Wien (OTS) – Das Gedenken an die Februarkämpfe 1934 ist für die
FSG-younion,
Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter:innen in der younion _
Die Daseinsgewerkschaft, weit mehr als ein historischer Rückblick –
es ist ein klarer politischer und gesellschaftlicher Auftrag aus der
Geschichte für Gegenwart und Zukunft. Dieses Jahr am Goldmarkplatz
längs Trazerberggasse im 14. Wiener Gemeindebezirk stattfindend,
befindet sich das Denkmal Karl Münichreiters. Dieser und viele andere
Verbliebene ließen 1934 im Kampf gegen den Austrofaschismus ihr Leben
für Demokratie, soziale Gerechtigkeit und die Rechte der arbeitenden
Menschen.
„Karl Münichreiter steht exemplarisch für all jene
Sozialdemokrat:innen und Gewerkschafter:innen, die sich dem
Austrofaschismus entgegengestellt haben, weil sie an Demokratie,
Solidarität und soziale Rechte geglaubt haben“, betont Erich
Kniezanrek, Bundesgeschäftsführer der FSG-younion. „Wir erinnern
nicht aus Gewohnheit, sondern weil diese Werte gerade heute wieder
massiv unter Druck geraten – siehe eine Partei Österreichs, die sich
Freiheit an die Fahnen heftet, jedoch ausgrenzender und
exkludierender nicht sein könnte. Das politische Paradoxon.“
„Jugendarbeit in der Gewerkschaft bedeutet, junge Beschäftigte zu
stärken, bevor Unsicherheit, Ausgrenzung oder Perspektivlosigkeit zum
politischen Nährboden werden. Die FSG in der YOUNG younion steht für
eine demokratische Haltung, die jungen Menschen Rechte gibt, statt
sie allein zu lassen – im Betrieb, in der Ausbildung und in der
Gesellschaft. Das Gedenken an den Februar 1934 erinnert uns daran,
dass soziale Errungenschaften und Mitbestimmung immer erkämpft
wurden. Diese Verantwortung tragen wir heute weiter, indem wir junge
Menschen in der Daseinsvorsorge organisieren, ihnen eine Stimme geben
und sie ermutigen, Demokratie aktiv mitzugestalten“, so Sarah
Popernitsch, FSG-Vorsitzende der YOUNG younion.
Die Ereignisse des Februar 1934 zeigen eindringlich, wohin die
Zerschlagung von Arbeitnehmer:innenrechten, Gewerkschaften und
demokratischen Institutionen führt. Der Ausschluss der
Sozialdemokratie aus dem politischen System war kein Nebeneffekt,
sondern Voraussetzung für autoritäre Herrschaft. Daraus ergibt sich
eine klare Lehre: Eine starke Sozialdemokratie ist das wirksamste
Mittel gegen rechte, antidemokratische und ausgrenzende Bewegungen –
damals wie heute.
„Demokratie gerät nicht nur durch offenen Autoritarismus unter
Druck, sondern auch dort, wo Desinformation, Propaganda und gezielte
Polarisierung unwidersprochen Raum bekommen. Die Lehren aus dem
Februar 1934 zeigen, wie gefährlich es ist, wenn demokratische
Öffentlichkeit ausgehöhlt wird. Gerade junge Menschen, die sich heute
vielfach über digitale Kanäle informieren, brauchen Zugang zu
verlässlichen Informationen, kritischem Diskurs und politischer
Bildung. Eine lebendige Demokratie lebt von aufgeklärter Beteiligung
– nicht von Angst, Hetze und Manipulation“, betont der Wiener SPÖ-
Gemeinderat und Landtagsabgeordnete sowie Vorsitzende der Jungen
Generation Wien in der SPÖ Wien, Alexander Ackerl.
Das Gedenken an den Februar 1934 erinnert uns eindringlich daran,
dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist. Gerade junge
Menschen müssen heute erleben, dass soziale Unsicherheit, Rechtsruck
und politische Entfremdung wieder zunehmen. Die Geschichte lehrt uns
aber klar: Wer Demokratie verteidigen will, muss Mitbestimmung
ermöglichen. Echte Beteiligung, Solidarität und das Ernstnehmen
junger Stimmen sind entscheidend, um autoritären und rechten
Tendenzen wirksam entgegenzutreten – weit über ein Kreuzerl am
Stimmzettel hinaus“, betont Lena Stern, Vorsitzende der
Sozialistischen Jugend Wien.
„Sozialdemokratie bedeutet aktiven Schutz von Demokratie und
Menschenwürde“, unterstreicht Kniezanrek und ergänzt: „Sie schafft
soziale Sicherheit dort, wo antidemokratische Kräfte spalten, Angst
schüren und Gerechtigkeit zerstören wollen. Sie gibt Antworten auf
Unsicherheit – nicht mit Hass, sondern mit Solidarität.“
Im Zentrum der gewerkschaftlichen Arbeit der FSG-younion steht
die Daseinsvorsorge: qualitativ hochwertige öffentliche Dienste als
tragende Säule von Lebensqualität, sozialem Zusammenhalt und
demokratischer Stabilität. Tagtäglich setzen sich Beschäftigte in
Städten und Gemeinden für Bildung, Pflege, Gesundheit, Sicherheit,
Mobilität, soziale Infrastruktur, Sport sowie Kunst und Kultur und
vieles mehr ein.
Das Februargedenken am Goldmarkplatz zu Ehren Karl Münichreiters
ist daher ein bewusstes Zeichen. Ein Zeichen gegen das Vergessen,
gegen antidemokratische Rückschritte und soziale Spaltung – und für
eine solidarische, demokratische Gesellschaft ohne Ausgrenzung. „Das
Vermächtnis von Karl Münichreiter verpflichtet uns, Haltung zu
zeigen, laut zu sein und Verantwortung zu übernehmen.
Sozialdemokratie ist kein Kapitel der Geschichte – sie ist eine
tägliche Aufgabe, gestern, heute und morgen“, so Kniezanrek, Ackerl
und Stern abschließend unisono.