Europa-Forum Wachau: Niederösterreich tritt der Initiative Hydrogen Europe bei

St. Pölten (OTS) – Im Rahmen des Europa-Forums Wachau am Campus Krems
ist
Niederösterreich am gestrigen Mittwoch der europäischen Initiative
Hydrogen Europe beigetreten. Dazu informierte Landeshauptfrau Johanna
Mikl-Leitner gemeinsam mit Jorgo Chatzimarkakis, CEO des europäischen
Wasserstoffverbandes Hydrogen Europe, und Lukas Renz, ab 1. Juni 2026
Sonderbeauftragter des Landes Niederösterreich für die europäische
Wasserstoffstrategie, bei einer Pressekonferenz.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sprach von „einem ganz
wichtigen Schritt in Richtung Energiezukunft“. „Wenn die Welt im
Umbruch ist und Staaten Energie als Waffe einsetzen, heißt es für
uns, den Weg nach vorne anzutreten und mehr Tempo hineinzulegen in
den ganzen Bereich der Energieunabhängigkeit. Mit dem Beitritt
Niederösterreichs zu dieser Initiative stärken wir die internationale
Vernetzung unseres Bundeslandes und gestalten europäische
energiepolitische Rahmenbedingungen mit“, führte Mikl-Leitner aus,
dass Niederösterreich so intensiver die europäische Energiepolitik
mitgestalten könne – betreffend Rahmenbedingungen, aber auch
Förderungen, Regulierungen und die Ausgestaltung des
Wasserstoffmarktes. Die Landeshauptfrau erinnerte an ihre
Delegationsreise nach Kroatien vor wenigen Wochen, wo etwa der Ausbau
zukünftiger Wasserstoffinfrastruktur im Fokus stand, und hob auch die
Kooperationen mit Bayern und Japan hervor.

Hydrogen Europe als „die zentrale Interessenvertretung der
europäischen Wasserstoffwirtschaft in Brüssel“ vereine heute mehr als
600 Mitglieder, über 40 europäische Regionen und mehr als 30
nationale Wasserstoffverbände entlang der Wertschöpfungskette – von
Energieversorgern über Industrie und Infrastrukturbetreiber bis hin
zu Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen, betonte Mikl-
Leitner die „Schlagkraft dieses Netzwerks“.

„Wasserstoff ist das Thema der Zukunft“, führte Mikl-Leitner aus,
dass Wasserstoff einen Beitrag zur Versorgungssicherheit, leistbaren
Energiepreisen und mehr Unabhängigkeit von fossilen Importen leisten
könne. Gerade im Zusammenspiel mit dem Ausbau von erneuerbaren
Energiequellen wie Photovoltaik und Windkraft sei Wasserkraft eine
entscheidende Speicherlösung, um Überschussenergie effizient nutzbar
zu machen. „Niederösterreich ist die Ökostromlokomotive“, führte die
Landeshauptfrau aus, dass die österreichische Wasserstoffstrategie
bis 2030 den Aufbau von 1 Gigawatt Elektrolysekapazität vorsehe, in
Österreich allein von 2021 bis 2024 öffentliche Forschungsprojekte im
Bereich Wasserstoff mit rund 166 Millionen Euro unterstützt wurden
und gleichzeitig bereits mehr als 110 Unternehmen und
Forschungseinrichtungen in der Hydrogen Partnership Austria
zusammenarbeiten, um den Wasserstoffhochlauf in Österreich
voranzutreiben.

„Investitionen in Wasserstoffprojekte schaffen zusätzliche Jobs“,
man stärke damit die Industrie und die Energiesouveränität, betonte
Mikl-Leitner, dass Wasserstoff auch ein Jobmotor sei. Lukas Renz als
neuer Wasserstoffbotschafter werde Türen zu neuen
Geschäftsmöglichkeiten, Technologietransfer und Kooperationen mit
führenden Unternehmen öffnen, sagte die Landeshauptfrau weiters:
„Wasserstoff soll dort eingesetzt werden, wo er den größten
wirtschaftlichen und klimapolitischen Nutzen bringt“, das sei in der
energieintensiven Industrie, bei alternativen Flugtreibstoffen und im
Güterschwerverkehr. „Mit dem Beitritt zu Hydrogen Europe
unterstreicht Niederösterreich seinen Anspruch, eine führende Rolle
in der europäischen Energietransformation einzunehmen“, so Mikl-
Leitner.

Jorgo Chatzimarkakis, CEO des europäischen Wasserstoffverbandes
Hydrogen Europe, sagte: „Österreich ist ein wichtiges Wasserstoffland
der ersten Stunde gewesen“, und er freue sich darüber, dass nun ein
neuer Impetus da sei. Österreich sei sehr stark bei erneuerbarem
Strom – das seien Elektronen und diese könne man auch in Moleküle
verwandeln, sprach Chatzimarkakis die Energiesouveränität an.
Überschüssigen Strom könne man in Wasserstoff verwandeln, speichern
und für den Transport und die Industrie nutzen. „Jetzt ist es an der
Zeit, das Narrativ des Klimaschutzes nicht aufzugeben, aber zu
ergänzen um das Narrativ der Resilienz. Wir werden diese
Energiesouveränität niemals erreichen, wenn wir nicht die
bürokratischen Hemmnisse, die rund um den Wasserstoff aufgebaut
wurden, beseitigen.“ Er freue sich, „dass mit Niederösterreich eine
starke Region, die für beides steht – für Tradition und Innovation –
dazu beiträgt, dass wir unsere Energiesouveränität aufbauen“.

Zur weiteren Stärkung der internationalen Position wurde Lukas
Renz, CEO und Gründer von HydroSolid GmbH, der voriges Jahr für ein
Jahr lang die Funktion des Young Energy Ambassador der EU-Kommission
übernommen hat, zum Sonderbeauftragten des Landes Niederösterreich
für die europäische Wasserstoffstrategie ernannt. Er wird damit ab 1.
Juni die Wasserstoff-Interessen Niederösterreichs vertreten. Er sehe
das Thema auch „extrem pragmatisch“, aber für ihn brauche es auch die
Kommunikation. Er habe „ein internationales Mindset“ und wolle das
von Europa und von Niederösterreich in die Welt hinaustragen. „Es
geht mir beim Thema Wasserstoff darum, eine Zukunftshoffnung
aufzubauen“, so Renz. Er sprach die Energiesouveränität an, die es
gelte zu verteidigen, damit man nicht mehr so stark abhängig von
Russland oder vom Iran sei. Außerdem sprach Renz auch die Möglichkeit
an, am Standort zu brillieren, seine Rolle als Sonderbeauftragter
sehe er als „Brückenbauer“.