St. Pölten (OTS) – In der Gemeinde Schollach haben sich die drei
Freiwilligen
Feuerwehren Schollach, Roggendorf und Anzendorf unter dem Dach der
Freiwilligen Feuerwehr Schollach zusammengeschlossen. Am gestrigen
Samstag wurde das 130-Jahr-Jubiläum dieser Wehr gefeiert und das neue
gemeinsame Feuerwehrhaus feierlich eröffnet. Landeshauptfrau Johanna
Mikl-Leitner sagte dabei: „Man spürt es überall: Alles ist auf den
Beinen, um hier diese Eröffnung dieses Feuerwehrhauses und 130 Jahre
FF Schollach zu feiern. Wenn wir uns an diesem Tag so freuen, dann
ist es mir auch persönlich wichtig, an die Tage vor einem Jahr zu
denken. Vor einem Jahr waren auch alle auf den Beinen, aber unter
anderen Vorzeichen: denn damals hat uns ein Hochwasser heimgesucht in
einer Dimension wie nie zuvor. Alle haben gerettet, was zu retten war
und sind an der Seite der Menschen gestanden. Dieses Zusammenhalten
und Zusammenstehen waren größer als das Hochwasser.“
Dieser Zusammenhalt und das Miteinander seien auch heute zu
spüren, denn die Freiwilligen hätten hier in Schollach etwas
unglaublich Tolles geschaffen, so Mikl-Leitner: „Eine
Einsatzzentrale, die alle Stückerl spricht, dem Stand der Technik
standhält und von wo aus zu den Einsätzen ausgerückt wird. Es ist ein
Feuerwehrhaus, das durch Kameradschaft und persönlichen Einsatz
entstanden ist. Das macht dieses Feuerwehrhaus so besonders und es
steht für unser Ziel: Alles zu tun für die beste Zukunft unserer
Kinder.“ Die Landeshauptfrau bedankte sich bei den am Zusammenschluss
beteiligten Feuerwehrleuten sowie Bürgermeister a. D. Walter Handl
für die Weitsicht.
Mikl-Leitner unterstrich, dass dieses Feuerwehrhaus nichts ohne
die vielen engagierten Ehrenamtlichen wäre: „Das ist es, worauf es
ankommt. Denn es ist keine Selbstverständlichkeit, Ehrenamtlich tätig
zu sein. Dankeschön für euren Einsatz und Danke, dass ihr eine
Feuerwehrjugend gegründet habt.“ Die Gemeinde Schollach sei durch die
Feuerwehr sowie das aktive Vereinsleben und den „Kulturmagnet“
Schallaburg noch lebens- und liebenswerter, sagte sie abschließend.
Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner betonte, dass es
nicht selbstverständlich sei, 6.300 Stunden in ein Projekt
einzubringen und „alles Mögliche zu tun, um die finanziellen Mittel
dafür einzubringen. Das gibt es in ganz Europa nicht!“ Er ergänzte,
dass man hier in Schollach gut gerüstet sei, „denn die Freiwillige
Feuerwehr ist nicht nur Garant für Sicherheit, sondern auch um die
Gesellschaft und das Miteinander in den Gemeinden zu fördern.“
Feuerwehrkommandant Markus Schauberger sprach von einer großen
Freude und Ehre, heute das neue Haus zu eröffnen und erzählte über
die Entstehung dieses Großprojektes: „Aus den drei eigenständigen
Feuerwehren Schollach, Anzendorf, und Roggendorf wurde eine große
gemeinsame Feuerwehr.“ Die Stimmen für den Zusammenschluss kamen
dabei aus den Reihen der jeweiligen Mannschaften, 2021 fiel der
endgültige Entschluss zur Zusammenlegung und das Projekt eines
gemeinsamen Feuerwehrhauses wurde gestartet. „Heute dürfen wir das
Ergebnis bewundern. Wir haben hier ein modernes Feuerwehrhaus, die
Zusammenlegung und der Neubau sind ein Meilenstein und ich bin stolz,
gemeinsam mit euch ein Teil dieser Geschichte zu sein.“
Bürgermeister Martin Berger führte aus, dass man heute einen Ort
des Zusammenhaltes eröffne: „Denn unser neues Feuerwehrhaus ist weit
mehr als ein Einsatzgebäude, es ist Zeichen und Ergebnis gelebter
Gemeinschaft.“ Er sprach den Entscheidungsträgern der drei
Feuerwehren großen Respekt für diesen Entschluss aus. Sein Dank galt
unter anderem seinem Vorgänger Bürgermeister a. D. Walter Handl und
dem Land Niederösterreich mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.
„Dieses Haus wird allen Anforderungen gerecht, ist aber auch Ausdruck
des Zusammenhalts. Jede geleistete Stunde und jeder Handgriff stehen
für diesen Zusammenhalt“, so der Bürgermeister. Der Neubau habe rund
3,1 Millionen Euro gekostet, man blieb rund 900.000 Euro unter den
budgetierten Kosten – vor allem aufgrund des großen Einsatzes der
Feuerwehrleute. „Durch den Neubau ist auch eine neue Begeisterung in
der Feuerwehr entstanden. Hier wächst eine starke, lebendige
Gemeinschaft“, sagte er.
Im Zuge des Festaktes wurden Auszeichnungen und Geschenke an
freiwillige Helfer übergeben. Für die musikalische Gestaltung sorgte
der Musikverein Loosdorf. Zu den Gästen zählten neben Feuerwehren aus
der Region auch Vertreter aus den Nachbargemeinden, Bezirkshauptfrau
Daniela Obleser, Landtagsabgeordnete Silke Dammerer, Nationalrätin
Irene Eisenhut und Bürgermeister a. D. Walter Handl sowie am Bau
beteiligte Firmen.