Wien (OTS) – Aktuelle Medienberichte über mutmaßliche Postenvergaben
im familiären
Umfeld der Spitze der Wirtschaftskammer Wien sind schwer erschütternd
und bestätigen die seit Jahren geäußerte Kritik an den Strukturen der
Kammer. Was hier öffentlich wird, ist kein Einzelfall, sondern
Ausdruck eines Systems, das sich immer weiter von den Interessen der
Unternehmer entfernt.
Mitten in Rezession, Kostenexplosion und wachsender
Bürokratielast entsteht der Eindruck, dass Kammerfunktionen zur
Versorgung des eigenen Umfelds genutzt werden, während
hunderttausende Betriebe verpflichtet sind, dieses System mit
Zwangsbeiträgen zu finanzieren. Das ist ein Affront gegenüber all
jenen, die tagtäglich Verantwortung übernehmen, Arbeitsplätze sichern
und den Standort tragen.
Gerade in einer Phase massiver Vertrauens- und Reformkrise wären
Transparenz, Zurückhaltung und Verantwortungsbewusstsein zwingend
erforderlich. Stattdessen verfestigt sich der Eindruck eines Systems
aus Privilegien, Postenschacher und interner Selbstbedienung – fernab
der Lebensrealität der Unternehmer.
Die Freiheitliche Wirtschaft verurteilt diese Vorgänge klar und
unmissverständlich. Ein Pflichtsystem ohne echte Kontrolle,
Wettbewerb und Konsequenzen begünstigt strukturell Machtmissbrauch.
Solange Unternehmer keine Wahlfreiheit haben, bleiben solche
Auswüchse möglich.
Die Konsequenz ist eindeutig: Pflichtmitgliedschaft beenden,
Kammer demokratisieren, Privilegien abbauen. Nur eine freiwillige
Interessenvertretung, die sich Vertrauen, Leistung und Transparenz
täglich neu erarbeiten muss, kann glaubwürdig sein.
Präsident der FW-Wien, Ronald Walter dazu:
„Wenn sich der Eindruck verfestigt, dass Kammerfunktionen zur
Versorgung des familiären Umfelds genutzt werden, ist das ein
massives Alarmsignal. Unternehmer zahlen verpflichtende Beiträge und
erwarten eine saubere, wirksame Interessenvertretung – keinen
Selbstbedienungsapparat. Dieses Pflichtsystem ist in dieser Form
nicht mehr tragbar und muss grundlegend reformiert oder beendet
werden.“