Korinna Schumann. *****
Zwtl.: Schumann: „Berichterstattung kann Leben retten“
„Qualitativ hochwertiger Journalismus leistet einen bedeutenden
Beitrag zur öffentlichen Gesundheit. Medien, die verantwortungsvoll
über Krisen und Bewältigungsstrategien berichten, können Menschen in
schwierigen Lebenslagen Hoffnung geben und so suizidpräventiv wirken
– das ist der Kern des sogenannten Papageno-Effekts. Gerade in einer
Zeit, in der psychische Belastungen zunehmen, kommt Journalistinnen
und Journalisten eine besondere Verantwortung zu: ihre
Berichterstattung kann Leben retten.“ so Gesundheitsministerin
Schumann, die auch eine Neuerung im Rahmen des diesjährigen Papageno-
Medienpreises hervorhebt: „Mit der Erweiterung der Einreichkriterien
für den Papageno-Medienpreis in diesem Jahr öffnen wir den Blick noch
weiter: Beiträge, die die Überwindung psychosozialer Krisen
thematisieren – auch ohne explizite Suizidalität – können ebenfalls
eingereicht werden. Studien deuten darauf hin, dass das Erzählen von
Bewältigungswegen und die Sichtbarmachung von Hoffnung und Hilfe-
Möglichkeiten in Medien ebenfalls suizidpräventiv wirken. Diese
Entwicklung spiegelt die vielfältigen Formen wider, in denen Medien
einen positiven gesellschaftlichen Einfluss entfalten können.“
Seit den 1980er-Jahren ist ein deutlicher Rückgang der
Suizidhäufigkeit zu beobachten, dennoch sterben jährlich rund 1.200
Menschen in Österreich durch Suizid. Das entspricht rund
dreieinhalbmal so vielen Toten wie im Straßenverkehr. Die Zahl der
Suizidversuche wird zudem auf das Zehn- bis Dreißigfache der
tatsächlichen Suizide geschätzt.
Der Rückgang der Suizidrate ist unter anderem auf die
Medienrichtlinien zur Berichterstattung über Suizid zurückzuführen.
Diese gab es in Österreich als eines der ersten Länder weltweit. Sie
stellen national wie international eine Erfolgsgeschichte der
Suizidprävention dar. Ziel der Medienrichtlinien ist es,
Medienschaffende auf ihre gesellschaftliche und gesundheitspolitische
Rolle in der Berichterstattung hinzuweisen. Eine sorgsame
Berichterstattung über das immer noch tabuisierte Thema Suizid mit
Fokus auf der Bewältigung von Suizidalität und Krisen wirkt
suizidpräventiv („Papageno-Effekt“) und soll Imitationssuizide (
„Werther-Effekt“) verhindern.
Der Papageno-Medienpreis wird 2026 bereits zum achten Mal
verliehen. Angelehnt an den „Papageno-Effekt“ ist er nach der
gleichnamigen Figur aus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ benannt.
Papageno kann in der Oper seine anfänglichen Suizidgedanken mit Hilfe
von Anderen überwinden. Der Preis wird jährlich um den Welttag der
Suizidprävention (10. September) vergeben.
Zwtl.: Nominierung und Einreichung von Beiträgen
Die diesjährige Verleihung findet am 10. September 2026 im
Presseclub Concordia statt und ist mit 5.000 Euro dotiert. Für den
Papageno-Medienpreis 2026 sind Beiträge, die im Zeitraum von 1. Juli
2025 bis 30. Juni 2026 veröffentlicht werden, zugelassen. Die
suizidpräventiven Beiträge können von Autor:innen selbst, aber auch
durch Dritte mit vollständigen Unterlagen an papageno-medienpreis@
sozialministerium.gv.at bis 1. Juli 2026 eingereicht werden.
2026 werden außerdem die Einreichkriterien für den Papageno-
Medienpreis erweitert. Es können nun auch Beiträge eingereicht
werden, die die Überwindung psychosozialer Krisen generell
thematisieren. Suizidalität muss in den Einreichungen nicht zwingend
vorkommen. In Studien mehren sich Hinweise, dass Geschichten über die
Bewältigung psychosozialer Krisen auch suizidpräventiv wirken können,
wenn in der Geschichte selbst Suizidalität kein Thema ist.
Weitere Informationen zum Papageno-Medienpreis und zur
Einreichung finden Sie unter: www.sozialministerium.gv.at/papageno-
medienpreis
