Krapfen-Check in Supermärkten: Mehr als die Hälfte sind ohne jede Kennzeichnung der verarbeiteten Eier

Wien (OTS) – Kein Fasching ohne Krapfen. VIER PFOTEN hat daher in
Österreichs
Supermärkten recherchiert, welche Eier für die Herstellung des
beliebten Gebäcks verwendet werden. Insgesamt erfasste das Team 70
verschiedene Krapfen. 38 davon und damit mehr als die Hälfte waren
ohne jede Kennzeichnung. Bei 28 Krapfen war zumindest die Herkunft
angegeben, bei 26 die Haltungsform. Von Letzteren stammen 19 aus
Bodenhaltung, nur sieben aus Freilandhaltung. Eier aus Bio-
Freilandhaltung gab es gar nicht. Besonders schlecht abgeschnitten
hat übrigens Spar, wo auf keinem einzigen der im Recherchezeitraum
untersuchten Krapfen Angaben zur Haltung oder Herkunft der Legehennen
gemacht wurden.

Darüber hinaus sind aber auch manche Angaben für Konsument:innen
verwirrend und irreführend. Sowohl bei Spar, Billa und Billa Plus kam
es vor, dass entweder die Aufschrift „Hergestellt in Österreich“ oder
ein rot-weiß-rotes Symbol zu finden waren, ohne dass eine
Haltungsform oder das Herkunftsland der Eier genannt wurde. Für VIER
PFOTEN Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck ist das problematisch:
„Viele Menschen nehmen natürlich an, dass der Herstellungs- auch der
Herkunftsort der Zutaten ist. Hier wären klare und vollständige
Angaben wünschenswert anstatt Hinweise, die zur Vernebelung
beitragen.“

Dass so viele verarbeitete Eier nach wie vor aus Bodenhaltung
stammen, sieht VIER PFOTEN ebenso kritisch. Weissenböck: „Bei der
Bodenhaltung dürfen bis zu neun Hennen pro Quadratmeter gehalten
werden. Durch das Gedränge ausgelöster Stress ist eine häufige
Todesursache für die Hühner. Es mangelt ihnen auch an Beschäftigung,
da es keinen Grünauslauf gibt. Verhaltensweisen wie Futtersuche,
Scharren und Picken können nur bedingt ausgeübt werden.“

Wenn verarbeitete Eier nicht gekennzeichnet werden, können die
Konsument:innen natürlich nicht ausschließen, dass importierte
Käfigeier verwendet werden. In Österreich ist die Käfighaltung von
Legehennen schon seit Jahren verboten, aber innerhalb der EU werden
noch fast 40 Prozent auf diese tierquälerische Weise gehalten, in EU-
Drittstaaten sind es noch viel mehr. Für das Frischei gilt ja bereits
seit langem eine Kennzeichnungspflicht sowohl nach Haltungsform als
auch nach Herkunft, bei verarbeiteten Eiern tappen die
Konsument:innen aber nach wie vor völlig im Dunkeln.

VIER PFOTEN fordert daher eine konsequente Kennzeichnung auch der
verarbeiteten Eier nach Haltungsform und Herkunftsland, damit
Konsument:innen bewusst Produkte wählen können, hinter denen bessere
Tierwohlstandards stehen. „Die Politik redet sich seit langem darauf
aus, dass dies zu aufwändig ist. Wir sehen aber beim Frischei, dass
es ganz problemlos funktioniert – es fehlt also offensichtlich am
politischen Willen. Niemand will Tierqual am Teller, daher muss
endlich ein entsprechendes Gesetz her“, sagt VIER PFOTEN
Kampagnenleiterin Weissenböck.

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Überprüft wurden ausgewählte Filialen von Penny, Spar, Hofer,
Lidl, Billa und Billa Plus im Raum Wien und Umgebung. Die Recherche
erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.