Wien (OTS) – Das Budget in Wien kracht an allen Ecken und Enden, die
Stadt kürzt
bei vielen sozialen Einrichtungen – und doch soll jetzt alleine für
die Planung des komplett neuen Mistplatzes in der Leopoldstadt 10
Millionen Euro ausgegeben werden, obwohl der bestehende Standort an
der Dresdner Straße modernisiert hätte werden können.
Für den Neubau des Mega-Mistplatzes am Park sind rund 40
Millionen Euro vorgesehen – eine Summe, die angesichts der
finanziellen Lage der Stadt Fragen aufwirft. Zum Vergleich: In
Stammersdorf wurde ein bestehender Mistplatz faktisch neu errichtet –
aber mit 4 Millionen Euro zu einem Bruchteil der Kosten. „Anstatt den
bewährten Standort in der Dresdner Straße zu adaptieren, soll nun auf
einer hochwertigen Fläche an der Freien Mitte ein völlig neuer,
autozentrierter Mistplatz entstehen – direkt neben einem großen Park
und künftigem Wohngebiet“, kritisiert Kilian Stark, Planungssprecher
der Grünen Wien.
Eine derart teure Neubaulösung verlangt volle Transparenz über
die Entscheidungsgrundlagen und die Standortauswahl. Denn rund um die
Prüfung möglicher Alternativstandorte herrscht völlige Intransparenz:
Niemand weiß, welche Standorte geprüft wurden, wer diese Prüfung
durchgeführt hat, nach welchen Kriterien bewertet wurde oder warum
die angeblich acht bis neun Alternativen ausgeschieden sind. „Wenn
selbst der betroffenen Bezirke keine Unterlagen bekommt, ist das kein
seriöser Umgang mit öffentlichen Mitteln“, so Stark weiter. „Dass es
in den beiden großen Bezirken Leopoldstadt und Brigittenau keine
einzige Alternative für einen Mistplatz gibt, ist unglaubwürdig.
„Auch Bernhard Seitz, stellvertretender Bezirksvorsteher der
Leopoldstadt, fordert Aufklärung: „Bürger:innen-Initiativen,
Petitionen und die gesamte Bezirkspolitik haben sich mehrfach gegen
den Standort an der Freien Mitte ausgesprochen. Die Bezirksvertretung
hat im März 2025 einstimmig beschlossen, den Mistplatz an der
Dresdner Straße zu modernisieren und wiederzueröffnen. Trotzdem
ignoriert die Stadt diesen Beschluss und setzt auf den teuersten und
umstrittensten Standort.“ Eine große Umfrage in der Leopoldstadt
bestätigte diese Haltung: 83 Prozent der Befragten befürworteten die
Sanierung des bestehenden Mistplatzes, nur 17 Prozent den Neubau an
der Innstraße. „Der Start der Planung darf nicht das Ende der Debatte
sein“, betonen Stark und Seitz.
„Die Stadt Wien muss endlich offenlegen, wie diese vorläufige
Entscheidung zustande kam. Wer behauptet, es gebe keine Alternativen,
muss die Fakten auf den Tisch legen. Der Mistplatz an der Freien
Mitte ist überteuert, intransparent und gefährdet die Lebensqualität
tausender Anrainer:innen. Die Planungen für den neuen Mega-Mistplatz
muss überdacht und seriöse Alternativen geprüft werden“.
