Wien (OTS) – Der Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV) setzt einen
weiteren Schritt in
Richtung modernste Spitzenmedizin: Die Klinik Landstraße hat einen OP
-Roboter der neuesten Generation in Betrieb genommen. Gleichzeitig
ist die umfassende Sanierung des OP-Bereichs abgeschlossen. „So
beeindruckend diese Technologie auch ist – sie bleibt nur so gut wie
die Menschen, die sie einsetzen. Wir haben das große Privileg, auf
Teams aus Ärztinnen und Ärzten, aus der hochspezialisierten OP-Pflege
sowie aus den medizinisch-therapeutischen und diagnostischen
Gesundheitsberufen zurückgreifen zu können, die nicht nur exzellent
ausgebildet sind, sondern auch neugierig, engagiert und offen für
Innovation. Ein OP-Roboter ersetzt weder die chirurgische Expertise
noch das eingespielte OP-Team. Roboter assistierte Chirurgie
erweitert vielmehr unsere Möglichkeiten und unterstützt eine noch
effektivere Nutzung der verfügbaren Ressourcen“, betont Michael
Binder, Medizinischer Direktor des Wiener Gesundheitsverbundes.
Zwtl.: Modernste OP-Robotik für Chirurgie und Gynäkologie
In der Klinik Landstraße kommt der neue Da Vinci-Roboter in der
minimalinvasiven Chirurgie und Gynäkologie zum Einsatz. Der Einstieg
in die roboterassistierte Chirurgie ist anspruchsvoll, aber klar
strukturiert. Nach einer theoretischen Schulung erfolgt ein
Simulationstraining, mit dem die Hand-Auge-Koordination, die
Präzision und die Bewegungsabläufe geübt werden. Anschließend erfolgt
das praktische Training im Labor an Modellen und nach erfolgter
Zertifizierung beginnt die Tätigkeit im Operationssaal, zunächst
unter Supervision erfahrener Anleiter*innen. Das Team der Klinik
Landstraße nutzt das System bereits für komplexe Eingriffe.
„Von der Magen-Darm-Chirurgie bis zur endokrinen Chirurgie – die
Robotik erweitert unser Spektrum minimalinvasiver Eingriffe. Unsere
Patient*innen erholen sich nach den Eingriffen schneller als nach
herkömmlichen Operationen“, sagt Philipp Riss, seit September
Vorstand der Chirurgischen Abteilung an der Klinik Landstraße. „Auch
im Bereich der Schilddrüsenchirurgie nutzen wir zunehmend robotische
Techniken, um Narben am Hals zu vermeiden und mit höchster Präzision
zu operieren“, ergänzt Chirurg Max Schneider, der im Wiener
Gesundheitsverbund die erste minimalinvasive Schilddrüsen-Operation
über die Achsel in Österreich durchgeführt hat.
„Der OP-Roboter eröffnet in der Gynäkologie neue Möglichkeiten,
besonders bei Endometriose, Myomen oder onkologischen Eingriffen. Die
Vorteile für die Patientinnen sind enorm: weniger Schmerzen,
schnellere Erholung und höchste Genauigkeit. Die Robotik erfordert
jedoch nicht nur technisches Können, sondern auch chirurgische
Erfahrung und Kommunikationsfähigkeit. Der Roboter ist kein Ersatz
für die Operateur*innen, er ist ein Werkzeug, das unsere
Möglichkeiten erweitert“, erklärt Gynäkologin Melisande Messner-Kolp.
Zwtl.: Hightech OP-Saal nach umfassender Sanierung
Mit seinem Rahmenbauprogramm setzt der Wiener Gesundheitsverbund
durch seine Projektentwicklungs- und Baumanagement GmbH aktuell das
größte Modernisierungs-projekt seiner Geschichte um. Alle WIGEV-
Kliniken werden in Zukunft mit modernster Betriebsorganisation
aufwarten. Ebenso werden modernste Medizintechnik, eine
energieeffiziente Gebäudetechnik, sowie ein umweltschonendes
Gebäudemanagement zum Einsatz kommen. Die WIGEV-Kliniken werden zu
zeitgemäßen „healing hospitals“, nicht zuletzt durch die Etablierung
von 1- bis 2-Bettzimmern für Patient*innen. Über allem steht
selbstverständlich die Sicherung der bestmöglichen Versorgung für
Patient*innen in Wien. Jeweils zwei WIGEV-Partnerspitäler einer
Versorgungsregion erfüllen gemeinsam die medizinische Versorgung
dieser Region. Damit sind kurze Wege für alle Wiener*innen, die eine
Spitalsbehandlung benötigen, gewährleistet.
In der Klinik Landstraße werden bis 2027 umfassende
Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen sein. Wie
komplex diese Modernisierung bei laufendem Betrieb ist, zeigt der
eben in Betrieb genommene OP-Saal. „Für die Implementierung eines Da
Vinci-Operationssystems bestehen in vielfältiger Weise andere
technische und betriebsorganisatorische Anforderungen als für einen
herkömmlichen OP. In der Klinik Landstraße erweiterten sich diese
Herausforderungen zusätzlich dadurch, dass die Realisierung in einem
Bestandsgebäude erfolgt ist, welches gewisse räumliche und technische
Rahmenbedingungen vorgibt“, so Josef Newertal aus dem WIGEV-
Infrastrukturmanagement.
„Die baulichen Hauptaufgaben bestanden darin, dass eine
zusätzliche Sicherheits-stromversorgung samt neuem Elektro-
Betriebsraum mit Belüftung/Klimatisierung sowie ein eigener ZSV IT-
Verteiler (Zentrale Steuerungs- und Verteilanlage) erforderlich
wurden. Durch die erhöhte Geräteabwärme mussten Umluftmodule und
Kühlregister nachgerüstet werden. Gleichzeitig haben die zusätzlichen
tragwerkstechnischen Lasten der OP-Roboters statische Maßnahmen im
Decken- und Stützenbereich gefordert, um die Lasten abzufangen“,
ergänzt Michael Lischent, Geschäftsführer der Projektentwicklungs-
und Baumanagement GmbH.
Servicehinweis: Fotos stehen auf Anfrage zur Verfügung.
