Wien (OTS) – Die Intervention „Kein Platz für Diskussion?“ im
Jüdischen Museum
Wien, einem Museum der Wien Holding, thematisiert, wie schwierig es
ist, seit dem Massaker der Hamas in Israel am 7. Oktober 2023 und dem
darauffolgenden Krieg in Gaza, über den Nahostkonflikt zu sprechen.
Das Projekt fordert Museumsbesucher*innen dazu auf, sich Zeit zu
nehmen, zuzuhören und zu reflektieren – und erst danach zu
diskutieren. Das Rahmenprogramm zur Intervention bietet mit „Knit* (
in) the Museum!“ weiteren Raum für Gespräche und Reflexion, der
Vortrag „Der Krieg in Gaza und der Zwang, sich zu positionieren“ mit
Journalist, Jurist und Buchautor Ronen Steinke beleuchtet
völkerrechtliche Perspektiven und gesellschaftliche Auswirkungen in
Deutschland und Österreich.
Knit* (in) the Museum!
Sonntag, 27. Juli | 31. August | jeweils 16:00 Uhr | 14. September
2025 um 11:00 Uhr
Museen sind Aufenthalts- und Verweilorte, an denen sich
unterschiedliche Menschen treffen, auch um miteinander zu reden. Bei
„Knit (in) the Museum” können Besucher*innen beim gemeinsamen Häkeln
oder Stricken die Gedanken zur Intervention „Kein Platz für
Diskussion?“ kreisen lassen. Gemeinsam mit Vermittlungsleiterin
Hannah Landsmann entsteht so Raum für Gespräche, Reflexion und das
bewusste Ver- oder Enthüllen der eigenen Perspektive.
Das Programm ist angelehnt an Guerilla Knitting, Urban Knitting,
Radical Stitching, Yarn Bombing oder Knitted Graffiti – eine Form der
Streetart, bei der Dinge im öffentlichen Raum durch Stricken oder
auch Häkeln akzentuiert werden. Das Anbringen von gestrickten oder
gehäkelten Accessoires für die Stadt kann der Verschönerung dienen,
aber auch eine symbolische und politische Bedeutung haben.
Teilnahme mit Führungsticket (Ꞓ 3,-) & gültigem Eintritt. Wolle &
Nadeln vor Ort.
Der Krieg in Gaza und der Zwang, sich zu positionieren
10. September 2025 | 18:30 Uhr | Vortrag & Gespräch mit Ronen Steinke
und Barbara Staudinger
Israel oder Palästina? Ist der 7. Oktober 2023 der Anfang des
Konflikts? Kann man von Genozid sprechen und wer verübt ihn? Diese
Fragen treiben nicht nur in Deutschland und Österreich, sondern in
ganz Europa die Gesellschaften auseinander. Und es scheint, als würde
mit der Frage auch gleich die Antwort mitgegeben werden, die dann
auch die Seite bestimmt, auf der man steht. Raum für
Gleichzeitigkeiten, Differenzierungen oder für andere Perspektiven
ist in der politischen Verwertung des Konflikts und dem Zwang, sich
positionieren zu müssen, nicht gegeben. Dass es Instrumente wie das
Völkerrecht gibt, dessen Fokus auf zum Teil anderen Fragestellungen
liegt und das zu einem differenzierten Hinschauen zwingt, zeigt der
SZ-Journalist und Jurist Ronen Steinke in seinem Vortrag mit
anschließendem Gespräch.
In Kooperation mit der Deutschen Botschaft Wien | Eintritt frei |
Einlass ab 18:00 Uhr
Weitere Informationen & Bildmaterial:
jmw.at/kein_platz_fuer_diskussion
Barbara Staudinger: „In einer Zeit, in der die Gesellschaft in
höchstem Maße polarisiert ist, ist das Jüdische Museum Wien ein Ort,
an dem gelernt werden kann, andere Sichtweisen und Meinungen zu
akzeptieren und zu respektieren. Als Museum stehen wir für
Vielstimmigkeit, die sich in jeder unserer Ausstellungen ausdrückt.“
Zwtl.: Zur Intervention „Kein Platz für Diskussion?“
Mit der Intervention „Kein Platz für Diskussion?“ reagiert das
Jüdische Museum Wien auf die gesellschaftlichen und medialen
Verwerfungen nach dem Massaker der Hamas in Israel am 7. Oktober 2023
und dem darauffolgenden Krieg in Gaza. Ausgangspunkt ist die
präventive Verhüllung eines Holocaust-Mahnmals im Londoner Hyde Park
im April 2024 – eine Handlung, die symbolisch, politisch und
emotional tiefgreifende Fragen aufwirft: Was bedeutet Erinnerung in
Zeiten der Polarisierung? Für wen stehen Holocaust-Mahnmale – für
Israel, für unsere Erinnerungskultur, für den Konsens von „Nie
wieder“?
Kuratiert von Caitlin Gura und gestaltet von solo ohne – Studio
für Gestaltung, versammelt die Intervention Stimmen aus
unterschiedlichen Kontexten – u.a. Doron Rabinovici, Mitchell Ash,
Inbal Volpo, Rusen Timur Aksak, Osama Zatar, die Jüdische
Österreichische Hochschülerschaft und Vertreter*innen anderer
jüdischer Museen. Es geht nicht um schnelle Antworten, sondern um
Zeit zum Nachdenken: Die Besucher*innen sind eingeladen, sich
vielstimmig, aber nicht laut, mit der Gegenwart auseinanderzusetzen –
in einem bewusst offenen, nicht abschließenden Format.
Begleitende Blogposts vertiefen die dargestellten Objekte und
Positionen. Online unter Museumsblog | Jüdisches Museum Wien
Ort:
Jüdisches Museum Wien
Dorotheergasse 11, 1010 Wien
Sonntag bis Freitag, 10:00 bis 18:00
www.jmw.at
Pressefotos:
Die Fotos zur Aussendung sind im Pressebereich der Wien Holding
unter www.wienholding.at/Presse/Presseaussendungen abrufbar.
Honorarfreier Abdruck im Zuge der Berichterstattung unter Nennung des
Copyrights.