Kinderrechte stärken heißt handeln – für psychische Gesundheit und Schutz

Wien (OTS) – Zum Internationalen Tag der Kinderrechte am 20. November
erinnert der
Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) daran, dass
der Schutz und die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
zentrale Aufgaben der Gesellschaft sind. Besonders fremdbetreute
Kinder, etwa jene in Wohngemeinschaften oder Einrichtungen von
Organisationen, brauchen ein stabiles Umfeld, in dem ihre Rechte
geachtet und ihre psychischen Bedürfnisse ernst genommen werden.

Kinder haben das Recht, gehört und geschützt zu werden – gerade
dann, wenn sie Gewalt, Missbrauch oder Vernachlässigung erleben.
Entscheidend ist, dass jedes Kind weiß, an wen es sich wenden kann,
wenn es sich unsicher oder bedroht fühlt, und dass in solchen Fällen
rasch, professionell und wirksam gehandelt wird.

„Kinder brauchen Erwachsene, die hinsehen, zuhören und handeln.
Gerade fremdbetreute Kinder müssen wissen, dass sie nicht allein sind
und dass es Menschen gibt, die sie ernst nehmen und für ihren Schutz
sorgen“, sagt Béa Pall, Psychotherapeutin und Leiterin des ÖBVP-
Projekts fit4SCHOOL .

Mit dem Projekt fit4SCHOOL setzt der Verband genau hier an:
Psychotherapeut:innen arbeiten direkt an Schulen mit Kindern, Eltern
und Lehrkräften zusammen, um psychische Belastungen frühzeitig zu
erkennen und rechtzeitig Unterstützung anzubieten, bevor Krisen
eskalieren. Die Erfahrungen zeigen, dass präventive
psychotherapeutische Präsenz im schulischen Umfeld wesentlich dazu
beiträgt, Kinder zu stärken und Schutzsysteme zu verbessern.

Kinder, die sich bedroht, unsicher oder verletzt fühlen, können
sich jederzeit an vertraute Erwachsene oder an offizielle
Hilfsstellen wenden – etwa an Rat auf Draht (147, kostenlos und
anonym), an die Kinder- und Jugendanwaltschaften (KiJa) in den
Bundesländern oder direkt an Psychotherapeut:innen ihres Vertrauens.

„Psychische Sicherheit ist ein Kinderrecht. Wenn Kinder früh
lernen, dass ihre Gefühle zählen und Hilfe verfügbar ist, schaffen
wir die Basis für gesunde Entwicklung und Vertrauen in die Welt“, so
Pall abschließend.

ÖBVP-Präsidentin Barbara Haid betont die gesellschaftliche
Verantwortung:

„Kinderschutz darf nicht vom Zufall abhängen. Es braucht klare
Strukturen, leicht erreichbare psychotherapeutische Unterstützung und
eine Politik, die die psychische Gesundheit von Kindern als Priorität
begreift. Nur so schaffen wir echte Chancengerechtigkeit und
langfristigen Schutz.“

Der ÖBVP fordert daher:

Flächendeckenden Zugang zu psychotherapeutischer Unterstützung
für alle Kinder und Jugendlichen – unabhängig von ihrer sozialen oder
institutionellen Situation.

Verpflichtende psychotherapeutische Ansprechpersonen in
Einrichtungen für fremdbetreute Kinder, um frühzeitig Schutz,
Begleitung und Intervention zu gewährleisten.

Langfristige Förderung und strukturelle Verankerung von Projekten
wie fit4SCHOOL , um psychische Prävention in Bildungseinrichtungen
nachhaltig sicherzustellen.

Verstärkte Sensibilisierung und Schulung von Pädagog:innen,
Betreuungspersonen und Entscheidungsträger:innen im Bereich
psychische Gesundheit und Kinderschutz.