LR Rosenkranz: Ausgerechnet der Biber als Maskottchen für Naturgefahren ist ein politischer Fehlgriff

St. Pölten (OTS) – „Umweltbildung ist wichtig, und komplexe Themen
können Kindern auch
spielerisch vermittelt werden. Aber ausgerechnet den Biber als
freundliche Comicfigur für Naturgefahren zu wählen, während
gleichzeitig vielerorts über reale Probleme durch Biberschäden
diskutiert wird, ist zumindest bemerkenswert“, zeigt sich Naturschutz
-Landesrätin Susanne Rosenkranz über das neue Maskottchen „Biber
Berti“ des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima-
und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) verwundert.

„Gerade der Bundesminister für Landwirtschaft Norbert Totschnig
sollte die Biber-Problematik nicht mit einer „Berti“-
Marketingkampagne für rund 17.000 Euro verharmlosen. Der streng
geschützte Biber habe sich in den vergangenen Jahren stark
ausgebreitet, mit rund 9.000 Exemplaren in Niederösterreich besonders
stark. Seine Bautätigkeit an Gewässern führe immer wieder zu
Konflikten mit Landwirtschaft und Grundeigentümern. Überschwemmte
Flächen, beschädigte Böschungen oder unterhöhlte Wege stellten
vielerorts eine Herausforderung dar. Entnahmen der Biber werden von
Seiten der EU erschwert oder ganz verunmöglicht.

„Der Biber ist Teil unserer Natur – aber auch Teil eines realen
Nutzungskonflikts. Deshalb braucht es sachliche Diskussionen und
rasche Lösungen für Betroffene“, betont Rosenkranz. Ein „Berti Biber“
dürfe nicht zur Verharmlosung realer Probleme führen. „Nur wenn wir
Natur und Menschen gleichermaßen ernst nehmen und nicht
verniedlichen, können langfristig tragfähige Lösungen entstehen.“