Wien/Graz (OTS) – Mit Juni 2026 tritt die
EU-Entgelttransparenzrichtlinie in Kraft. Was
als Gleichstellungsmaßnahme verkauft wird, entpuppt sich in der
Praxis als neuer Bürokratiehammer – besonders für kleine Unternehmen.
Laut Informationsunterlagen müssen künftig selbst Betriebe mit nur 1
–10 Mitarbeitenden Einstiegsgehälter offenlegen, geschlechtsneutrale
Entgeltsysteme dokumentieren, interne Vergleichsgehälter ausweisen,
Auskunftsbegehren beantworten und Datenschutzrisiken bei Kleinstteams
managen.
Die Vorgaben greifen tief in die operative Arbeit ein:
Gehaltsspannen werden verpflichtend, die Frage nach früherem
Einkommen ist verboten, Beschäftigte können Durchschnittslöhne
vergleichbarer Funktionen nach Geschlecht getrennt abfragen, und
Arbeitgeber müssen jedes Entgelt objektiv und belastbar begründen
können. Gerade Kleinstunternehmen geraten dadurch in ein rechtliches
und organisatorisches Spannungsfeld, das sie weder verursacht noch
lösen können.
Die Freiheitliche Wirtschaft kritisiert, dass die Bundesregierung
tatenlos zusieht, statt sich gegen diese Überregulierung zu stemmen
oder zumindest praxisnahe österreichische Umsetzungsregeln
abzusichern. Ohne klare Leitlinien drohen Kosten, Unsicherheit und
ein weiterer Wettbewerbsnachteil gegenüber Ländern mit weniger
strenger Auslegung.
„Was hier ab 2026 auf Österreichs Wirtschaft zukommt, ist ein
weiterer Brüsseler Bürokratieakt ohne Hausverstand. Selbst
Kleinstbetriebe werden in Dokumentations- und Berichtspflichten
gedrängt, die sie zeitlich und finanziell überfordern. Die Regierung
muss endlich für praxistaugliche Regeln sorgen – Unternehmer brauchen
Unterstützung statt weiterer Belastungen“, so FW-Bundesobmann-Stv.
Thomas Kainz.