Düsseldorf (OTS) – Die neue Ausgabe des Circular Fashion Index (CFX)
zeigt, dass die
Modebranche beim Thema Kreislaufwirtschaft zwar erste Fortschritte
macht, aber vielfach in der Pilotphase stagniert. Auch in der DACH-
Region bleibt der strukturelle Wandel trotz steigendem
regulatorischem Druck und punktuellen Verbesserungen bei Design und
Rücknahmesystemen aus.
Mit dem Circular Fashion Index 2025 legt Kearney bereits zum
fünften Mal eine internationale Standortbestimmung zur
Kreislaufwirtschaft in der Modebranche vor. Bewertet wurden 246
Marken aus 18 Ländern und fünf Produktkategorien – von Fashion über
Sport und Outdoor bis hin zu Lingerie und Schuhen. Analysiert wurden
sieben Dimensionen zirkulärer Wertschöpfung, darunter Design, Pflege,
Rücknahme und Recycling.
Das Ergebnis: Die Branche bewegt sich – aber der Wandel bleibt
fragmentiert. Der durchschnittliche CFX-Wert stieg zwar leicht auf
3,4 von maximal 10 Punkten, doch viele Unternehmen setzen Circularity
bislang nur punktuell um.
DACH-Region: Im Spannungsfeld von Geopolitik und EU-Vorgaben
In der DACH-Region zeigt sich ein ähnliches Bild: Von
Reparaturboni über regionale Tests in Deutschland und der Schweiz bis
hin zu neuen EU-Ökodesign- und EPR-Pflichten verschärft sich der
Regulierungsrahmen in der gesamten DACH-Region. Entsprechend kann die
Region um 0,1 Punkte leicht zulegen.
Die DACH-Region liegt damit knapp über dem europäischen Schnitt
von 3,6 Punkten und positioniert sich unter den Top 10 weltweit –
noch vor den USA. Dennoch bleiben skalierte Rücknahmesysteme,
einheitliche Designstandards und branchenübergreifende Kooperationen
selten.
„Geopolitische Entwicklungen, der andauernde Zollstreit sowie
Nearshoring-Trends könnten Nachhaltigkeit fördern“, sagt Gavin
Meschnig, Kearney-Partner und Autor der Studie . „Die potentielle
Verlagerung von Teilen der Produktion aus Märkten wie Vietnam nach
Mexiko oder Südeuropa schafft kürzere Lieferketten, die zirkuläre
Modelle unterstützen. Entscheidend ist, dass Unternehmen diese
Chancen strategisch nutzen, um Kreislaufwirtschaft in ihre
Kernprozesse zu integrieren.“
Pioniere wie Frankreich und Italien dominieren weiter
Laut Index gehören Frankreich, Italien und Spanien, sowie die
Niederlande und die nordischen Staaten weiterhin zu den Vorreitern
der zirkulären Mode. Diese Länder konnten ihre Scores im Vergleich
zum Vorjahr um +0,4, bzw.+0,2 Punkte steigern und zeigen damit nicht
nur Engagement, sondern auch konkrete Fortschritte.
Zwischen Anspruch und Realität: Die Umsetzung stagniert
Rund 70 % der globalen Marken setzen zirkuläre Maßnahmen moderat
um, doch nur 3-5 % integrieren sie umfassend. Die Umsetzungsphase
bleibt die größte Hürde: Ambitionen in Nachhaltigkeitsabteilungen
verlaufen oft ohne Verankerung in Produktentwicklung, Logistik oder
Beschaffung.
„Die einfachen Maßnahmen sind umgesetzt – nun braucht es
strukturelle Veränderungen und eine feste Verankerung in den
Geschäftsprozessen“, so Experte Meschnig. Der neue Index zeigt: Ein
ganzheitlicher Ansatz wird angesichts neuer Regulierungen wie dem EU-
Lieferkettengesetz zunehmend unverzichtbar.
Über die Studie
Der Circular Fashion Index wurde 2020 ins Leben gerufen und
erscheint 2025 zum fünften Mal. Die Studie bewertet Marken entlang
von sieben Dimensionen, darunter zirkuläres Design, nachhaltige
Produktion, Pflege, Weiterverwendung und Rücknahme. Ziel ist es, den
Fortschritt im Bereich Circular Economy sichtbar zu machen und
Impulse für die Transformation zu liefern.
Über Kearney
Kearney ist eine der führenden globalen Unternehmensberatungen.
Seit nahezu 100 Jahren vertrauen uns Führungsetagen,
Regierungsstellen und gemeinnützige Organisationen. Das
Erfolgsrezept, um unseren Klienten zum Durchbruch zu verhelfen?
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Stärken. Und unser Antrieb große Ideen nicht nur zu Papier zu
bringen, sondern auch umzusetzen.
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