Wien (OTS) – Heute, Sonntag, findet die Befreiungsfeier in der
Gedenkstätte
Mauthausen statt. Zwischen August 1938 und Mai 1945 waren rund
200.000 Menschen im Konzentrationslager Mauthausen und seinen
Außenlagern inhaftiert, etwa die Hälfte wurde dort ermordet. „Heute
gedenken wir der Opfer des KZ-Systems Mauthausen. Ihre Geschichte ist
unser Auftrag, in unserem täglichen Tun dafür zu sorgen, dass es nie
wieder so weit kommt“, betont die SPÖ-Sprecherin für
Erinnerungskultur Sabine Schatz anlässlich der Internationalen
Befreiungsfeier in der Gedenkstätte Mauthausen. ****
„Man darf nicht glauben, dass das ‚Nie wieder‘ in Stein gemeißelt
ist – wir müssen jeden Tag wachsam sein, wenn Menschen rassistisch
diskriminiert werden, sei es am Arbeitsplatz oder im öffentlichen
Raum. Wir müssen einschreiten, wenn antisemitische Mythen bei
Firmenfeiern, in der Familie oder in den Medien reproduziert werden.
Wir müssen laut sein, wenn mit Sündenbockpolitik versucht wird,
Menschen gegeneinander aufzuhetzen“, so Schatz.
Seit Jahren steigen die Zahlen rechtsextremer Vorfälle und
Straftaten in Österreich. „Da dürfen wir nicht wegschauen. Leere
Worte helfen nicht – wenn wir heute von der Gedenkstätte nach Hause
fahren, müssen wir morgen den Kampf gegen Rechtsextremismus
fortsetzen“, erklärt Schatz und fordert eine rasche Umsetzung sowie
die ausreichende Finanzierung des Nationalen Aktionsplans gegen
Rechtsextremismus.
Thematischer Schwerpunkt 2026 mahnt zur Verantwortung in der
Gegenwart
Der thematische Schwerpunkt der Befreiungsfeier 2026 lautet
„Täter und Täterinnen im Nationalsozialismus“ – ein Schwerpunkt, der
besonders in der Gegenwart zu Umsicht und entschlossenem Handeln
mahnt. Täter und Täterinnen agierten auf unterschiedlichen Ebenen –
von unmittelbarer Gewaltanwendung bis hin zur administrativen
Organisation des NS-Terrors. Die Forschung zeigt, dass die Propaganda
des NS-Regimes den Boden für die schrittweise Entmenschlichung der
Opfer bereitete und dadurch die Beteiligung vieler Täter:innen erst
möglich machte. „Gerade deshalb müssen wir heute in unserer
historischen Verantwortung entschieden gegen jede Form von
Menschenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rechtsextremismus
auftreten“, so Schatz.
Die SPÖ-Abgeordnete bedankt sich beim Mauthausen Komitee
Österreich (MKÖ), das diese große Internationale Befreiungsfeier
jährlich organisiert. „Das ist ein großes Zeichen internationaler
Solidarität und trägt zur Bewusstseinsbildung bei“, schließt Schatz.
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