Linz (OTS) – Die Arbeitsmarktdaten für Jänner 2026 geben Anlass zur
Besorgnis. Die
Zahl jener Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen, ist in
Oberösterreich im Vergleich zum Vorjahr um 19,2 Prozent stark
gestiegen. Das bedeutet den stärksten Anstieg unter allen
österreichischen Bundesländern. Zugleich sank die Zahl der offenen
Lehrstellen innerhalb eines Jahres um rund 23 Prozent. „ Jetzt muss
rasch gehandelt werden, um diese Entwicklung zu stoppen “, sagt AK-
Präsident Andreas Stangl.
In Oberösterreich waren im Jänner 1.043 lehrstellensuchende
Jugendliche als sofort verfügbar vorgemerkt. Das sind 19,2 Prozent
mehr als im Jänner des Vorjahres und bedeutet überhaupt den höchsten
Jännerwert seit dem Jahr 2000. Kein anderes Bundesland weist einen
derart hohen Anstieg an lehrstellensuchenden Jugendlichen auf. Die
Situation spitzt sich zu, weil die Zahl der offenen Lehrstellen in
Oberösterreich markant um 22,9 Prozent auf 1.230 zurückgegangen ist.
Österreichweit fällt lediglich in Salzburg der Rückgang noch stärker
aus (- 29,2 Prozent). „ Die politisch Verantwortlichen auf
Landesebene sind nun gefordert, passende arbeitsmarktpolitische
Maßnahmen zu ergreifen und so jungen Menschen eine Perspektive zu
geben “, sagt AK-Präsident Andreas Stangl.
Mehr Engagement erwartet sich der AK-Präsident auch von jenen
Betrieben, die sich immer mehr aus ihrer Verantwortung stehlen und
die Lehrlingsausbildung einstellen. Sie sollen mehr junge Menschen zu
Fachkräften ausbilden und auch Jugendlichen mit nicht so guten Noten
eine Chance geben. Betriebe, die stets einen hohen Fachkräftebedarf
beklagen, sind daher gefordert, nachhaltig in die Ausbildung junger
Menschen zu investieren.
Ausbildungsfonds soll ausbildende Betriebe unterstützen
Um hierfür bessere Anreize zu schaffen, fordert AK-Präsident Andreas
Stangl einen Ausbildungsfonds. Betriebe, die keine Lehrlinge
ausbilden, zahlen ein, Betriebe, die hochwertig ausbilden, sollen
daraus Förderungen erhalten. Generell braucht es einheitliche
Qualitätsstandards für Lehrstellenförderungen damit sich die
Ausbildungsqualität verbessert.